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Lokales Prozess um Folter im Gefängnis beginnt Dienstag in Leipzig
Leipzig Lokales Prozess um Folter im Gefängnis beginnt Dienstag in Leipzig
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13:31 14.01.2010
Wegen des Folterskandals im sächsischen Jugendgefängnis Regis-Breitingen stehen von nächsten Dienstag an zwei junge Männer in Leipzig vor Gericht. Der 17-Jährige und der 26-Jährige sind des versuchten Mordes angeklagt. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Sie sollen 2008 einen damals 18 Jahre alten Mithäftling misshandelt und gequält haben. Am Ende forderten sie ihn auf, sich umzubringen.

Als das misslang, würgten sie ihn mit einem Gürtel. Das Opfer überlebte. Wie das Landgericht Leipzig am Donnerstag mitteilte, sind insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt. Auch der gequälte Häftling wird voraussichtlich als Zeuge aussagen müssen.

Laut Anklage begannen die Misshandlungen am 2. Mai 2008. Der jüngere der Männer soll das Opfer mit heißem Wasser übergossen und geschlagen haben. In den Tagen und Wochen danach schüchterten sie den Mithäftling so ein, dass dieser am 24. Mai 2008 zweimal versuchte, sich mit dem Gürtel zu strangulieren. Die beiden Angeklagten haben bisher die Vorwürfe weitgehend zurückgewiesen. Der 17-Jährige gab zwar einige Misshandlungen zu. Er habe aber nichts damit zu tun, dass das Opfer versuchte, sich zu töten.

Der Folterskandal war erst im vorigen Jahr ans Licht gekommen. Der misshandelte Häftling hatte den Gefängnisbeamten zunächst nur gesagt, dass er sich umbringen wollte. Erst später rückte er damit heraus, dass er von den Mitgefangenen misshandelt worden sei und in den Tod getrieben werden sollte.

Die aus dem Vogtland und dem Kreis Leipzig stammenden Angeklagten saßen in Regis-Breitingen (Kreis Leipzig) Jugendstrafen wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung ab. Der jüngere Mann befand sich zudem wegen Raubes, Diebstahls und unerlaubten Waffenbesitzes hinter Gittern. Beide sind derzeit noch in Haft.

dpa

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