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Lokales Rekorderlös von 65 000 Euro – Richie Müller kommt zum Geldausschütten
Leipzig Lokales Rekorderlös von 65 000 Euro – Richie Müller kommt zum Geldausschütten
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21:25 19.03.2018
Rekorderlös der Porsche-Tombola: 65 000 Euro konnte die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ mit Hilfe des Autobauers für die gute Sache einwerben. Ein Teil des Geldes wurde ans Projekt Friesennest im Haus Leben in der Friesenstraße gegeben. Dabei war auch Schauspieler Richy Müller (links), der beim Opernball den Porsche 718 Cayman als Hauptgewinn der Tombola präsentiert hatte. Weiterhin im Bild: Vivian Honert-Boddin (Geschäftsführerin der Opernball Leipzig Production GmbH), Dr. Claudia Nerius (Vorstandsvorsitzende der Stiftung „Leipzig hilft Kindern“), Gerd Rupp (Vorsitzender der Geschäftsführung im Porsche Werk Leipzig) und Danilo Friedrich (Goldherz Charity Foundation) bei der Spendenübergabe. Quelle: André Kempner
Leipzig

Schauspieler Richy Müller (Tatort Stuttgart) kam am Montag extra nach Leipzig, um bei der Übergabe des Tombola-Erlöses vom Leipziger Opernball 2017 dabei zu sein. Erstmals konnte durch den Losverkauf die Rekordsumme von 65 000 Euro eingenommen werden. Es ist die höchste Summe, die die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ seit ihrem Bestehen als Einzelspende erhalten hat. Maßgeblich für den Erlös war der attraktive Hauptpreis, der Porsche 781 Cayman, aber auch die Tatsache, dass mehr Lose als je zuvor auf dem Ball verkauft wurden. Richy Müller hatte den schnuckligen Sportwagen am 4. November selbst auf die Opernbühne gefahren und später der glücklichen Gewinnerin mit übergeben. „Nun freue ich mich, auch den weiteren Weg der Spenden begleiten zu können“, sagte der Schauspieler. „Mein Ziel ist es, tatsächlich etwas zu bewegen und den Bekanntheitsgrad der Projekte zu steigern. Wenn es einem selbst gut geht, sollte man auch etwas weitergeben.“

Zur Übergabe an die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ trafen sich alle Akteure – von Porsche, Opernball GmbH, Haus Leben und Stiftung – gestern im ehemaligen Friesenkrankenhaus in Lindenau. Denn dort sitzt einer der Empfänger – das Friesennest im Haus Leben, das Kinder und Jugendliche während der Krebserkrankung ihrer Eltern betreut. Es ist die einzige Einrichtung dieser Art in Leipzig. „Wir freuen uns sehr über die Unterstützung“, erklärte Michaela Bax vom Vorstand des Vereins Haus Leben. Denn: Weil die Kinder gesund sind, werden die Angebote im Friesennest von keiner Krankenkasse übernommen. Auf der anderen Seite können langfristige Schäden bei den Kindern vermieden werden. Laut Studien würden 30 Prozent der Kinder krebskranker Eltern ohne eine professionelle Betreuung später auffällig, berichtete Bax. So bietet im Friesennest zum Beispiel Kunsttherapeutin Marlies Doehler-Bischoff den kleinen Besuchern Möglichkeiten, sich beim Malen Luft zu machen. Die Kinder überwinden ihre Sprachlosigkeit, finden einen „krebsfreien Raum“ vor, können mal durchatmen. Eltern bekommen Hilfe, damit sie ihren Kindern die Diagnose schonend beibringen können. Die plagen oft ungeahnte Sorgen: Dass sie schuld seien an der Krankheit der Mutter oder des Vaters, denken viele Kinder – vor allem die Jüngsten. Der Altersschnitt im Friesennest liegt bei acht Jahren; es waren aber auch schon Drei- und 18-Jährige dabei. Zurzeit werden zwölf Familien mit insgesamt 14 Kindern betreut. Das Haus Leben als Ganzes kümmert sich zudem jedes Jahr direkt um insgesamt rund 2000 Patienten – mit Tai-Chi- oder Chi-Gong-Kursen, mit rechtlichen Beratungen, Selbsthilfegruppen, Ernährungsberatung. Frauen bekommen kosmetische Unterstützung, wenn die Haare und Augenbrauen durch eine Chemotherapie ausfallen.

Weitere Empfänger des Tombola-Erlöses sind das Projekt Herzchen-Yoga, das Sportkurse für Kinder mit angeborenen Herzfehlern anbietet, sowie das Projekt Starter-Kit. Es hilft jungen Menschen, die im Heim groß geworden sind, unter anderem mit einem Möbelgutschein beim Start in die erste eigene Wohnung.

„Der Leipziger Opernball steht für Glanz und Glamour. Gleichzeitig aber auch für soziales Engagement. Umso mehr freue ich mich, dass im vergangenen Jahr diese Rekordsumme erzielt werden konnte. Ein tolles Ergebnis, von dem nun noch mehr soziale Projekte profitieren“, zeigte sich Gerd Rupp, Chef des Leipziger Porsche-Werkes, höchst zufrieden. Dank der attraktiven Tombola-Preise, allen voran aufgrund des Sportwagens, ist die Nachfrage nach Losen jedes Jahr riesig. „Mit unserem sozialen Engagement möchten wir auch Danke sagen für 18 Jahre Erfolgsgeschichte in Leipzig“, sagte Rupp. Insgesamt seien so in den vergangenen Jahren bereits rund 180 000 Euro gespendet worden.

Im nächsten Jahr dürfte der Erlös der Opernball-Tombola noch größer ausfallen, denn die Lospreise steigen 2018 von zehn auf 15 Euro. Damit können dann noch mehr Gelder ausgeschüttet werden. „Viele gemeinnützige Vereine wissen aber gar nicht, wie sie an die Fördermittel kommen können“, bedauert Cheforganisatorin Vivian Honert-Boddin. Sie ermutigt all jene, die Projekte mit Kindern betreiben, sich auf der Webseite von „Leipzig hilft Kindern“ zu informieren und einen entsprechenden Antrag zu stellen. Auch die Stiftungsvorsitzende Claudia Nerius weist darauf hin, dass sich Vereine mit Projekten zugunsten von Kindern jederzeit um Förderung bewerben können.

Nerius ist das Haus Leben in den vergangenen Jahren ans Herz gewachsen. Vor einigen Jahren schenkte ihr die Tochter einer krebskranken Frau beim Besuch im Friesennest ein Bild. „Es hängt bei uns zu Hause an der Wand“, berichtete die Stiftungsvorsitzende. Umso mehr freute sie sich, als sie nun erfuhr: Die Mutter ist wieder gesund.

Die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ wurde 2009 gegründet – zu den heutigen Stiftern gehören das Gewandhaus, die Sparkasse Leipzig, die Verbundnetz Gas AG, die Porsche AG und die Leipziger Volkszeitung.

www.leipzig-hilft-kindern.de

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