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Lokales Radfahren im Herbst: Wo Leipziger Radler besonders aufpassen sollten
Leipzig Lokales Radfahren im Herbst: Wo Leipziger Radler besonders aufpassen sollten
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13:00 27.10.2017
In Leipzig gibt es Stellen, an denen häufiger Unfälle mit Radfahrern passieren als woanders  Quelle: dpa
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Leipzig

 Immer wieder kommt es in Leipzig zu schweren Fahrradunfällen. Vorige Woche krachte es an einem Tag gleich vier Mal mit Beteiligung von Radfahren, fünf Menschen kamen ins Krankenhaus. Mitte Oktober geriet eine 22-jährige Radlerin unter eine Straßenbahn und wurde erheblich verletzt. Im Herbst, wenn nasses Laub die Radwege rutschig werden lässt und es früh dunkel wird, sollten Radfahrer noch vorsichtiger fahren, vor allem an einigen Orten in der Messestadt: Thomas Schulze, Chef der Unfallkommission der Stadt Leipzig und Leiter der Straßenverkehrsbehörde, nennt verschiedene Unfallschwerpunkte, die auf dem Verkehrsunfallbericht der Stadt in Zusammenarbeit mit der Polizei beruhen.

Hier kracht es besonders oft:

– Kreuzung Lützner Straße /Endersstraße: Hier übersehen Kraftfahrer, die links abbiegen, häufig die entgegenkommenden Radfahrer. „Dort bildet sich oft ein Rückstau, an dem Radfahrer dann vorbeifahren. Hier wollen wir visuell zeigen: Man muss besser aufpassen“, sagt Schulze.

– Kreuzung Antonienstraße/Erich-Zeigner-Allee: Immer wieder gibt es hier Unfälle zwischen linksabbiegenden Kraftfahrern und Radfahrern in und aus Richtung Kantatenweg.

– Ecke Richard-Lehmann-Straße/An der Tabaksmühle: häufig Unfälle zwischen Fahrzeugen aus An der Tabaksmühle und Radfahrern, die aus der Richard-Lehmann-Straße kommen. „Hier werden wir auf jeden Fall umbauen und einengen, aber das wird noch etwas dauern“, so Schulze.

Ostseite des Hauptbahnhofs: An dieser Stelle kreuzen sich Radfahrer und Fußgänger, das wird immer wieder diskutiert. Fußgänger stehen auf dem Radweg, Radfahrer fahren auf dem Fußweg. Das dürfen sie auch, allerdings nur in Schrittgeschwindigkeit. „Es ist so: Beim jetzigen baulichen Zustand ist die jetzige Regelung am sichersten“, sagt Schulze. Konflikte gebe es zweifellos, die Unfalllage sei jedoch weniger spektakulär, als man erwarten könnte.

Mit der Zahl der Radfahrer steigt in Leipzig auch die Zahl der Verletzten bei Verkehrsunfällen. Quelle: dpa

Die schwersten Unfälle passierten häufig in folgender Situation: Der Autofahrer übersieht beim rechts Abbiegen den rechts neben ihm fahrenden Radfahrer. „In solchen Fällen gerät der Radfahrer leicht unters Auto“, sagt Schulze. „Da muss der Kraftfahrer den Schulterblick drauf haben, das muss in die Köpfe rein.“

Häufig betroffen sind folgende Stellen:

Windmühlen-/Emilienstraße

Peterssteinweg/Härtelstraße

Johannisplatz: Radfahrer werden bei der Fahrt über die Nürnberger Straße von rechts abbiegenden Autos schlecht gesehen, weil der Radweg etwas abgesetzt ist. „Hier sollten Radfahrer sich bewusst machen, dass sie schlecht gesehen werden und darauf achten, dass der Autofahrer sie wahrnimmt“, sagt Schulze.

– Ecke Nürnberger Straße/Liebigstraße sowie Nürnberger Straße/Brüderstraße: „Hier wären kleinere Umbauten wünschenswert, das kann man nicht mit einfachen Mitteln ändern“, so Schulze.

– Kreuzung Martin-Luther-Ring/Harkortstraße: viele Unfälle zwischen rechtsabbiegenden Fahrzeugen und rechts fahrenden Radlern, die den Martin-Luther-Ring zum Neuen Rathaus queren.

– Ecke Jahnallee/Marschnerstraße

Jahnallee/Cottaweg: Aus dem Cottaweg kommende Autofahrer übersehen Radfahrer, die auf der falschen Seite fahren.

Insgesamt hält Schulze den Radverkehr in Leipzig für vergleichsweise sicher. 2016 ist die Zahl aller Unfälle laut Unfallstatistik leicht gesunken – insgesamt krachte es im vergangenen Jahr 13.758 mal auf Leipzigs Verkehrswegen, das sind 779 weniger Unfälle als noch 2012. Die Zahl der Verletzten jedoch stieg gleichzeitig auf 2536 Menschen im Jahr 2016 an, also 169 mehr als vor fünf Jahren. Laut Schulze könnte dies auch daran liegen, dass in Leipzig immer mehr Menschen Fahrrad fahren. „Diese sind natürlich schneller verletzt als Kraftfahrer. Deswegen steigen die Personenschäden“, so Schulze. „Jeder muss sich bewusst machen, dass Radfahrer genauso wie Fußgänger keine Knautschzone haben.“ Wenn einer einen Fehler mache, berechtige es den anderen nicht, ebenfalls einen Fehler zu machen.

 

Interessant für Rad- und auch Autofahrer ist zuletzt auch Folgendes: Wenn benutzungspflichtige Radwege schlecht geräumt und zum Beispiel rutschig von nassem Laub sind, dürfen Radfahrer legal auf die Fahrbahn ausweichen. „Radwege, die auf der Straße laufen, müssen von der Stadt gereinigt werden“, sagt der ADFC-Chef. Für Wege, die von Radlern und Fußgängern gleichermaßen genutzt werden, seien die Hauseigentümer zuständig.

Von Sophie Aschenbrenner

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