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Lokales Rekordtempo bei Bauarbeiten
Leipzig Lokales Rekordtempo bei Bauarbeiten
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15:10 18.07.2017
Die ersten Fluggäste am Flughafen Halle/Leipzig wurden von Flughafenchef Major a. D. Göbel (Mitte) persönlich begrüßt.  Quelle: Archiv Flughafen Leipzig Halle
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Leipzig

Der Chef des halleschen Hochbauamtes, Stadtbaurat Jost, rief seine Mitarbeiter drei Monate nach der Baugenehmigung für den Flughafen am 30. Dezember 1926 auf: „Ich weise alle beteiligten Herren des Hochbauamtes mit besonderem Nachdruck darauf hin, dass es für das Hochbauamt und für jeden einzelnen Beteiligten Ehrensache sein muss, trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse dieses Ziel der Fertigstellung zu dem frühesten Zeitpunkt unter allen Umständen zu erzwingen. Insbesondere erwarte ich, dass keine Stelle es sich damit genügen lässt, den Anforderungen des Vorgesetzten nachzukommen, sondern dass jeder einzelne an seinem Teil aus eigener Initiative alle diejenigen Schritte tut, die zur Förderung der Arbeit denkbar sind.“ Grund für diesen Aufruf war, dass bis spätestens 1. April 1927 der Antrag zur Betriebserlaubnis vorliegen musste.

500 Handwerker und Arbeiter

„Wer von Leipzig heute mit der Außenbahn nach dem benachbarten preußischen Städtchen fährt und über den Bahnhof nach dem nahen Flugplatz wandert, wird erstaunt sein, welchen Fortschritt der Bau des neuen Flughafens bereits gemacht hat“, heißt es in einem Schkeuditzer Tageblatt vom März 1927. „Auf dem Platze, einem der größten Flughäfen Deutschlands, herrscht … reges Treiben. 500 Handwerker und Arbeiter sind fleißig am Werke, um die große Flughalle, die fast zu drei Vierteln dasteht, unter Dach und Fach zu bringen“, geht der Baustellenbericht weiter. Jene Halle, die da erwähnt wird, ist 150 Meter breit, 15 Meter hoch und 30 Meter tief und am 14. März fertiggestellt.

46.000 Liter Treibstoff fassten unterirdische Tanks. Quelle: Archiv Flughafen Leipzig/Halle

46 000 Liter Tankanlage

Genauso beeindruckend, aber unterirdisch gebaut, war die Tankanlage: Als Teil der von Professor Paul Thiersch (Burg Giebichenstein) entworfenen Gesamtanlage wurde die 46 000 Liter Treibstoff fassende Anlage gebaut. Sie bestand aus zwei 20 000-Liter-Tanks, zwei 3000-Liter-Mischbehältern und drei Zapfstellen auf dem Vorfeld. Das war im Jahr 1927 ein technisches Novum und ein enormer Wettbewerbsvorteil des Flughafens.

Alle Serienteile

Alle Teile der LVZ-Serie "90 Jahre Flughafen Leipzig/Halle" finden Sie hier!

600 Kilometer Funk-Reichweite

In nur acht Wochen stand in Kursdorf das Funksendehaus. Diese leistungsstarke Funkstation hatte einen 300-Watt-Lorenzsender mit einer Reichweite von 600 Kilometern. Dort in Kursdorf waren übrigens auch die vier im Abstand von 90 Metern errichteten 45 Meter hohen Stahlgittermasten für die Sendeantenne verankert. Heute zum Airportgelände gehörend, befand sich die Flughafen-Großfunkstelle 1927 2,3 Kilometer nordöstlich des eigentlichen Flughafens. Das Rufzeichen war AEL.

16 Arbeitskräfte für den Flughafen

Im März 1927 wurde das Personal für den Flughafen ausgewählt und verpflichtet. Für den gesamten Flughafen brauchte man 16 Arbeitskräfte, inklusive Reinigungspersonal. Darunter befanden sich, außer Platzmeister und Reparaturpersonal, ein Schmied und drei Arbeiter für die Landelichter und den Rauchofen auf dem Platz. Die Anforderungen an die Flughafenmitarbeiter: „Jung, gesund, wetterfest und ausgebildet im Treckerfahren.“

Seite aus dem Schkeuditzer Tageblatt. Quelle: LVZ-Archiv

Die Eröffnung

Am 19. April 1927 sollte, mit dem ersten Tag des Sommerflugverkehrs, der Platz eröffnet werden. Da begann es zu regnen, so stark, dass der Platz aufweichte. Rollversuche am 18. April ergaben, dass der Platz nicht angeflogen werden kann, weil die Gefahr bestand, dass landende Flugzeuge sich überschlagen. Nach umfangreichen Verfestigungsarbeiten konnten am 25. April 1927 die ersten Fluggäste am Flughafen Halle/Leipzig landen. Flughafenchef Major a. D. Göbel begrüßte den aus Erfurt kommenden Schkeuditzer Margarinefabrikanten Richard Held nebst Gattin und den Baumeister Carl Jeßnitzer mit Ehefrau. Am gleichen Tag landeten mehrere Junkers F 13 der Lufthansa, das Standardverkehrsflugzeug der 1920er-Jahre.

Von HANS-DIETER TACK und ROLAND HEINRICH

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