- Rettung in höchster Not – Helfer befreien Rollstuhlfahrer aus geflutetem Auto in Leipzig – LVZ - Leipziger Volkszeitung
Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Rettung in höchster Not – Helfer befreien Rollstuhlfahrer aus geflutetem Auto in Leipzig
Leipzig Lokales Rettung in höchster Not – Helfer befreien Rollstuhlfahrer aus geflutetem Auto in Leipzig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:14 21.06.2013
Mike Strauß von der DLRG half einem Rollstuhlfahrer bei dem Unwetter in Leipzig aus einer Notlage. Quelle: Dirk Knofe
Anzeige
Leipzig

Gegen 21.45 Uhr traute sich die Leipzigerin Nicole Rüffler mit einem Regenschirm gewappnet vor die Tür der DLRG. Die 29-Jährige kam nicht weit, denn in der Theresienstraße, kurz vor der Einmündung in die Delitzscher Straße, entdeckte sie ein Auto, das auf der gefluteten Straße feststeckte. „Die Unterführung der Brücke stand total unter Wasser. Aus dem Wagen winkte ein Mann und schrie um Hilfe“, erinnert sich die Frau. 

Vier starke Männer eilen zu Hilfe

Es war ein Rollstuhlfahrer, der sich nicht selbst befreien konnte, weil sein Auto bei dem Dauerregen vollgelaufen war. Das Wasser stand schon im Innenbereich, lief bis in den  Motorraum. Ein Glück, dass im gleichen Moment das Fahrzeug einer Dachdeckerfirma hielt und vier starke Männer zur Hilfe eilten. Sie bahnten sich den Weg über die geflutete Straße, auf der das Wasser einen halben Meter hoch stand. „Sie haben den Mann in seinen Rollstuhl gesetzt und ihn gerettet“, sagt Rüffler, die den Namen der Dachdeckerfirma nicht mehr weiß, denn „eigentlich hätten diese Männer Öffentlichkeit und ein großes Dankeschön verdient.“

An dieser Stelle in der Theresienstraße stand das Wasser am Donnerstagabend einen halben Meter hoch. Quelle: Dirk Knofe

Nicht auszumalen, was ohne sie passiert wäre. Denn den Notruf konnte Rüffler in dem Moment nicht erreichen. Andere Autos fuhren im prasselnden Regen einfach auf dem Fußweg an der Unglücksstelle vorbei, obwohl die Retter um Hilfe schrien. Das Wasser schwappte durch die anderen Verkehrsteilnehmer immer wieder in großen Wellen in das Fahrzeug, berichtete die Leipzigerin. Telefonisch informierte die 29-Jährige ihren Bekannten Mike Strauß vom DLRG, der mit Blaulicht zum Unglücksort eilte und den Bereich absperrte.

Für Rüffler war das alles zu viel, der Wetterumschwung, ein geschockter und völlig hilfloser Rollstuhlfahrer. Sie musste nach Hause, ihr Kreislauf versagte. Am Freitag berichtete sie: „Es geht mir wieder gut. Gestern Abend stand Eutritzsch komplett unter Wasser. Von vielen Freunden sind die Autos und Keller regelrecht abgesoffen.“

Rollstuhlfahrer erleidet Nervenzusammenbruch

Strauß kümmerte sich um den aufgelösten Mann. Das defekte Auto barg der DLRGler mithilfe der vier Männer aus den Wassermassen. 15 Minuten hatte der Rollstuhlfahrer schon um Hilfe geschrien und mit einer Kelle aus dem Autofenster gewunken. Erst dann hätte ihm jemand geholfen, erfuhr Strauß und beklagte: „Ich habe gestern Abend viele rücksichtslose Menschen erlebt.“ Nach der Rettung brach der Rollstuhlfahrer zusammen, bekam einen Weinkrampf.

Die Theresienstraße sah am Freitag so aus, als wäre nichts passiert. Doch unter dieser Brücke geriet ein Rollstuhlfahrer beim Unwetter in große Gefahr. Quelle: Dirk Knofe

Die gute Nachricht: „Bis auf den Schock geht es dem Rollstuhlfahrer wieder gut“, sagte Strauß. Die schlechte: „Was das Hochwasser in den vergangenen Wochen in Leipzig nicht geschafft hat, haben nun 45 Minuten Dauerregen angerichtet.“ Der behindertengerecht umgebaute Wagen des Mannes hat wohl einen Totalschaden, meinte Strauß.

Aber auch nach der Rettungsaktion in der Theresienstraße war für Strauß längst nicht Feierabend. In der Wilhelminenstraße pumpte er zunächst einen Keller, dann eine Tiefgarage aus. Irgendwann nach drei Uhr, fand er seinen wohlverdienten Schlaf.

Anne Grimm

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Weltstar Bruce Springsteen (63) darf nun doch direkt nach seinem Konzert in Leipzig wieder wegfliegen - trotz Nachtflugverbots für Passagiermaschinen. „Ich habe heute die Nachricht erhalten, dass das sächsische Wirtschaftsministerium die Freigabe erteilt hat.

21.06.2013

Ein offenbar frustrierter Arbeitsloser hat telefonisch angekündigt, in der Behörden-Nebenstelle in der Axis-Passage am Freitag einen Sprengsatz hochgehen zu lassen.

21.06.2013

Anfang Juli werden in Leipzig die Weltmeister in 46 Berufen gesucht - doch schon zwei Wochen vorher laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Allein am Freitag lieferten 13 Sattelschlepper Maschinen und Baumaterial auf das Wettkampfgelände der „World Skills 2013“ auf der Leipziger Messe.

21.06.2013
Anzeige