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Richard Istel aus Leipzig überzeugt mit "Hallelujah" - Hunde-Dresseur wird „Supertalent“

Richard Istel aus Leipzig überzeugt mit "Hallelujah" - Hunde-Dresseur wird „Supertalent“

Der zehnjährige Richard Istel aus Leipzig, der sich im zweiten "Supertalent"Halbfinale sein Ticket zum 100.000-Euro-Glück sicherte, hat es nicht geschafft. In der letzten Show am Samstagabend überzeugte er Jury und Publikum zwar wieder mit seiner glockenklaren Stimme, dennoch reichten die Anrufe am Ende nicht aus.

Köln/Leipzig. Mit "Hallelujah" sang er sich ins gute Mittelfeld der zwölf verbliebenen Supertalent-Kandidaten. Geschlagen geben musste er sich einem vierbeinigen Konkurrenten, der sich in die Herzen der Zuschauer turnte. Knapp dahinter landete Opern-Diva Vanessa Clacagno (24).

Deutschlands größtes Talent ist ein Mann, der mit seinem Hund Seilchen springen kann. Yvo Antoni (30) und sein Jack Russell-Terrier Prima Donna aus Köln gewannen mit dieser Nummer am frühen Sonntagmorgen die RTL-Show „Das Supertalent“. Jury-Mitglied Dieter Bohlen (55) hatte das Unglück schon kommen sehen und die Zuschauer mit Nachdruck dazu angehalten, für die Sängerin Vanessa zu stimmen - mit der hätte er wenigstens Platten verkaufen können. Aber das Fernsehpublikum ließ sich nicht beirren.

Man kann das natürlich auch positiv sehen: „Deutschland ist tierlieb.“ So fasste es Moderator Marco Schreyl (35) zusammen. Und das war nicht die einzige ermutigende Botschaft, die von dieser Sendung ausging. Als Bohlen die neunjährige Carlotta („Zwei Zöpfe und eine Superstimme“) vor sich hatte, wurde es bei RTL zur Prime Time politisch: „Wenn du da auf der Klimakonferenz den alten Säcken was vorgesungen hättest, vielleicht wär’ da mehr rausgekommen.“

Die miesepetrigen Feuilleton-Kritiker müssten sich jetzt mal was anderes einfallen lassen, meinte Schreyl. Immerhin gaben diesmal zwei der zwölf Finalisten Opernarien zum Besten. Das bekomme man noch nicht mal beim „öffentlich-rechtlichen Oberschichtenfernsehen“ geboten. Dieter Bohlen als Kulturträger.

Nach monatelangem Sieben konnte die Jury an diesem Abend die Früchte ihrer Arbeit genießen. Keine Kunstfurzer und Speckrollenzucker mehr, dafür versetzten Sänger, Luftakrobaten und ein Feuerkünstler die Jury fast durchweg in Verzückung. Mitjuror Bruce Darnell (52) zeigte sich vom Gesang so ergriffen, dass ihm die Tränen kamen. Dann konnte es geschehen, dass ihm zur Mitteilung seiner Gefühle die Worte nicht gleich zur Hand waren: „Fulltreffer!“, entfuhr es ihm, oder: „Ich bin ziemlich in Luft“. Den Sänger Davy Kaufmann (40), im gemeinen Leben Fensterputzer, ermutigte er: „Vergiss die Vergangenheit, guck vor!“

Jurorin Sylvie van der Vaart (31) ließ sich von der Stimmung anstecken: „Das war ein Party! Ich wollte aufstehen, das kann aber nicht mit diesem Kleid.“ Daneben auch Momente deutscher Innerlichkeit: So erlebte man die Jury an diesem Abend ganz in vorweihnachtliche Empfindung vertieft. Stichwort Abend: RTL verstand es, die um 20.15 Uhr begonnene Sendung bis 1.15 auszubauen. Wenn das der selige Hans-Joachim Kulenkampff noch erlebt hätte.

Bleibt das Problem mit dem Gewinner. Natürlich, wenn Bruce sagt „der Hund hat Talent“, so wird man ihm zustimmen. Aber auch ein talentierter Hund kann nicht singen. Und das macht es schwierig mit der Vermarktung. Vor der Endabstimmung hatte Co-Moderator Daniel Hartwich (31) noch mit Blick auf eine Sängerin ausgerufen: „Dieter, ich sehe Eurozeichen in deinen Augen!“ Woraufhin dieser doch mal klarstellte: „Der Künstler verdient das x-fache vom Produzenten.“

Noch während der Sendung informierte Bohlen: „Dieses Mal haben wir neuneinhalb Millionen Zuschauer gehabt. Wir haben Quotenrekorde gefeiert.“ Deshalb auch der Hinweis: Bewerbungen für die nächste Staffel werden ab sofort entgegengenommen. Aber aufpassen: Vorher kommen noch „Deutschland sucht den Superstar“ und „Germany’s Next Top Model“ und noch mindestens ein Dutzend andere Castingshows für talentierte Deutsche mit und ohne Hund.

chl/Christoph Driessen, dpa

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