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Lokales Kretschmer legt in Leipziger OP-Saal Hand an
Leipzig Lokales Kretschmer legt in Leipziger OP-Saal Hand an
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23:06 18.01.2018
Ministerpräsident Kretschmer (links) bei seinem Antrittsbesuch an der Uni Leipzig, hier im Operationssaal der Zukunft. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Bei seinem Antrittsbesuch der Leipziger Uni hat Sachsens Ministerpräsident nach Gesprächen mit der Unirektorin auch dem Operationssaal der Zukunft am Innovationszentrum für computerassistierte Chirurgie (Iccas) am Donnerstag einen Besuch abgestattet. „Wir simulieren jetzt mal die Entfernung von Polypen mit einem sensiblen Eingriff in den Nasennebenhöhlen“, meinte Professor Andreas Dietz, der die HNO-Klinik der Uni leitet und einst zu den Iccas-Gründern gehörte.

Kretschmer, der als technikaffin gilt, ließ sich nicht lange bitten und ging in dem mit Monitoren und vernetzten Hightech-Geräten gefüllten Raum ans Werk. Geführt von einem 3D-Navigationssystem setzte er das Endoskop bei einer Patientenpuppe an. „Sie müssen immer die Bildgebung vom Operationsgebiet im Blick haben“, erklärte Dietz. „Das System ist mitdenkend angelegt“, sagte Iccas-Direktor Professor Andreas Melzer. Nach zehn Minuten war der chirurgische Versuch des diplomierten Wirtschaftsingenieurs Kretschmer beendet und er hakte nach, ob es schon praktische Anwendungen gebe. Die Verzahnung mit der klinischen Praxis sei am Iccas sehr ausgeprägt, erzählte Melzer und verwies auch auf Firmen-Ausgründungen. Dazu gehöre die Phacon GmbH, die Modelle von Körperteilen für chirurgische Trainingszwecke fertige. „Der Phantom-Kopf, an dem Sie gerade operiert haben, stammt von diesem Leipziger Unternehmen.“

Gleich neben dem futuristisch wirkenden OP-Bereich machte Kretschmer mit einem Roboter Bekanntschaft, der im Dienst des medizischen Fortschritts steht. Ferngesteuert agiert er präzise mit einem Ultraschallgeber und manifestiert ein großes Projekt, bei dem das Iccas und die TU Dresden an einem Strang ziehen. Bei dem vom Bund mit sechs Millionen Euro geförderten Vorhaben namens Sono-Ray geht es um die Kombination von Strahlentherapie und fokussiertem Ultraschall, um Tumorerkrankungen perspektivisch noch effektiver behandeln zu können. Kretschmer attestierte dem Iccas eine beeindruckende Entwicklung. „Ich war ja vor mehr als zehn Jahren schon einmal hier, da war das Zentrum noch in der Aufbauphase.“ 2005 eingerichtet, hat das Iccas heute fast 90 Mitarbeiter und ist international renommiert.

Am Nachmittag traf sich der Ministerpräsident mit Studenten und Dozenten der erziehungswissenschaftlichen Fakultät. Bei der Diskussionsrunde zur Lehrerausbildung waren auch Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) und Kultusminister Christian Piwarz (CDU) dabei. Rektorin Professorin Beate Schücking sagte zum Besuch Kretschmers: „Wir haben ihn in der Vergangenheit bereits als engagierten Wissenschaftspolitiker auf Bundesebene kennengelernt, nun wollen wir für das weitere Wachstum unserer Universität werben.“

Mario Beck

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