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Reichsbürger schweigt zum Tod seiner Mutter

Reichsbürger schweigt zum Tod seiner Mutter

Lebte ein rechtsextremer Eigenbrötler monatelang mit seiner toten Mutter in einem verfallenen Lindenauer Einfami- lienhaus? Nach dem Fund der Leiche einer 86-jährigen Frau am Mittwoch in der Erich-Zeigner-Allee schließen das die Ermittler nicht aus.

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Verfallenes Haus: In der ersten Etage des Gebäudes fanden Einsatzkräfte die Leiche.

Quelle: André Kempner

Anni D. wohnte dort mit ihrem Sohn Frank Feiertag, eine Art Künstlername, den sich der 50-Jährige gegeben hatte. Vor zehn Jahren war Feiertag noch in der rechtsextremen Szene aktiv, bestritt in Leipzig Kundgebungen mit dem bekannten Hamburger Neonazi Christian Worch. Derzeit gilt er in Ermittlerkreisen eher als verschrobener Sonderling aus dem Lager der sogenannten Reichsbürger. Diese behaupten, das Deutsche Reich bestehe fort und lehnen die gegenwärtige staatliche Ordnung ab. So haben sie eigene Personaldokumente, Feiertag soll deshalb wegen Urkundenfälschung vorbestraft sein. Und sie verbeißen sich in Verschwörungstheorien. Als Staatsschützer vor ein paar Jahren das Anwesen in Lindenau durchsuchten, stießen sie auf massenhaft Aktenordner mit juristischen Dokumenten. Im aktuellen Fall ging es um Stalking. Feiertag soll laut Polizei eine Frau verfolgt haben, am 27. September wurde er deshalb festgenommen. Hinter Gitter kam er, weil gegen ihn ein offener Haftbefehl wegen einer politisch motivierten Straftat vorlag. Das Grundstück sei "im Zuge der Gefahrenabwehr" durchsucht worden, so Polizeisprecher Uwe Voigt, denn Anni D. sei längere Zeit nicht mehr gesehen worden. In der ersten Etage des mit Büchern und Papieren überfüllten Hauses entdeckten Einsatzkräfte die mumifizierte Leiche der Rentnerin, bargen sie per Teleskopmast der Feuerwehr durchs Fenster, weil das verwinkelte Haus kaum begehbar war. Etwa sechs Monate hat die Tote in dem Haus gelegen, so die Polizei, wahrscheinlich sogar länger. Eine Straftat sei aber ausgeschlossen. Nähere Hinweise dürfte eine Obduktion liefern,

Feiertag soll sich bisher noch nicht zum Tod seiner Mutter geäußert haben. "Aber wir wollen natürlich sehr genau wissen, wo er die letzten Monate gelebt hat", so ein Beamter.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.10.2013

Frank Döring

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