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Prozess gegen Unister-Chef Wagner und vier Manager steht kurz bevor

Berichte Prozess gegen Unister-Chef Wagner und vier Manager steht kurz bevor

Gut zwei Jahre nach Erhebung der Anklage soll laut Medienberichten in Kürze der Prozess gegen Unister-Gründer Thomas Wagner und vier weitere Manager in Leipzig beginnen. Wagner ist nach wie vor von seiner Unschuld überzeugt - einen Deal will er nicht akzeptieren.

Unister-Grüner Thomas Wagner und vier weitere Manager sind unter anderem wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Demnächst könnte in Leipzig der Prozess beginnen.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Der Prozessauftakt gegen Unister-Chef Thomas Wagner und vier weitere Manager des Leipziger Internetunternehmens (ab-in-den-urlaub.de, fluege.de) steht offenbar kurz bevor. Wie MDR Exakt und das Manager Magazin am Dienstag übereinstimmend berichteten, will das Landgericht Leipzig demnächst über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Prozessauftakt könnte demnach am 12. April sein. Geplant seien 22 Verhandlungstermine bis zum Ende des Jahres. Dies gehe aus dem Protokoll eines Erörterungsgesprächs zwischen den Verfahrensbeteiligten hervor, hieß es.

Wagner will keinen Deal akzeptieren

Vor gut zwei Jahren waren Wagner und sein Finanzchef Daniel Kirchhof von der Generalstaatsanwaltschaft Dresden unter anderem wegen Steuerhinterziehung, dem unerlaubten Verkauf von Reise-Versicherungen sowie Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht angeklagt worden. Auch zwei weitere leitende Mitarbeiter des Online-Reisevermittlers werden der Steuerhinterziehung beschuldigt. Einem fünften Angeklagten werde Beihilfe vorgeworfen, so der MDR. Bei einer Verurteilung drohen den Top-Managern bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder eine hohe Geldstrafe.

Unister wies Spekulationen zurück, wonach Wagner eine Bewährungsstrafe akzeptieren werde, um die Eröffnung des Hauptverfahrens abzuwenden. „Auf einen entsprechenden Deal werde er sich nicht einlassen, teilte Wagner dem Unternehmen mit“, so Unister-Sprecher Dirk Rogl am Dienstagabend. Nach wie vor sei man „optimistisch“, dass die Anklage einer richterlichen Prüfung „nicht standhalten“ werde. Rogl verwies auf jüngst dem Gericht vorgelegte Beweismittel, „die bislang vermutlich nicht Bestandteil der richterlichen Prüfungen gewesen sind“. Unister ist weiterhin überzeugt, dass sich Wagner nicht strafbar gemacht hat.

Unister beklagt Schaden in zweistelliger Millionenhöhe

Der MDR berichtete, dass Wagner allenfalls eine Geldstrafe akzeptieren werde und berief sich dabei auf ein der Redaktion vorliegendes Schreiben seines Anwaltes an das Landgericht. Dieses wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Nach eigenen Angaben haben Unister die seit 2012 laufenden Ermittlungen bislang einen Schaden „in zweistelliger Millionenhöhe“ zugefügt. Den kolportierten Betrag von 43,5 Millionen Euro für Rechtsberatung, Kündigung wichtiger Vertragspartner und andere Verluste bezeichnete das Unternehmen als „die untere Grenze des Möglichen“. Auch der Verzicht auf den Neubau der Firmenzentrale am Leipziger Brühl wurde am Dienstag damit offiziell begründet.

Im Zuge der Ermittlungen hatte das LKA mehrere Razzien durchgeführt. Beamte der Integrierten Ermittlungseinheit Sachsen (INES) beschlagnahmten in der Zentrale der Internetfirma im Barfußgäßchen unter anderem Computer und Akten. Wagner und zwei weitere Manager saßen zeitweise in Untersuchungshaft, kamen aber wenig später wieder auf freien Fuß. Ein zweites Verfahren unter anderem wegen Computerbetrugs, bei dem auch Mitarbeiter verdächtigt werden, läuft derzeit noch parallel bei der Generalstaatsanwaltschaft. Das Unternehmen mit aktuell rund 1350 Mitarbeitern und Hauptsitz im Leipziger Barfußgässchen hatte zuletzt mit dem Abgang mehrere Führungskräfte Schlagzeilen gemacht. Nach den Unister-Geschäftsführern Peter Zimmermann und Andreas Prokop scheidet Ende März auch Boris Raoul als Vorstandsvorsitzender der Reise-Sparte aus.

Von Robert Nößler

Weitere Unister-Themen behandeln wir auf unserer Themenseite.

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