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Lokales Retro Games Night in Leipzig: Ein kleines Stückchen Kindheit
Leipzig Lokales Retro Games Night in Leipzig: Ein kleines Stückchen Kindheit
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00:59 20.10.2014

Eine Nacht lang flimmerten im Studentenkeller "StuK" an der Nürnberger Straße wieder die Spiele über den Röhrenbildschirm, die vor 25 Jahren der neueste Schrei waren. "Wer hierherkommt, der hat diese Klassiker in aller Regel schon einmal gespielt, in seiner Kindheit", sagte Gerhardt, die die Veranstaltung mitorganisiert hatte.

An rund 20 Bildschirmen drängten sich an diesem Samstag die Besucher, traten zum Beispiel in den Renn- und Kampfspielklassikern "Mario Kart" und "Streetfighter" gegeneinander an. Zum fünften Mal fand die Retro-Spielenacht statt, begonnen hatte sie 2009 als private Veranstaltung. Der Zuspruch wächst: 2012, zur letzten Retro-Spielenacht, kamen rund 80 Leute. "So viel hatten wir diesmal schon kurz nach dem offiziellen Beginn", sagte Jasmin Gerhardt. Zwischen 25 und 40 Jahre alt sei das Publikum, das an Atari, Commodore C 64 und Nintendo gemeinsam oder gegeneinander zockte.

In diesem Jahr hatten die Veranstalter einige Spieleentwickler eingeladen. Jana Reinhardt und Friedrich Hanisch aus Halle stellten ihr Spiel "Tri" vor. "Es geht darum, geometrische Rätsel zu lösen und eine verschwundene Gottheit wiederzufinden", fasste Reinhardt den Inhalt des Spiels zusammen.

Direkt daneben zeigte Marc Vester, wie weit die Liebe zu alten Computerspielen gehen kann: Gemeinsam mit einem anderen Programmierer arbeitet der Leipziger Informatikstudent an einer Neuauflage des Rollenspiels "The Legend of Zelda". Das erschien 1986 für die Konsole Nintendo. "Schon als ich ein Kind war, gehörte Zelda zu meinen Lieblingsspielen", erklärte der 29-Jährige. Vor einigen Jahren stieß er im Internet auf den 24 000 Zeilen umfassenden Quellcode des Spiels. "Das war natürlich gefundenes Fressen für mich." Am Samstag präsentierte er die spielbare Version erstmals in der Öffentlichkeit. Trotzdem sei längst kein Ende der Arbeit in Sicht. "Ich schätze, das dauert auf jeden Fall noch mal zwei Jahre", sagte Vester. Aber für ihn sei jeder kleine Erfolg genug Ansporn weiterzumachen.

Ganz nebenbei nutzte eine kleine Gruppe von Spiele-Nostalgikern die Retro-Spielenacht auch noch für einen guten Zweck: Bei einem Tetris-Turnier am Nachmittag sammelten die Zocker Spenden für die Deutsche Krebshilfe und die Lebenshilfe Leipzig. Insgesamt kamen bisher rund 700 Euro zusammen. "Es kann noch gespendet werden", sagte Turnier-Organisator Kevin Woost, "und jeder, der spendet, hat auch die Chance auf einen kleinen Gewinn."

Bis kurz nach Mitternacht schwelgten die Computerspieler in Erinnerungen, während aus den Bässen die Titelmelodien der alten Atari- und Nintendo-Klassiker schallte. Dann wechselte die Musik und es wurde getanzt. Organisatorin Jasmin Gerhardt schmunzelte: "Den ganzen Abend lang kann ich mir die Spielemusik auch nicht anhören."

Die Tetris-Spendenaktion läuft noch bis Ende Oktober. Weitere Infos unter www.tetrischarity.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.10.2014

Stefan Lehmann

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