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Regen drohte Leipziger Kläranlagen zu überfluten - Wasserwerke können gegensteuern

Regen drohte Leipziger Kläranlagen zu überfluten - Wasserwerke können gegensteuern

Unbemerkt von vielen Leipzigern haben die Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) in der Nacht zum Freitag auch um den Schutz ihrer eigenen Anlagen gerungen. Dies war notwendig, weil das Regenwasser durch die Kanalisation auf die Klärwerke des Unternehmens zuraste und diese zu überschwemmen drohte.

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Das Klärwerk Rosental in Leipzig

Quelle: André Kempner

Leipzig. "Mit unserer Kanalnetzsteuerung ist es gelungen, den Zulauf zu drosseln und größere Schäden zu verhindern", sagte am Freitag KWL-Sprecherin Sonja Stockmann.

Die prekäre Situation war nicht nur in Leipzig, sondern vor allem in Markkleeberg entstanden. "Unsere Experten haben ermittelt, dass dort pro Quadratmeter rund 80 Millimeter Niederschlag fielen", schilderte Stockmann. "Solche Regenmengen treten nur alle 50 Jahre auf und dafür ist unser Kanalnetz nicht ausgelegt." Das verkrafte lediglich Regengüsse, wie sie statistisch alle zwei bis drei Jahre auftreten. "Dafür hat ein Expertengremium ein Regelwerk erarbeitet, in das auch die regionalen Gegebenheiten eingerechnet werden."

Die Wasserwerke konnten deshalb am Donnerstagabend mit ihrer modernen Kanalnetzsteuerung nur bedingt gegensteuern. "Bei solchen Regenfällen strömt das Wasser mit hohem Druck in die Kanalisation und entwickelt vor allem in ihren Tiefpunkten eine enorme Wucht", so die Sprecherin. "Sie entweicht an Schwachstellen, wie zum Beispiel den GullyDeckeln, und drückt diese trotz ihres großen Gewichts nach oben."

Weil diese Wassermassen in der Nacht zum Freitag auf die Klärwerke zuströmten, konnte das Unternehmen die Fluten nur noch in letzter Minute in angrenzende Gräben und Flussläufe ableiten. "Das Wasser hätte unsere Kläranlagen nicht nur zum Überlaufen gebracht", betonte Stockmann. "Im schlimmsten Fall hätten es die Biologie der Anlagen weggespült - also die Bakterien und Mikroorganismen, die die Abwässer reinigen. Dann dauert es sehr lange, bis diese Biologie wieder aufgebaut werden kann."

Nicht ganz so viel Glück hatten die Wasserwerker mit ihren mehr als 100 Regenrückhalteanlagen. Diese sind zum Teil übergelaufen und die Gewalt des Wassers hat Kanäle an der Parthe und ein Entlastungsbauwerk an der östlichen Rietzschke in Mitleidenschaft gezogen.

Sichtbare Zeichen dafür sind die zahlreichen Lachen, die gestern noch im Leipziger Straßennetz zu sehen waren. "In einigen Straßen ist die Entwässerung defekt oder verstopft", räumte Stockmann ein. "Zusätzlich werden noch viele Keller ausgepumpt und das Grundwasser steht sehr hoch. Viele Gärten und Wiesen sind vor allem deshalb noch überflutet."

Bei den Stadtwerken Leipzig (SWL) hieß es gestern, dass es durch einen Defekt im Netz der Deutschen Bahn zu einem Spannungseinbruch im Umspannwerk im Zentrum-Nord gekommen sei, der für den Bruchteil einer Sekunde Stromschwankungen auslöste. Außerdem hat ein Blitzeinschlag gegen 20.20 Uhr in Grünau einen Versorgungsausfall in der Alten Salzstraße verursacht, der nach einer Stunde behoben war.

"Weil viele Keller voll Wasser liefen, mussten wir auf Anfrage der Feuerwehr die Stromversorgung in gut einem Dutzend Häusern unterbrechen", sagte SWL-Sprecherin Miriam Reiß. Nach dem Auspumpen würden die Kunden wieder ans Netz angeschlossen, sofern ein Elektrounternehmen zuvor die Sicherheit bestätigt habe. "Das kann sehr schnell gehen", so Reiß. "Wir gehen davon aus, dass alle Gebäude im Laufe des Tages wieder versorgt werden können."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.06.2013

Tappert, Andreas

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