Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Reisende arrangieren sich mit Lokführerstreik - Am Montag Normalbetrieb erwartet
Leipzig Lokales Reisende arrangieren sich mit Lokführerstreik - Am Montag Normalbetrieb erwartet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:49 17.07.2015
Gähnende Leere auf dem Leipziger Hauptbahnhof durch den Lokführerstreik. Quelle: Wolfgang Zeyen
Anzeige
Leipzig

Obwohl die Anzeigetafeln reihenweise Zugausfälle und Schienenersatzverkehr anzeigten, gab es keine größeren Mengen Wartender.

Auch eine Bahnsprecherin in Berlin sagte, sie habe keine Hinweise auf größere Probleme. Der Ersatzfahrplan habe sich bewährt, etwa jeder dritte Fernverkehrszug sei auf die Strecke geschickt worden. In der Region Leipzig seien sogar 30 Züge mehr eingesetzt worden als ursprünglich vorgesehen.

Ziel war, dass nach Streikende am Montagmorgen um 4.00 Uhr alle Züge dort stehen, wo sie gebraucht werden. Mit Blick vom Sonntag sei davon auszugehen, dass der Verkehr dann wieder weitgehend normal laufen wird, sagte die Bahnsprecherin. Zu kleinen Verspätungen und einzelnen Zugausfällen könne es dennoch kommen.  Mit dem Streik kämpft die GDL neben einem Lokführer-Lohnplus und geringeren Arbeitszeiten auch dafür, für das gesamte Bordpersonal verhandeln zu dürfen - bislang ist dafür eine andere Gewerkschaft zuständig.

Alle rund 4000 Mitglieder der Gewerkschaft in Mitteldeutschland hätten sich am Streik beteiligt, sagte Vize-Bezirkschef, Manfred Ohme. „Die Streikendenfront steht wie eine Eins.“ Zur teils lauten Kritik an dem langen Streik sagte er, die Forderungen seien nicht anders durchzusetzen. Die Lokführer fühlten sich als Buhmänner der Nation.

Kurze Besuche in den Bahnhöfen von Magdeburg, Dresden und Erfurt am Sonntagmittag zeigten: Es gab keine großen Menschenmengen und keine langen Warteschlangen an den Haltestellen von Fernbussen und Schienenersatzverkehr. In den Zügen, die fuhren, waren noch Plätze frei - etwa in Regionalbahnen von Magdeburg nach Halle und Magdeburg nach Uelzen. In den Bahnhofshallen und auf den Bahnsteigen war viel Personal unterwegs, das die Reisenden informierte. Am Nachmittag waren die Auslagen etwa bei den Bäckern und Imbissständen im Vergleich zu anderen Sonntagen noch gut bestückt.

Am Erfurter Bahnhof war ebenfalls wenig los, nur in den Geschäften erledigten viele ihren Sonntagseinkauf. An den Bahngleisen warteten einzelne Reisende auf den nächsten Zug. Im Regionalverkehr setzte die Bahn von Erfurt aus Busse ein, die gut genutzt wurden. Am Dresdner Hauptbahnhof sagte eine 50-jährige Frau aus Braunschweig, die nach einem Besuch bei ihrer Tochter wieder nach Hause zurückwollte: „Nein, für den Streik der Lokführer habe ich kein Verständnis. Mal fünf Stunden ja - aber nicht zwei Tage. Das ist ein großer Imageschaden für die Bahn.“

Viele Fahrgäste stiegen auf das Auto um, aber auch auf Fernbusse. Matthias Schröter, Sprecher des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer in Berlin, sagte: „Die GDL hat den Unternehmen mit ihrem Streik das beste Fernbuswochenende seit der Liberalisierung des Fernbusmarktes beschert. Auch wenn ich noch keine Zahlen habe - unsere Erwartungen wurden übertroffen.“

Auch Florian Rabe vom Busunternehmen Mein Fernbus bestätigte: „Das Wochenende war für uns überaus erfolgreich. Wir haben mehr als 100 zusätzliche Fahrten eingesetzt.“ Besonders stark sei die Nachfrage auf Verbindungen nach Thüringen gewesen. Dort endeten am Sonntag die Herbstferien. In Sachsen haben an diesem Wochenende die Herbstferien begonnen.  

Trotz des Streiks gab es auf den Autobahnen in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen keine größeren Störungen. „Wir haben normalen Sonntagsverkehr“, sagte ein Sprecher der Thüringer Autobahnpolizei am Nachmittag. Auch in Sachsen-Anhalt und Sachsen gab es ähnliche Auskünfte.

Dörthe Hein, Ralf Hübner und Stefan Engelbrecht, dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am zweiten Tag des Lokführerstreiks ist das Ersatzkonzept nach Angaben der Deutschen Bahn stabil angelaufen. Es sei auch davon auszugehen, dass das den ganzen Tag über so bleibe, sagte eine Bahnsprecherin am Sonntagmorgen in Berlin.

19.10.2014

Wegen des Streiks der Lokführer-Gewerkschaft GDL steigen am Wochenende zahlreiche Reisende auf Fernbusse um. Die Anbieter verzeichnen erheblich mehr Buchungen als üblich, auch an der Haltestelle in der Leipziger Goethestraße herrschte schon am Samstagvormittag großer Andrang.

18.10.2014

Die Lokführer-Gewerkschaft (GDL) hat am Samstag einen zweitägigen Streik im Personenverkehr der Bahn begonnen. „Betroffen ist der Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr“, sagte eine Bahn-Sprecherin am Morgen in Berlin.

18.10.2014
Anzeige