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Prozess gegen Garten-Schläger: "Nicht ein Wort des Bedauerns"

Prozess gegen Garten-Schläger: "Nicht ein Wort des Bedauerns"

Sie kannten sich nicht. Nur weil sie gehört hatten, dass der jeweils andere Russisch spricht, kam es in der Kleingartenanlage Lößnig-Dölitz überhaupt erst zu einer Unterhaltung am Zaun.

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Eine Statue der Justitia in Frankfurt am Main.

Quelle: Arne Dedert

Leipzig. Binnen Minuten endete sie am Abend des 29. Juli 2011 jedoch in einem Fiasko. Kleingartenbetreiber Wladimir K. (58) musste danach mit Brüchen an Halswirbelsäule, Unterarm, Rippen sowie am Jochbein für zwei Wochen ins Krankenhaus.

Und Andrej S., der mit einem Kumpel betrunken durch die Anlage an der Friederikenstraße gelaufen war, bekam eine Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und anderer Delikte ins Haus. Dem 33-Jährigen warf Staatsanwältin Tanja Lötschert am Dienstag am Amtsgericht vor, "wutentbrannt und brutal" auf Wladimir K. losgegangen zu sein. "Er schlug und trat immer wieder auf Kopf und Oberkörper des Opfers ein."

"Meine Frau hatte dem Fremden am Gartenzaun nur gesagt, dass wir unsere Ruhe haben möchten und er bitte weitergehen solle", berichtete der 58-jährige Invalidenrentner am Dienstag. "Plötzlich hörte ich einen Aufschrei und einen Schlag gegen den Zaun." Der Mann habe seine Frau Olina K. (63) beiseite geschoben, so dass sie in einen Rosenbusch gefallen sei. Daraufhin habe er ihr mit einem Holzstock in der Hand zu Hilfe eilen wollen, "aber das Kräfteverhältnis war sehr unterschiedlich". Der eh schon an körperlichen Gebrechen Leidende ging zu Boden - und verlor das Bewusstsein. "Ich kam erst wieder zu mir, als mir eine Gartennachbarin Erste Hilfe leistete", so der Geschädigte. Sie hatte die Rufe von Olina K. - "Hilfe, Hilfe, der bringt meinen Mann um." - gehört.

Doch der Angeklagte will sich damals nur gewehrt haben. Nach seiner Version griff Wladimir K. ihn mit einem Eisenrohr an, so dass er den Älteren umfasst habe und beide schließlich gestürzt seien. "Er beleidigte mich und forderte mich zum Kampf heraus. Wäre ich nüchtern gewesen, hätte ich darauf vielleicht nicht reagiert", meinte der angeklagte Familienvater, der gestern von permanenten Verschwörungen gegen sich sprach. Seitdem er 2005 in Deutschland eingereist sei, habe er unentwegt Probleme mit Polizei und Justiz. Den ständigen Ärger habe er mit Alkohol ("Ich hatte jeden Tag drei Promille intus.") und Drogen bekämpft. Dass Andrej S. "nicht ein Wort des Bedauerns für meinen Mandanten gefunden und nur sich selbst bemitleidet hat", empörte Anwalt Andreas Meschkat, der das Opfer, zugleich Nebenkläger im Verfahren, vertrat. Meschkat sowie die Staatsanwältin plädierten für drei Jahre Haft, Verteidiger Christian Avenarius für ein Jahr. Das Amtsgericht verhängte schließlich zwei Jahre und zehn Monate. Derzeit sitzt der Angeklagte bereits wegen Vorstrafen hinter Gittern.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.11.2013

Sabine Kreuz

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