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Lokales Prügel für ein paar Euro: Etwa 600 Raubstraftaten in diesem Jahr
Leipzig Lokales Prügel für ein paar Euro: Etwa 600 Raubstraftaten in diesem Jahr
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07:53 19.12.2009
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Leipzig

Im vorigen Jahr hatte die Kripo 547 Fälle registriert, 2007 waren es 590. Die offizielle Kriminalstatistik für 2009 wird erst im neuen Jahr veröffentlicht.

Doch nicht nur die Deliktzahlen sind besorgniserregend hoch, sondern auch die wachsende Gewaltbereitschaft der Täter. Nach Einschätzung der Polizei agieren sie zunehmend rücksichtsloser und brutaler. Fälle aus der jüngsten Vergangenheit belegen dies. Am 6. Dezember zerrte ein Räuber in der Eythraer Straße derart heftig an der Handtasche einer 70-Jährigen, dass die Seniorin eine Treppe herunter gezogen wurde. Am 9. Dezember riss ein Handtaschendieb einer 76-Jährigen vor deren Haus in Lößnig den Gehstock aus der Hand, prügelte dann auf sie ein, bis sie stürzte. Am 10. Dezember wurde eine knapp 90-Jährige in der Otto-Adam-Straße niedergerungen und in den Schwitzkasten genommen. Die Beute: mal zehn Euro, mal auch 60 Euro, selten jedoch mehr als 100 Euro.

"Die Täter wollen möglichst schnell Geld besorgen", so Polizeisprecher Daniel Kapferer. Dies legt die Vermutung nahe, dass es sich vorwiegend um Beschaffungskriminalität handeln könnte und die Täter im Junkie-Milieu zu suchen wären. Die Polizei mochte dies jedoch nicht hundertprozentig bestätigen. In einigen Fällen seien auch Täter in Erscheinung getreten, die bisher nicht als Rauschgiftkonsumenten aufgefallen waren. Ganz normale Jugendliche etwa, die einfach nur Geld für die Kneipe brauchten.

Schützen können sich die häufig wehrlosen Opfer kaum. "Prävention ist in diesem Bereich schwierig", räumt Kapferer ein. Ältere Leute sollten beispielsweise nicht abends oder frühmorgens einkaufen, sondern tagsüber, wenn viele Fußgänger unterwegs sind. Vor allem aber raten Experten dringend davon ab, sich gegen Räuber zur Wehr zu setzen. "Dadurch werden die Täter noch gewalttätiger", so Kapferer. "Man riskiert schwere Verletzungen."

Dabei hatte erst am vorigen Wochenende ein 68-Jähriger in der Bismarckstraße einen Räuber mit herzhaftem Tritt in die Genitalien zur Strecke gebracht. Der Fall sei jedoch laut Polizei nicht generell übertragbar: Nicht jeder Rentner sei in der Lage, derart zielsicher zuzutreten.

Frank Döring

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