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Reisende arrangieren sich mit Lokführerstreik - Am Montag Normalbetrieb erwartet

Reisende arrangieren sich mit Lokführerstreik - Am Montag Normalbetrieb erwartet

Die Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben sich offenbar mit dem 50-stündigen Lokführerstreik arrangiert. An den Bahnhöfen bot sich am Sonntag, dem zweiten Tag des Ausstands, ein entspanntes Bild.

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Gähnende Leere auf dem Leipziger Hauptbahnhof durch den Lokführerstreik.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Obwohl die Anzeigetafeln reihenweise Zugausfälle und Schienenersatzverkehr anzeigten, gab es keine größeren Mengen Wartender.

Auch eine Bahnsprecherin in Berlin sagte, sie habe keine Hinweise auf größere Probleme. Der Ersatzfahrplan habe sich bewährt, etwa jeder dritte Fernverkehrszug sei auf die Strecke geschickt worden. In der Region Leipzig seien sogar 30 Züge mehr eingesetzt worden als ursprünglich vorgesehen.

Ziel war, dass nach Streikende am Montagmorgen um 4.00 Uhr alle Züge dort stehen, wo sie gebraucht werden. Mit Blick vom Sonntag sei davon auszugehen, dass der Verkehr dann wieder weitgehend normal laufen wird, sagte die Bahnsprecherin. Zu kleinen Verspätungen und einzelnen Zugausfällen könne es dennoch kommen.  Mit dem Streik kämpft die GDL neben einem Lokführer-Lohnplus und geringeren Arbeitszeiten auch dafür, für das gesamte Bordpersonal verhandeln zu dürfen - bislang ist dafür eine andere Gewerkschaft zuständig.

Alle rund 4000 Mitglieder der Gewerkschaft in Mitteldeutschland hätten sich am Streik beteiligt, sagte Vize-Bezirkschef, Manfred Ohme. „Die Streikendenfront steht wie eine Eins.“ Zur teils lauten Kritik an dem langen Streik sagte er, die Forderungen seien nicht anders durchzusetzen. Die Lokführer fühlten sich als Buhmänner der Nation.

Kurze Besuche in den Bahnhöfen von Magdeburg, Dresden und Erfurt am Sonntagmittag zeigten: Es gab keine großen Menschenmengen und keine langen Warteschlangen an den Haltestellen von Fernbussen und Schienenersatzverkehr. In den Zügen, die fuhren, waren noch Plätze frei - etwa in Regionalbahnen von Magdeburg nach Halle und Magdeburg nach Uelzen. In den Bahnhofshallen und auf den Bahnsteigen war viel Personal unterwegs, das die Reisenden informierte. Am Nachmittag waren die Auslagen etwa bei den Bäckern und Imbissständen im Vergleich zu anderen Sonntagen noch gut bestückt.

Am Erfurter Bahnhof war ebenfalls wenig los, nur in den Geschäften erledigten viele ihren Sonntagseinkauf. An den Bahngleisen warteten einzelne Reisende auf den nächsten Zug. Im Regionalverkehr setzte die Bahn von Erfurt aus Busse ein, die gut genutzt wurden. Am Dresdner Hauptbahnhof sagte eine 50-jährige Frau aus Braunschweig, die nach einem Besuch bei ihrer Tochter wieder nach Hause zurückwollte: „Nein, für den Streik der Lokführer habe ich kein Verständnis. Mal fünf Stunden ja - aber nicht zwei Tage. Das ist ein großer Imageschaden für die Bahn.“

Viele Fahrgäste stiegen auf das Auto um, aber auch auf Fernbusse. Matthias Schröter, Sprecher des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer in Berlin, sagte: „Die GDL hat den Unternehmen mit ihrem Streik das beste Fernbuswochenende seit der Liberalisierung des Fernbusmarktes beschert. Auch wenn ich noch keine Zahlen habe - unsere Erwartungen wurden übertroffen.“

Auch Florian Rabe vom Busunternehmen Mein Fernbus bestätigte: „Das Wochenende war für uns überaus erfolgreich. Wir haben mehr als 100 zusätzliche Fahrten eingesetzt.“ Besonders stark sei die Nachfrage auf Verbindungen nach Thüringen gewesen. Dort endeten am Sonntag die Herbstferien. In Sachsen haben an diesem Wochenende die Herbstferien begonnen.  

Trotz des Streiks gab es auf den Autobahnen in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen keine größeren Störungen. „Wir haben normalen Sonntagsverkehr“, sagte ein Sprecher der Thüringer Autobahnpolizei am Nachmittag. Auch in Sachsen-Anhalt und Sachsen gab es ähnliche Auskünfte.

Dörthe Hein, Ralf Hübner und Stefan Engelbrecht, dpa

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