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Lokales Radfahrclub ADFC fordert Fahrradwaggons für Leipziger S-Bahnen
Leipzig Lokales Radfahrclub ADFC fordert Fahrradwaggons für Leipziger S-Bahnen
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00:29 24.06.2015
Viele Fahrgäste stellen ihr Rad nicht wie hier an der Station ab, sondern nehmen es mit in die S-Bahn. Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Deutschland (ADFC) wendet sich gegen die Pläne, die Fahrradmitnahme in den S-Bahnen kostenpflichtig zu machen (die LVZ berichtete). Das Problem der überfüllten S-Bahnen zwischen Halle und Leipzig lasse sich dadurch nicht lösen. „Selbst im benachbarten Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, wo man für die Fahrradmitnahme zahlen muss und der ÖPNV deutlich besser ist als im MDV, werden viele Fahrräder in den Zügen mitgenommen“, sagt ADFC-Sprecher Alexander John. „Auf bestimmten Linien gibt es sogar einen eigenen Fahrradwaggon, zusätzlich zu den Fahrradabteilen in jedem Waggon.“ Auch Sperrzeiten für die Fahrradmitnahme würden nur dazu führen, dass entweder der Nahverkehr nicht mehr genutzt wird oder zu einem anderen Zeitpunkt, dann wären eben die früheren und oder späteren Züge völlig überlastet.

Gleichzeitig weist der Club darauf hin, dass die S-Bahn-Nutzer ihre Räder „nicht aus Langeweile“ in die Bahnen mitnehmen. Insbesondere im ländlichen Raum würden viele Fahrgäste mit öffentlichem Nahverkehr nicht ihre Ziele erreichen und seien auf Fahrrad oder Chauffeur angewiesen. Bei einer Einschränkung der Fahrradmitnahme dürfte es für einige bequemer werden, statt des Nahverkehrs das Auto zu nutzen. „Es kann nicht sein, dass ein Verkehrssystem an seine Grenzen stößt, wenn gerade mal etwas mehr als die Hälfte der prognostizierten Fahrgastzahlen erreicht sind“, sagt John.

In Sachsen-Anhalt räumte die Landesregierung auf eine Anfrage des grünen Abgeordneten Dietmar Weihrich ein, dass im S-Bahn-System noch nicht alle leistungssteigernden Potenziale genutzt sind. So sei noch nicht geprüft worden, in Stoßzeiten längere Züge einzusetzen. Dies geschehe erst, „wenn ein eingeschwungener Betriebszustand entstanden ist und durch die DB Regio die vertraglich geschuldeten Fahrzeugkapazitäten bereitgestellt werden“.

Aus Sicht der Ministerialen gibt es auch noch Reserven beim Abstellen der Räder in den Fahrradabteilen der S-Bahnen. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass bei enger Schachtelung auf den für die Radabstellung vorgesehenen Flächen auch eine größere Radzahl transportiert werden kann“, wird verlautbart. ANDREAS TAPPERT

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