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Lokales Prozess um Leiche in Papiertonne: Mörder muss lebenslänglich hinter Gitter
Leipzig Lokales Prozess um Leiche in Papiertonne: Mörder muss lebenslänglich hinter Gitter
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23:07 28.12.2012

schließlich in einer Papiertonne aufspürte.

Für die Tat wandert Sven O. (32) jetzt wegen Mordes lebenslänglich hinter Gitter. Sein Komplize Dominik S. (19) wurde nach Jugendstrafrecht wegen Totschlags zu acht Jahren Haft und Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus verurteilt. Cäcilia E. (51) muss mit acht Monaten auf Bewährung wegen unterlassener Hilfeleistung leben – und wohl mit dem Wissen, was an jenem 31. Januar in ihrer Wohnung in der Bautzmannstraße genau passiert ist.

Leipzig. Sechs Verhandlungstage hat es gedauert, bis das Urteil im Prozess um die Ermordung eines 42-jährigen Mannes Ende Januar in Leipzig-Volkmarsdorf vor dem Landgericht gefällt werden konnte: Am Freitag verhängte die zweite Strafkammer unter Vorsitz von Richter Michael Dahms mehrjährige Haft- und Bewährungsstrafen gegen die drei Angeklagten. Die Leiche von Andreas M. wurde damals in einer Papiertonne gefunden.  

Damals entgleiste das laut Richter Dahms „sehr komplexe Beziehungsgeflecht" zwischen dem Trio und Andreas M. offenbar völlig. Nach einem Streit um 20 Euro bei Kartenspiel und Alkoholkonsum wurde M. nach Auffassung der Kammer zu Tode gequält, geschändet und sollte letztlich im Hausmüll entsorgt werden.

In seiner Urteilsverkündung ging das Gericht davon aus, dass sowohl Sven O. – der zu dem Opfer eine sexuelle Beziehung unterhalten haben soll – als auch Dominik S. „den Tod von Andreas M. wollten und mit massivem Vernichtungswillen gehandelt haben", so Dahms. Zwar sei der Vorwurf der Heimtücke – wie zuvor von der Staatsanwaltschaft formuliert – nicht nachweisbar.

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Die Misshandlungen von M. stufte das Gericht jedoch als „menschenverachtend" ein. „Das ist ein niedriger Beweggrund", erklärte Dahms mit Blick auf die Anklagebank in Richtung Sven O. Auch Dominik S. habe das Opfer mehrfach traktiert, auf Andreas M. uriniert und sogar gezwungen, ihm die Stiefel abzulecken. Da ein ärztliches Gutachten S. allerdings eine organische Persönlichkeitsstörung bescheinigt, kam das Gericht zu dem Schluss einer verminderten Schuldfähigkeit.

Bis zum finalen Prozesstag schwieg sich Dominik S. zu der Tat aus. Sven O. rang sich ab: „Es hätte nicht so weit kommen dürfen." Cäcilia E. tue es „wirklich leid, was passiert ist."

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Felix Kretz

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