Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Rat an Leipziger Eltern: „Kümmert euch selbst“
Leipzig Lokales Rat an Leipziger Eltern: „Kümmert euch selbst“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 25.02.2017
Die Kindertagesstätte in der Biedermannstraße 23 in Leipzig ist geschlossen. Quelle: Kempner
Anzeige
Leipzig


Wegen einer Heizungshavarie ist seit Montag voriger Woche die Kita Biedermann in Connewitz geschlossen (die LVZ berichtete). 120 Kinder müssen noch bis Ende dieser Woche notgedrungen zu Hause bleiben. Weder der Betreiber, das Sozialwerk Leipzig, noch die Stadt konnten den Eltern helfen, eine Alternative zu finden. Das Jugendamt teilte am Mittwoch mit, es habe dem Betreiber angeboten, „einen Raum in einer anderen Kita, die zur Zeit noch nicht voll belegt ist, zu nutzen“.

Das Sozialwerk betreibt in Leipzig selbst zwei weitere Kitas. „Warum konnte man dort nicht eine Notgruppe einrichten für die Kinder, deren Eltern keine Betreuung gewährleisten können“, fragte am Mittwoch eine betroffene Mutter. Sie will ihren Namen nicht in der Zeitung lesen. Denn sie hat sich krank schreiben lassen, weil sie keinen anderen Ausweg sah. Sie habe weder Urlaubstage zur freien Verfügung, noch konnte sie eine Betreuungshilfe für ihr Kind auftreiben. Immerhin sei den Eltern versichert worden, dass sie für die beiden Wochen die Kita-Gebühren zurückerstattet bekommen.

„Wir haben alle verfügbaren Möglichkeiten geprüft“, betonte Sozialwerk-Geschäftsführer Thomas Wiesemann. „Unsere anderen beiden Kitas sind bis auf den letzten Platz ausgebucht.“

Am 8. Februar, berichtete die Mutter, die auch dem Elternrat der Kita angehört, seien die Familien per Mail, Aushang und schriftlicher Mitteilung über die zweiwöchige Schließung ab 13. Februar unterrichtet worden. Die Eltern fühlten sich im Stich gelassen. Denn eine Alternative sei ihnen nicht angeboten worden. „Es hieß: Kümmert euch selbst!“ Dabei sei die Havarie so überraschend nicht gekommen. Bereits 2013 habe in einem der beiden Fahrstuhlschächte Wasser gestanden. Schon damals sei vermutet worden, dass es an der Heizung liegen könnte. Im September 2016 sei dann in einem Schlafraum im Erdgeschoss ein Entfeuchter aufgestellt worden, die betroffene Gruppe musste in einen anderen Raum umziehen. Unverständnis äußerte die Elternratsvertreterin auch über den Umgang des Betreibers mit seinen 20 Mitarbeitern. Diese sollen angeblich für die Schließzeit 70 Überstunden abbummeln beziehungsweise noch leisten. Zu Details äußerte sich das Sozialwerk nicht. „Mit den Mitarbeitern“, so Wiesemann, „wurden einvernehmliche Lösungen getroffen.“

Wie berichtet, bemüht sich das Sozialwerk derzeit, den großflächigen Wasserschaden notdürftig zu reparieren, um den Weiterbetrieb der Kita zu ermöglichen. Eine grundlegende Sanierung steht aber noch aus – und mit ihr möglicherweise eine mehrmonatige Komplett- oder Teilschließung. Spätestens dann brauchen die Eltern eine Betreuungsalternative. Dem Jugendamt war das bislang aber nicht bekannt.

Von Klaus Staeubert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Meist bekommt man sie nur im Vorbeirauschen zu sehen. Am Sonnabend dann ganz nah: Unter dem Motto „Feuerwehr zum Anfassen“ lädt die Ortsfeuerwehr Böhlitz-Ehrenberg zum Tag der offenen Tür ein.

22.02.2017

Verschlissene Spielgeräte, Verkehrslärm, wenig Platz: Der Spielplatz in Mölkau zieht um, einige Spielgeräte werden erneuert. Die Stadt Leipzig lädt zu einer Infoveranstaltung ein.

22.02.2017

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz war am Mittwochabend in Leipzig, um sich unter anderem mit dem ehemaligen Pfarrer der Thomaskirche Christian Wolff und Köpfen der Zivillgesellschaft zu treffen. Am Sonntag stellt er dann in der Messestadt seine politischen Ziele vor.

22.02.2017
Anzeige