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Radeln auf Karli-Baustelle kann teuer werden

Straßensperrung Radeln auf Karli-Baustelle kann teuer werden

Für Pedalritter, die sich auf und neben der Großbaustelle Karli und Petersstreinweg per Drahtesel fortbewegen, kann es in den kommenden sechs Wochen teuer werden. Denn auch für den Radverkehr ist der Abschnitt zwischen Körner- und Dimitroffstraße gesperrt. Eine Umleitung ist ausgeschildert.

In der Karli zwischen Härtelstraße und Ring laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. Für Fahrradfahrer ist die Durchfahrt tabu - dennoch wird verbotenerweise über den Gehweg geradelt.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Flex frisst sich unter ohrenbetäubenden Lärm in die alten Straßenbahnschienen, eine Raupe verlädt alte Betonteile auf den Lkw. Und mittendrin spazieren Passanten und Radfahrer über den abgefrästen Peterssteinweg, als wäre es das Normalste der Welt. Seit vergangenem Sonnabend herrscht Ausnahmezustand auf der Südmeile Karl-Liebknecht-Straße und Peterssteinweg – für Anwohner, Pendler und nicht zuletzt die Bauarbeiter. „Die Männer können beim Arbeiten gar nicht Augen genug haben“, beschreibt Ordnungsamtsleiter Helmut Loris den Ausnahmezustand auf Zeit, „das ist eine Gefährdung für Fußgänger, Radfahrer und Bauarbeiter.“

Und deswegen soll in den kommenden Tagen auch härter durchgegriffen werden. Denn dann können mindestens 20 Euro für Auto- und Radfahrer fällig werden, die die Verkehrsschilder an der Großbaustelle missachten. Mindestens 15 Euro muss derjenige berappen, der auf dem eh schon schmalen Gehweg radelt. Kontrolliert wird das von Mitarbeitern des Ordnungsamtes und der Polizei.

Fahrradstaffel der Polizei verteilt Handzettel

Am Montag kamen die „Verkehrssünder“ noch einmal glimpflich davon. Die Fahrradstaffel der Polizei verteilte Handzettel, auf denen die Umleitungsstrecke über die Bernhard-Göring-Straße abgebildet ist und erklärt wird, warum derzeit ein Teil der Meile für den Radverkehr gesperrt bleibt. 300 Flugblätter hatten diese am Montagvormittag auf der Karli, Ecke Schenkendorfstraße, den Pedalrittern in die Hand gedrückt. „Viele sind überrascht, dass sie nicht mehr hier lang fahren dürfen“, beschreibt Polizeikommissar Frank Waldow, „teilweise auch, weil sie die Straßenverkehrsregeln nicht richtig kennen.“ Hinzu kommt, dass an ein paar Stellen die Beschilderung der Umleitung noch verbessert werden muss.

Die Bauarbeiten auf der Südmeile laufen auf Hochtouren, jetzt müssen auch Fahrradfahrer auf eine Umleitung ausweichen. Am Montag verteilte die Fahrradstaffel der Polizei noch Hinweiszettel. Ab Dienstag sollen Radler, die sich nicht an die Absperrung halten, zur Kasse gebeten werden.

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Die beginnt auf der Karli an der Ecke Schenkendorfstraße und führt über die Bernhard-Göring- und Riemann- auf die Windmühlenstraße. „Wir haben eine attraktive Trasse, die schon seit zwei Jahren ausgeschildert ist“, sagt Thomas Schulze, Amtsleiter der Straßenverkehrsbehörde. „Wir wollen die Leute diesbezüglich sensibilisieren“, schließt sich der Polizei-Revierleiter Frank Gurke an, „ deswegen ist die Fahrradstaffel unterwegs, um den den Leuten auf Augenhöhe zu begegnen.“ Auch Ordnungsamtsleiter Loris betont, dass es bei den Kontrollen nicht darum gehe, „die Haushaltskasse zu füllen“.

Sowohl am Peterssteinweg, Ecke Dimitroffstraße, als auch auf der Karl-Liebknecht-Straße, Ecke Körnerstraße, zeigen Verbotsschilder, dass nur Baustellenfahrzeuge die Straße weiter benutzen dürfen. Und dort geht es derzeit richtig zur Sache. Ab der Polizeidirektion ist der Petersteinweg nicht wiederzuerkennen. Bagger graben die Erde um. „Was in den vergangenen eineinhalb Jahren passiert ist, war vergleichsweise harmlos“, sagt Roland Quester vom Referat Stadtentwicklung. Lediglich wenige Meter links und rechts sind für die Fußgänger noch begehbar, Straßenquerungen nur an entsprechenden Baustellen-Öffnungen möglich. Dort, wo Laster und Bagger ein- und ausfahren, wie an der Ecke Härtelstraße, ist der Durchgang für Fußgänger und Radfahrer verboten.

Bahnen werden bis Ende August umgeleitet

Seit Januar 2014 bauen Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), Verkehrs- und Tiefbauamt (VTA) und Kommunale Wasserwerke (KWL) bereits auf dem nördlichen Ende der Südmeile. Insgesamt verlegen die Verkehrsbetriebe zwischen Martin-Luther-Ring und Körnerstraße zwei Kilometer neue Gleise, zwei Haltestellen werden barrierefrei ausgebaut. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich für die LVB auf 7,6 Millionen Euro. Davon kommen. 5,6 Millionen Euro als Fördermittel vom Freistaat. Insgesamt werden 16,5 Millionen Euro in die Umgestaltung der Magistrale investiert.

Mit der Installation der künftigen Stadtbahngleise und der Ausgestaltung des Straßenraums rings herum hat vergangenen Sonnabend die finale Phase begonnen. Bis zum 24. August sollen die Schienen gesetzt und ein normaler Bahnbetrieb wieder möglich sein. Das geht allerdings nur mit erheblichen Einschränkungen im Verkehr. Für die Straßenbahnen der Linie 10 verkehren zwischen Leuschnerplatz und Triftweg Busse. Die Trams der 11 werden über den Roßplatz, Arthur-Hoffmann-Straße und Richard-Lehmann-Straße umgeleitet.

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