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Lokales Reformationsjahr 2017 - CDU will Luther-Melanchton-Denkmal zurück
Leipzig Lokales Reformationsjahr 2017 - CDU will Luther-Melanchton-Denkmal zurück
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19:30 16.04.2013
Quelle: Stadtgeschichtliches Museum

Möglichst an historischem Ort auf dem Johannisplatz. Jetzt gibt es dafür politischen Rückenwind im Stadtrat. Die CDU-Stadtratsfraktion hat beantragt, das bürgerschaftliche Engagement zu unterstützen und das 1883 eingeweihte Reformationsdenkmal in geeigneter Form wieder zu errichten.

"Einen Ort dafür geben wir aber nicht vor, die Stadtverwaltung soll das prüfen und einen geeigneten Standort empfehlen", erklärt CDU-Stadtrat Stefan Billig. Ob Kopie oder Neuinterpretation - auch da sei alles offen. Da wäre vieles möglich: etwa eine Variante, die - beispielsweise durch Höhenreduzierung des Sockels - weniger dominant ausstrahlt. So würden die Reformatoren quasi "auf Augenhöhe" zum Betrachter rücken. "Das Denkmal sollte nur möglichst bis zum Lutherjahr 2017 stehen." Billig sieht das Denkmal als Chance, die Geschichte der Reformation in Leipzig sichtbar zu machen. Hinzu kommt: Es wurde Opfer nationalsozialistischer Kulturbarbarei. Das könnte wieder gutgemacht werden.

Das sechs Meter hohe Monument an der ebenfalls verschwundenen Johanniskirche wurde vom sächsischen Bildhauer Johannes Schilling (1828-1920) geschaffen. Es zeigt die beiden Giganten Luther und Melanchthon als Freunde und Partner. Leipziger Bürger hatten im Laufe von 50 Jahren einen Großteil der 91935 Reichsmark gesammelt, die die Aufstellung des auch kunsthistorisch interessanten Denkmals damals kostete. "Es handelt sich um das erste deutsche Doppeldenkmal, das zwei miteinander agierende Persönlichkeiten darstellt", sagt Rolf Haupt, der Chef des Vereins Luther-Melanchthon-Denkmal. Und stellt eins klar: "Wir wollen kein Geld von der Stadt. Um weitere Spenden bei Sponsoren einzuwerben, brauchen wir aber eine Zusage, ob das Denkmal aufgestellt werden kann."

Das will die CDU nun befördern. Bis 30. September - so der Antrag an den Rat - solle die Verwaltung einen Umsetzungsvorschlag machen und danach in Zusammenarbeit mit dem Verein die erforderlichen städtebaulichen Planungen einleiten. Klares Ziel sei die vollständige Finanzierung aus Spenden und anderen Drittmitteln, ohne Zuschuss der Stadt Leipzig. "Erfahrungsgemäß sind die Erfolgsaussichten christlich motivierter Spendenbereitschaft sehr hoch", heißt es. Der Verein geht von Kosten bis zu 300000 Euro aus, um das Monument zu gießen. Bislang gibt es ein kleines Modell des Bildhauers Markus Gläser. Originalunterlagen existieren nicht mehr. Das Sachverständigenforum "Kunst am Bau und im öffentlichen Raum" der Stadt lehnt es allerdings bereits ab, das Monument an der historischen Stelle originalgetreu zu errichten. Die CDU verweist in ihrem Antrag auch auf das Mendelssohn-Denkmal, das als Kopie im Promenadenring unweit der Thomaskirche seinen neuen Platz fand. Haupt hofft, dass die Initiative seines Vereins nun neuen Schwung bekommt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.04.2013

Orbeck, Mathias

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