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Lokales Rettungsdienst bleibt im Schnee stecken - Hilfsfristen können nicht eingehalten werden
Leipzig Lokales Rettungsdienst bleibt im Schnee stecken - Hilfsfristen können nicht eingehalten werden
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22:44 13.01.2010
Leipzig

"Es kommt zu massiven Überschreitungen der Einsatzzeiten", klagte am Mittwoch Andreas Matthes von der zuständigen Stabsstelle der Branddirektion.

Zwölf Minuten. In dieser Zeit müssen Rettungsdienste jeden Einsatzort in ihrer Region erreichen. Die Uhr tickt, sobald der Disponent den Notruf angenommen und die Alarmierung ausgelöst hat. In mindestens 95 Prozent aller Fälle sollte diese Hilfsfrist erfüllt sein, so ist es Gesetz in Sachsen. "Im Moment kann aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse allerdings niemand damit rechnen, dass wir in zwölf Minuten da sind", sagte gestern Gerd Plock, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes bei der Branddirektion Leipzig.

Die jüngste Einsatzstatistik liefert ein deutliches Bild der äußerst angespannten Lage. Demnach gab es von Dienstag, 6 Uhr, bis Mittwoch, 6 Uhr, insgesamt 80 Einsätze im Rettungsdienst. In 42 Fällen wurde die gesetzliche Hilfsfrist überschritten - und das zum Teil ganz erheblich. "Wir haben Anfahrten von 20, 21 Minuten gehabt", so Rettungsdienst-Stratege Matthes. "Das ist schon sehr viel."

Ähnlich dramatisch sieht es bei den Krankentransporten aus. "Die Wartezeiten sind deutlich länger als sonst", räumte Plock ein. "Zudem können wir spontane Wünsche nach Fernverlegungen von Patienten gegenwärtig nicht alle erfüllen."

Leipzigs Retter - es gibt sechs Notarzt-, 17 Rettungs- und 19 Krankentransportwagen - werden von den gleichen Problemen ausgebremst wie andere Autofahrer auch. "Es geht deutlich langsamer vorwärts als sonst", erklärte Matthes. "Es ist eine elende Schlitterpartie." Auch die speziell geschulten Rettungsdienst- und Notarztfahrer müssen auf verschneiten und spiegelglatten Fahrbahnen runter vom Gas oder stecken in einem Stau fest. Regelrecht abenteuerlich wird es, wenn die Einsatzkräfte in eine der kleinen Nebenstraßen gerufen werden, um die der Winterdienst satzungsgemäß einen Bogen macht. "Da müssen wir mitten auf der Straße stehen bleiben und blockieren alles, weil es durch aufgetürmte Schneemassen rechts und links keinen Spielraum mehr gibt", berichtete Matthes. Zwangsläufig komme es auch beim Abtransport der Patienten zu erheblichen Verzögerungen. "Die Patienten müssen ja über teilweise meterhohe Schneewälle getragen werden, und die Rollen an den Tragen sind nicht einsetzbar." Glücklicherweise seien bislang keine Patienten wegen verspäteter Rettungskräfte zu Schaden gekommen.

Angesichts des massiven Wintereinbruchs sind die Verantwortlichen in der Branddirektion übrigens froh, dass Defizite im Fuhrpark bereits zum 1. Januar ausgeglichen wurden. Weil die Stadt schon 2008 die Normen im Rettungsdienst knapp verfehlt hatte, wurden zwei zusätzliche Rettungswagen und ein Notarztfahrzeug angeschafft.

Frank Döring

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