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Lokales Rechtsextreme planen drei Demos durch Connewitz
Leipzig Lokales Rechtsextreme planen drei Demos durch Connewitz
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08:15 19.11.2015
Die Öffnung des beliebten Weihnachtsmarktes im Werk 2 ist am 12. Dezember wegen der Anmeldung dreier rechtsextremer Demos in Connewitz gefährdet.  Quelle: André Kempner
Leipzig.

Für Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (Linke) ist es schlicht „eine Provokation“: Gleich drei Demonstrationen des rechtsextremen Spektrums sollen am 12. Dezember in Leipzig stattfinden – und das ausgerechnet im traditionell linksalternativ geprägten Connewitz. Leipzigs Ordnungsamtschef Helmut Loris bestätigte jetzt auf Anfrage der LVZ, dass für diesen Tag drei Anmeldungen für entsprechende Aufzüge vorliegen.

Demnach will die Partei „Die Rechte“ um den ehemaligen NPD-Stadtratskandidaten Alexander Kurth vom Alexis-Schumann-Platz über die Karl-Liebknecht-Straße zur HTWK ziehen. Via Facebook trommeln die Anmelder bereits dafür: „Am 12.12. sind wir zu Gast bei Freunden! Auf nach Leipzig/Connewitz!“

In der Zeit von 14 bis 16 Uhr will zudem die „Offensive für Deutschland“ (OfD), für die zuletzt Ex-Legida-Chef Silvio Rösler Versammlungen angemeldet hatte, demonstrieren. Geplant ist nach Angaben des Ordnungsamtes ein Aufzug unter dem Motto „Lasst uns politische Brücken bauen. Kein rechts und links, sondern gemeinsam im Dialog gegen oben! Für ein souveränes Deutschland – die OfD.“ Erwartet werden vom Anmelder rund 350 Teilnehmer. Die Route führt von der Selnecker Straße über die Karl-Liebknecht-Straße ebenfalls zur Ecke Eichendorffstraße neben der HTWK. Schließlich wurde eine dritte Demo, offenbar ebenfalls aus dem fremdenfeindlichen Spektrum, mit 400 Teilnehmern von der August-Bebel-Straße über die Richard-Lehmann-Straße zur Karl-Liebknecht-Straße/Ecke Eichendorffstraße angezeigt. Das Motto lautet hier: „Gemeinsam über Bundesländergrenzen hinaus – Für die Zukunft unserer Heimat, wir lieben Sachsen“.

Kooperationsgespräche zwischen Stadt und Demo-Anmeldern über Aufzugsrouten und Auflagen stehen noch aus, mithin auch behördliche Entscheidungen. Gleichwohl fürchten die Organisatoren des über die Stadtgrenzen hinaus beliebten Weihnachtsmarktes im Werk 2, dass ihr Markt am 12. Dezember aufgrund der geplanten Demos nicht stattfinden kann. Seit Monaten werde das Ereignis von vielen ehrenamtlichen Helfern vorbereitet, erklärte etwa Sarah Formann vom Verein Halle 5 gegenüber der LVZ. Gerade an den Wochenenden sei der Besucherstrom sehr groß. „Wir sind auf die Einnahmen angewiesen.“ Schließlich sollen diese wieder dem soziokulturellen Zentrum zugute kommen.

 Landtagsabgeordnete Nagel meint: „Die Devise ist, die Nazi-Provokation am 12. Dezember zu vereiteln.“ Auch der harte Kern der Connewitzer Szene mobilisiert bereits für den Protest. „Also liebe AntifaschistInnen, am 12. Dezember nach Leipzig“, heißt es im Internetportal Indymedia. „Nazis von drei unterschiedlichen Strukturen durch die Straßen jagen.“

Von Frank Döring

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