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Lokales Reisender Richter entscheidet Bußgeldverfahren in Leipzig
Leipzig Lokales Reisender Richter entscheidet Bußgeldverfahren in Leipzig
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20:14 28.07.2016
Justitia - Symbolbild Quelle: dpa
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Leipzig

Der reisende Amtsrichter Egmont Feuerabendt aus Bayreuth hat in Leipzig Station gemacht. Der 63-Jährige verhandelte in der auf Verkehrsdelikte spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei WKR Germany in der Nikolaistraße 47 zwei Bußgeldverfahren. „Eine Verhandlung in einer anderen Leipziger Kanzlei habe ich schon hinter mir“, erklärte der Jurist am vergangenen Freitagabend, „und morgen kommen noch ein paar in Thüringen dazu.“

Andere Kollegen, die wie er für ihre Prozesse auf Reisen gehen, kennt Feuerabendt nicht. Dabei wäre das denen auch erlaubt. Auf seine Idee, Verhandlungen in anderen Städten durchzuführen, kam der Bayreuther schon vor Jahren. „Einen Angeklagten hatte ich mehrfach vorgeladen, aber er ist immer wieder nicht zur Verhandlung gekommen“, erzählte er. „Dann habe ich eben gesagt, jetzt komme ich zu Ihnen.“

In der Leipziger Nikolaistraße vertrat Detlef Grube, Fachanwalt für Verkehrsrecht, zwei Mandanten mit Geschwindigkeitsverstößen. Beide waren auf der Autobahn A9 bei Bayreuth zu schnell. Der erste Fall erledigte sich in wenigen Minuten. Grubes Mandant war 21 Stundenkilometer zu schnell, das macht laut Bußgeldkatalog 70 Euro und einen Punkt. Eigentlich. Denn der Leipziger Verkehrsanwalt argumentierte, die Fehlertoleranz, die vom gemessenen Wert abgezogen wird, sei beim eingesetzten Messgerät zu klein. Deshalb zog Richter Feuerabendt in seinem Urteil noch einen Kilometer pro Stunde ab. Übrig bleiben 20 Stundenkilometer zu schnell und siebzig Euro. „Damit kann mein Mandant gut leben“, sagte Grube, „denn der Punkt in Flensburg fällt weg.“

Nach gut 15 Minuten war die Sitzung des Amtsgerichts Bayreuth mitten in Leipzig wieder vorbei. Richter Egmont Feuerabendt reiste nach Weimar. Dort tagte sein Gericht am nächsten Tag – wieder in einer Kanzlei.

A.T.

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