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Lokales Reif für die zweite Liga: Stadt Leipzig stellt Verkehrskonzept Sportforum vor
Leipzig Lokales Reif für die zweite Liga: Stadt Leipzig stellt Verkehrskonzept Sportforum vor
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17:31 13.05.2014
Nadelöhr Jahnallee: Die Stadt will Sportfans und Konzertbesucher vor allem auf die Schiene und aufs Rad bringen. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Tenor: Der Verkehrsinfarkt ist nicht zu befürchten. Stattdessen sollen Sportfans und Konzertbesucher vor allem mit Bus, Bahn und Fahrrad anreisen. Mehr Pkw-Stellplätze wird es nicht geben – und der Stadionvorplatz bleibt autofrei.

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„Das Glück vor Augen - und ich gehe fest davon aus, dass es so kommt – einen Leipziger Fußballverein in der zweiten Bundesliga spielen zu sehen“, so Sportbürgermeister Heiko Rosentahl (Linke), stelle man nun ein mit RB Leipzig, Stadionbetreiber ZSL und Leipziger Verkehrsbetrieben abgestimmtes Papier vor. Gemessen an der Finanzlage Leipzigs sei das „ein Meilenstein“, so ZSL-Chef Winfried Lonzen.

Die Szenarien der Verkehrsplaner sehen so aus: Bei Open-Air-Konzerten werden bis zu 50.000 Besucher zum Sportforum strömen. In die Arena passen bis zu 12.000 Gäste und bei Zweitliga-Spielen in der Red Bull Arena gehen die Planer immer noch von durchschnittlich 10.000 bis 20.000 Fans aus.

Für sie stehen derzeit rund 3000 Pkw-Stellplätze im direkten Stadionumfeld zur Verfügung. Wer komfortabel vorfahren will, soll nach Vorstellung von Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) künftig den Parkplatz vorher übers Internet buchen. Der Stadionvorplatz wird aber künftig für Autos tabu sein. Über die Fläche sollen die Besuchermassen Richtung Waldstraße fließen. Außerdem soll der Platz als Aufstellfläche für Polizei, Rettungs- und Ordnungskräfte dienen.

ViP-Tiefgarage und neue Fahrrad-Stellplätze

Quelle: Stadt Leipzig

Rund 450 ViP-Parkplätze könnten in einer Tiefgarage im Stadion zur Verfügung gestellt werden, so Michael Jana vom Verkehrs- und Tiefbauamt. Ein zusätzliches Parkhaus am Stadion will die Stadt aus Kostengründen nicht bauen. „Wir würden das schon favorisieren“, stellte Lonzen klar und sieht auch Potenzial, Stellplätze an Anwohner des Waldstraßenviertels zu vermieten.

Dafür wird es rund um das Stadion perspektivisch mehr Fahrrad-Parkplätze geben, auch auf dem großen Vorplatz. In der Vergangenheit blieb kein Zaun und kein Laternenmast mehr frei. Wo immer es ging, ketteten Besucher ihre Zweiräder fest. In den nächsten Jahren sollen 1500 neue Fahrradbügel aufgestellt werden, die ersten 100 kommen noch in diesem Jahr. „Wir untersuchen im direkten Stadionumfeld die Möglichkeiten“, so Michael Jana. In Frage kämen der Stadionvorplatz, die Friedrich-Ebert-Straße sowie Bereiche an der Festwiese und an der Haltestelle Sportforum.

Zeitweise Sperrung der Jahnallee

Park+Ride-Plätze sollen besser beschildert werden. Quelle: Stadt Leipzig

Auswärtige Besucher sollen dagegen stärker auf die Park+Ride-Plätze hingewiesen und von dort über eine neue Beschilderung besser über Bahnlinien zum Sportforum informiert werden. Zu den Sofortmaßnahmen für rund 124.000 Euro gehören auch Maßnahmen zur Verkehrssicherheit: Die Verkehrswege zu den LVB-Haltestellen sollen verbessert werden. Dazu gehört auch die Beleuchtung und ausreichend Platz für massenhaft viele Fahrgäste, die ein- und aussteigen müssen. Damit die Bahnen auch tatsächlich zügig fahren können, werde auch eine zeitweise Sperrung der Jahnallee von der Zschocherschen Straße bis zur Leibnizstraße geprüft. „30 bis 45 Minuten nach einer Veranstaltung sind denkbar“, so Jana.

Fan- und Fernbusse sind ebenfalls im Konzept berücksichtig: Im Bereich Hans-Driesch-Straße gibt es außerdem Stellflächen für sechs bis acht Busse. Weitere zwölf Busse sollen mittelfristig am Cottaweg parken können.

Waldstraßenviertel geht vorerst leer aus

Und die Anwohner des Waldstraßenviertels? Ihnen wird „Priorität 1“ im Anwohnerschutzprogramm eingeräumt. Doch die Pläne sind noch schwammig und „im Herbst werden wir noch nichts umgesetzt haben“, stellte Jana klar. Im Gespräch ist eine im Amtsdeutsch „Bepförtnerung“ des Quartiers. Poller und Schranken sollen die Zufahrt für Auswärtige unmöglich machen. Auch das Anwohnerparken müsse mit den Beteiligten diskutiert werden.

Eins stellte Bürgermeister Rosenthal klar: Auch wenn das Nutzungskonzept noch nicht in allen Punkten steht, wird die Stadt falls nötig mit Vollsperrungen das Quartier vor Parktouristen schützen. „Das haben wir ja auch schon so gehandhabt“, sagte er. Dagegen werde die Stadt keine „Abschlepp-Strategie“ aus der Schublade ziehen. Rosenthal: „Die Politessen kontrollieren in zwei Schichten. Und das ist derzeit auch ausreichend.“

Im Juni geht das Konzept in den Stadtrat. Der wird sich auch die Finanzen genau betrachten müssen. In den kommenden zweieinhalb Jahren geht die Stadt von 1,16 Millionen Euro an Investitionen aus. Mittelfristig müsste Leipzig weitere 4,66 Millionen Euro für ein reibungsloses Verkehrskonzept planen, auf das langfristig noch einmal 2,65 Millionen Euro draufgesattelt werden sollen.

Evelyn ter Vehn

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