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Lokales Rentnermord: Staatsanwalt fordert lebenslänglich
Leipzig Lokales Rentnermord: Staatsanwalt fordert lebenslänglich
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11:15 28.04.2010
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Er beantragte zudem, die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Der Rentner habe das Konto seiner Bekannten geplündert und sie erdrosselt, als diese den Betrug bemerkte. Der Angeklagte wies die Vorwürfe zurück, sein Verteidiger Stephan Bonell plädierte auf Freispruch. Das Urteil soll an diesem Donnerstag verkündet werden.

Bonell hält zahlreiche Beweise für nicht zulässig. „Ich weiß, dass ich nicht gemordet habe, ihnen die Wahrheit sage und unschuldig bin“, sagte der Angeklagte selbstbewusst und mit lauter Stimme. Er hatte während des bisherigen Verfahrens geschwiegen. Sein Anwalt hält eine Geldstrafe für den Betrug für angemessen, nannte aber keine Summe.

Er sei der Einzige, der die 86-Jährige umgebracht haben könnte, sagte Staatsanwalt Ruge. Die Seniorin müsse ihren Mörder gekannt haben, weil es keine Hinweise auf Einbruchspuren gebe. Der 74-Jährige habe vor dem finanziellen Ruin gestanden und nur noch wenige Euro auf dem Konto gehabt und aus Habgier gehandelt. Er habe mehrfach Geld vom Konto des Opfers abgehoben und Tankrechnungen bezahlt, wie Videoüberwachungsbilder bestätigten. Als das Opfer ihn zur Rede stellte, habe er die Frau getötet, um die Taten zu vertuschen.

Die Anklage geht von Vorsatz aus, da der Mann sich zuvor angeblich Äther beschafft und die Frau damit betäubt hatte. An ihrer Kleidung wurden zudem DNA-Spuren von ihm gefunden. Der Sohn hatte später die Leiche seiner Mutter gefunden, die eine gute Freundin der Ehefrau des Angeklagten war.

Das Landgericht hatte 37 Zeugen zum Umfeld von Opfer und mutmaßlichem Täter geladen, verhandelt wurde an weiteren sieben Tagen bis 28. April. Als erster Zeuge wurde der 50-jährige Sohn Klaus S. des Opfers, ein selbstständiger Monteur, gehört. Er und seine Frau Heike fanden die Tote, seien „geschockt vom Anblick“ gewesen. Klaus S., Nebenkläger, beschrieb seine Mutter als hochintelligente, bescheiden lebende Frau. Die frühere Sekretärin von Messeamt und Handelshochschule sprach Italienisch und Englisch. Später habe seine Mutter wissenschaftliche Arbeiten für einen Professor getippt, dessen Frau eine gewisse Gerti O. war. Nach dessen Tod heiratete diese erneut - den jetzigen Angeklagten. Gerti O. hatte sich vom seriösen Eindruck täuschen lassen. Was sie offenbar nicht wusste: Wolfgang R. saß seit Mitte der 1960er-Jahre immer wieder wegen Betruges und Diebstahls für jeweils viele Jahre in Haft. Die Scheidung ist in Vorbereitung.

Sabine Kreuz/dpa

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