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Lokales Prozess in Leipzig: 48-Jähriger gesteht Brandanschlag auf Finanzbeamten
Leipzig Lokales Prozess in Leipzig: 48-Jähriger gesteht Brandanschlag auf Finanzbeamten
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14:21 23.06.2011
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Leipzig

Der Mann war den Angaben zufolge am 12. Oktober 2010 ins Leipziger Finanzamt gegangen und hatte Spiritus aus einem Nachttopf über den Beamten geschüttet.

Der Mann war am 12. Oktober 2010 ins Leipziger Finanzamt gegangen und hatte Spiritus aus einem Nachttopf über den Beamten geschüttet. Der körperlich überlegene 49-Jährige konnte dem Angreifer ein Stabfeuerzeug aus der Hand winden, bevor Schlimmeres passierte. Nach einem psychiatrischen Gutachten bestehen Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten.

Anwalt Stephan Bonell sagte am Rande des Prozesses, dass das Ziel der Verteidigung ein Freispruch sei. Das heiße nicht, dass der 48-Jährige dann auf freien Fuß komme. Vielmehr gehe er davon aus, dass er sich in psychiatrische Behandlung begeben müsse. Bonell sagte weiter, sein Mandat habe die Tat gestanden, fühle sich aber nicht schuldig: Er habe ein Zeichen setzen wollen.

Das betonte auch der Angeklagte mehrfach am ersten Prozesstag. "Ich musste ein Zeichen setzen. Das war eine symbolische Tat", so Thomas K. Er machte den Finanzbeamten für seine finanziellen Schwierigkeiten verantwortlich, weil die Behörde Steuernachforderungen stellte, nachdem einem von ihm gegründeten Verein die Gemeinnützigkeit aberkannt worden war. Der 48-Jährige erklärte vor Gericht mit sanfter Stimme in etwas wirren Sätzen, dass er sich seit Jahren einer „Amtsgewalt“ ausgesetzt gesehen habe.

Der Finanzbeamte sagte als Zeuge aus, dass ihm der 48-Jährige schon in den Vorjahren nachgestellt habe. Einmal habe er vor seiner Haustür gestanden, ein anderes Mal in seiner Amtsstube. Dabei sei er schon länger überhaupt nicht mehr mit dem Fall befasst gewesen. Direkt nach der Tat vom 12. Oktober 2010 ging der Täter zur Leipziger Volkszeitung, dort konnte ihn die Polizei festnehmen. Seitdem sitzt der Ingenieur in Untersuchungshaft. Seinem Mandanten gehe es sehr schlecht, so Verteidiger Bonell. Der Angeklagte müsse starke Beruhigungstabletten nehmen. Offenbar war das auch der Grund, warum Thomas K. schließlich seine Aussage abbrechen musste.

Der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf erteilte zum Beginn der Verhandlung einen sogenannten rechtlichen Hinweis, dass für den 48-Jährigen eine Unterbringung in der Psychiatrie infrage komme. Der Prozess soll am 30. Juni fortgesetzt werden.

Sabine Kreuz/dpa/lyn

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