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Lokales Rathausvorplatz ist verkehrsberuhigt
Leipzig Lokales Rathausvorplatz ist verkehrsberuhigt
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18:48 01.06.2018
Die Fahnen sind hochgezogen: Der neugestaltete Rathausvorplatz wurde eingeweiht. Insgesamt gibt es fünf Fahnenstangen. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

 Äthiopischer Kaffee aus Addis Abeba, Slivovitz aus Travnik, gefüllte Pitah aus Herzliya – für die Einweihung eines besonderen Platzes haben die Städtepartnerschaftsvereine auch kulinarische Köstlichkeiten mitgebracht. Der Platz vor dem Haupteingang des Neuen Rathauses präsentiert sich neu gestaltet, einladend und mit etwas historischem Charme. „Er heißt Leipziger ebenso wie Gäste willkommen, die in die Innenstadt wollen. Wir haben einen Ort für unsere Partnerstädte geschaffen“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) am Freitag. „Die Namen der Städte sind in die Bodenplatten eingelassen und zeigen auf Schritt und Tritt die internationale Verortung der Stadt.“

Ehemalige Leipziger unter den Gästen

Eingeweiht wurde der Platz mit vielen Gästen, darunter ehemaligen jüdischen Einwohnern und ihren Nachfahren aus Israel, Schweden und den USA, die auf Einladung der Stadt mehrere Tage hier weilen. „Seit 1992 komme ich regelmäßig, ich bin immer wieder gern in Leipzig“, sagte Chana Gildoni vom Verband ehemaliger Leipziger in Israel, die in Herzliya lebt. Das nächste Mal will sie mehr Enkel mitbringen – eine gute Gelegenheit, das neue Leipzig kennenzulernen und das erlittene Unrecht ihrer Angehörigen zu verarbeiten.

Platz für fünf Fahnen

Einen weniger weiten Weg hatte Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) aus Dresden. Die Neugestaltung des Platzes (Kosten: 995 000 Euro) ist eine der letzten Einzelmaßnahmen im öffentlichen Raum, die mit Fördermitteln aus dem Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ in Leipzig umgesetzt wurde. Der Freistaat steuerte 365 568 Euro bei.

„Der Platz hat viel gesehen, erlebte gute und schlechte Tage. Nun erstrahlt er in neuem Glanz, wird Ort der Begegnung und Gespräche, auch der Demonstrationen“, so Wöller. Denn auch das gehöre zur Demokratie. Zum Verweilen laden Bänke ein, zehn Schinkelleuchten illuminieren ihn am Abend. Aufgezogen wurden auch die Fahnen, ein fünfter Mast steht künftig für besondere Gäste und Ereignisse bereit. „Leipzig ziehe ich hoch“, so Rathauschef Jung.

Erneuert wurde auch das Podest für zwei historische Fahnenmasten aus dem Erbauungsjahr des Rathauses 1905, die aber noch fehlen. Dafür reichte das Geld im Stadtetat nicht.

Autos haben nur beschränkt Zufahrt

Das Areal ist verkehrsberuhigt, die Straßenbreite wurde verringert, dafür ist der grüne Bereich des Promenadenrings vergrößert worden. Das Gras muss allerdings noch wachsen. Autos haben nur noch beschränkt Zufahrt. Zwei versenkbare Polleranlagen, eine an der Hugo-Licht-Straße, die andere an der Ausfahrt zum Ring, regeln künftig die Vorfahrt für Berechtigte, darunter Gäste der Stadt und Behinderte, vors Rathaus. Der Durchfahrtsverkehr bleibt weiterhin über Hugo-Licht-Straße und Burgplatz möglich.

Von Mathias Orbeck

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