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Lokales Rathenow lehnt zentrales Stasiakten-Archiv in Leipzig ab
Leipzig Lokales Rathenow lehnt zentrales Stasiakten-Archiv in Leipzig ab
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11:23 30.09.2017
Blick auf das Areal des ehemaligen Matthäikirchhofs in Leipzig.  Quelle: Dirk Knofe
Dresden - 

 Sachsens Landesbeauftragter für SED-Unrecht, Lutz Rathenow, macht sich für den Erhalt von mehreren Außenstellen der Stasiunterlagen-Behörde im Freistaat stark. Zugleich lehnt er ein vom Bundesbeauftragten Roland Jahn vorgeschlagenes zentrales Stasiakten-Archiv in Leipzig ab.

Für ein zentrales Stasiunterlagen-Archiv in Leipzig sind Bundesmittel von rund 20 Millionen Euro im Gespräch. Es könnte auf dem Areal der ehemaligen Stasizentrale auf dem Matthäikirchhof als Erinnerungs-, Forschungs- und Bildungsort entstehen. Auslöser für den Vorstoß waren Überlegungen von Jahn. In der Messestadt gebe es bereits mehrere Einrichtungen, die sich mit der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit befassen, sagte Rathenow dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Dresden.

Leipzig. Die Stadt will jetzt eines der letzten Filetgrundstücke in der Innenstadt aus dem Dornröschenschlaf wecken. Das Areal an der Großen Fleischergasse mit dem Matthäikirchhof soll mittelfristig für eine neue Großansiedlung zur Verfügung stehen. Das erklärten jetzt Bau- und Wirtschaftsdezernat in einem gemeinsamen Verwaltungsstandpunkt.

In Leipzig gebe es mit dem Zeitgeschichtlichen Forum sogar eine Bundeseinrichtung zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte sowie weitere Initiativen, etwa die „Runde Ecke“ in der ehemaligen Stasi-Zentrale. Die Arbeit an den bereits vorhandenen authentischen Orten gelte es zu stärken. Notwendig sei aber auch, die „Bildungsarbeit in jeglicher Form zu fördern“ und in die Regionen abseits der großen Städte zu bringen.

Stasiunterlagen-Außenstellen erhalten

In den Städten Dresden und Chemnitz dagegen könnte der Wegfall der Außenstellen „sehr viel schwerer oder überhaupt nicht ersetzt werden“. Sollten die Stasiakten an einem Ort zusammengefasst werden müssen, so wären dies die „logischeren Orte“. Es gelte, „so etwas wie eine Aufarbeitungsbalance zu halten“, betonte Rathenow.

Noch immer gelte „die Forderung der Regierungskoalition für den gleichberechtigten Erhalt aller drei Stasiunterlagen-Außenstellen“, betonte Rathenow.

Von LVZ