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Lokales Rede in Leipzig: Merkel sieht Defizite bei Chancengleichheit
Leipzig Lokales Rede in Leipzig: Merkel sieht Defizite bei Chancengleichheit
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18:16 17.06.2015
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach am 17. Juni auf den 80. Deutschen Fürsorgetagen in Leipzig. Quelle: dpa
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Leipzig

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht Defizite bei der Chancengleichheit in Deutschland. Demokratie und Freiheit in der Bundesrepublik eröffneten zwar viele Spielräume. Aber: „Wir sollten nicht übersehen, dass die Teilhabechancen in unserer Gesellschaft nicht gleichmäßig verteilt sind“, sagte Merkel am Mittwoch beim 80. Deutschen Fürsorgetag in Leipzig. Es gebe Hürden für Flüchtlinge, Familien und ältere Menschen.

Merkel sprach sich in dem Zusammenhang für mehr Lehrer mit Migrationshintergrund an Deutschlands Schulen aus. Ein Drittel der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren in der Bundesrepublik habe inzwischen ausländische Wurzeln. Das bedeute ganz neue Herausforderungen. Deutschkenntnisse seien das A und O für eine gesellschaftliche Teilhabe. „Das leuchtet jedem ein. Denn wenn man sich nicht verständigen kann, dann ist es schwierig. Und wir wissen, dass gerade Deutschkenntnisse und Bildungsabschlüsse aufs engste zusammenhängen.“ Zudem wiesen Menschen mit Migrationshintergrund immer noch schlechtere Ausbildungsstatistiken auf, sagte Merkel. „Das heißt, auch hier muss weiter gearbeitet werden.“

Ein weiteres großes Problem in Deutschland sei die Alterung der Gesellschaft. „Unsere Städte, unsere Gemeinden sind noch nicht vorbereitet auf diesen demografischen Wandel.“ Altersgerechtes Wohnen, Mobilität, Infrastruktur, Gesundheitsversorgung - all das habe sehr viel mit Teilhabe zu tun. „Und wer heute nicht so mobil ist und im ländlichen Raum wohnt, der hat zum Teil schon große Schwierigkeiten.“

Die Bundesregierung arbeite deswegen daran, die Versorgung mit Ärzten im ländlichen Raum zu verbessern. „Aber das ist alles andere als ein Selbstläufer.“ Der 80. Deutsche Fürsorgetag steht unter dem Motto „Teilhaben und Teil sein“. Er wird veranstaltet vom Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge. 2000 Teilnehmer hatten sich für den dreitägigen Sozialkongress angemeldet.

dpa

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