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Lokales Rathaus hält Schutz vor Lärm und Abgasen in Karl-Tauchnitz-Straße nicht für notwendig
Leipzig Lokales Rathaus hält Schutz vor Lärm und Abgasen in Karl-Tauchnitz-Straße nicht für notwendig
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00:19 07.08.2017
Verkehr in der Karl-Tauchnitz-Straße. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die Bewohner der Karl-Tauchnitz-Straße können auch in Zukunft nicht mit einer Verringerung der Belastungen durch den Straßenverkehr rechnen. Die Voraussetzungen für die Anordnung von „Maßnahmen zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen“ seien nicht gegeben. Das beschied jetzt das Dezernat von Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) und wies damit eine Petition von Anliegern zurück.

„Die Karl-Tauchnitz-Straße ist eine der lautesten Straßen im Innenstadtgebiet geworden“, hatte Angelika Krüger die Forderung nach Schutzvorkehrungen begründet und im Namen der Bürgerinitiative Musikviertel die Petition an den Stadtrat gerichtet. Darin fordern die Anwohner neben Tempo 30 vom Innenstadtring bis zur Wundtstraße auch einen stationären Blitzer an der Rennbahn/Ecke Telemannstraße sowie ein Nachtfahrverbot für Lastkraftwagen und Busse. Letztlich muss noch der Stadtrat entscheiden, ob der Petition stattgegeben wird oder nicht. In den meisten Fällen folgt der Rat jedoch der Rechtsauffassung der Verwaltung.

„Wir leben in einem 24-Stunden-Dauerstress“, schilderte Krüger die für die Anlieger belastende Situation, die durch Raserei zusätzlich verschlimmert werde. Sie bekämen in der Karl-Tauchnitz-Straße nicht nur die Folgen des Bevölkerungswachstums und wirtschaftlichen Aufschwungs zu spüren. Sie müssten dafür die Zeche zahlen. Denn durch die Straße rollten mittlerweile zwangsläufig alle schweren Fahrzeuge zwischen der Bundesstraße 2 und der Innenstadt. Grund: Die Karl-Liebknecht-Straße ist seit dem Umbau zu eng und zu unattraktiv für Lastwagen. Und im Juni erst hatte die Stadt auf Druck des Verwaltungsgerichtes ein Fahrverbot in der Harkortstraße verschärft, die bis dahin den Innenstadt-B 2-Verkehr mit aufnehmen konnte. Durften seit Dezember 2010 aufgrund zu hoher Luftschadstoffe schon Lkw über zwölf Tonnen nicht mehr die Harkortstraße befahren, ist die Straße seit Juni nunmehr für alle Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen dicht. Diese rollten nun durch die Karl-Tauchnitz-Straße. Das Verbot soll zwar wieder aufgehoben werden, wenn längerfristig geplante Maßnahmen des Luftreinhalteplans umgesetzt sind. Doch das kann dauern, falls die Maßnahmen überhaupt wirken.

Einziges Trostpflaster für die Anlieger der Karl-Tauchnitz-Straße: Die Anordnung von Tempo 30 vor Kita und Schulen werde geprüft, kündigte das Baudezernat an. Denkbar sei darüber hinaus die Aufstellung einer Tafel, die Autofahrern ihre aktuell gefahrene Geschwindigkeit anzeigt.

Seit sechs Jahren starten Anwohner der Karl-Tauchnitz-Straße immer wieder Initiativen zur Minderung der Verkehrsfolgen. Sie alle blieben bislang erfolglos. Vor zwei Jahren gab die Stadt die Zahl der täglich durch die Karl-Tauchnitz-Straße rollenden Fahrzeuge mit 17 640 an, davon knapp 1100 Lkw. Diese Ergebnisse der Verkehrszählungen entsprächen denen des Jahres 2011. Auch in den Spitzenbelastungszeiten am Nachmittag gebe es keine Auffälligkeiten. „Gelegentliche vorfahrtsbedingte kleinere Rückstaus an der Zufahrt zum neuen Kreisverkehr“ seien die Ausnahme und lösten sich rasch auf, hieß es damals.

Von Klaus Staeubert

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