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Richtfest an Robeson-Oberschule nach zwei Wochen – Stadt setzt auf Systembauweise

Schulbau in Leipzig Richtfest an Robeson-Oberschule nach zwei Wochen – Stadt setzt auf Systembauweise

So schnell kann Schulbau gehen: Schon zwei Wochen nach dem Start ist am Dienstag Richtfest für den Erweiterungsbau in Systembauweise der Paul-Robeson-Schule in der Jungmannstraße 5. Ist das auch auf andere Standorte übertragbar?

Richtfest für den Erweiterungsbau der Paul-Robeson-Oberschule in der Jungmannstraße.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Es ist kein Container! Darauf legt Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) wert. Die Paul-Robeson-Oberschule erhält einen Erweiterungsbau in Systembauweise – und zwar erstaunlich schnell. Gut zwei Wochen nach Baustart konnte Dienstag Nachmittag in der Jungmannstraße Richtfest in dem knapp 2,7 Millionen Euro teuren Bau gefeiert werden. Möglich ist dies durch Systembauweise mit vorgefertigten Modulen. „Wir haben eine dauerhafte Lösung gefunden, die nicht nur vorübergehend Engpässe überbrückt“, sagt Nicolas Tsapos, der Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Bildung. Geplant sei, dass ab dem kommenden Schuljahr fünf der acht vorgesehenen Unterrichtsräume bereit stehen. Mit Ende der Herbstferien 2016 ist dann das gesamte Raumsystem mit zusätzlichen drei Räumen nutzbar. „Wir sind zufrieden, dass die Auslagerung einiger Klassen in die Anhalter Straße beendet wird. Die ist für alle eine Katastrophe, für die Schüler und Lehrer“, freut sich Hardtmut Bohnau, der Elternratsvorsitzende. Am Grundproblem – der notwendigen Sanierung des Haupthauses – ändere das allerdings nichts. Bis 2018 müssen sich Ober- sowie Grundschule ein Haus teilen, letztere zieht dann in den Opferweg. Erst dann kann die „Paul Robeson“ saniert werden, so Tsapos.

Die stadteigene LESG realisiert den Erweiterungsbau, der übrigens deutlich kostengünstiger ist als ein Neubau samt Architektenwettbewerb. Die Firma Goldbeck, die Anfang März den Auftrag bekam, ist der Generalunternehmer. „Die größte Herausforderung bei dem Bauwerk ist der Termin“, gibt Michael Burkhardt zu, Geschäftsbereichsleiter bei Goldeck. Druck hat allerdings auch die Stadt: In vielen Schulen reichen die Räume nicht, sind die Klassen proppevoll. So mussten an 34 Grundschulen, an 28 Oberschulen sowie 19 Förderschulen in Leipzig zusätzlich DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) für Flüchtlingskinder eingerichtet werden, was die räumlichen Engpässe verschärft. Die Firma Goldbeck errichtet nun die Anbauten in der Oberschule Portitz, an der 84. Oberschule Grünau, an der Oberschule Paunsdorf sowie an der Georg-Schumann-Oberschule im Zentrum-Ost. „Die Räume brauchen wir aber für alle Schüler“, betonte Tsapos.

Die Linken halten diese Vorgehensweise für ausbaufähig. In einem Antrag an den Stadtrat schlägt die Fraktion vor, ab 2017 schrittweise fehlende Unterrichtsräume durch Anbauten an vorhandene Schulgebäude zu schaffen. „Dies können mehrgeschossige oder solitäre Ergänzungsbauten sein“, so Linken-Bauexperte Siegfried Schlegel. Vor allem Grundschulen stoßen oft an Grenzen, da durch die Schulbezirke eine Lenkung schwer möglich sei. Im Stadtbezirk Mitte mussten sogar Plätze für drei Grundschule in einem Bezirk verlost werden (die LVZ berichtete). Die Planung neuer Schulen oder die Reaktivierung vorhandener dauere von der Planung bis zur Fertigstellung oft fünf Jahre. Ein Beispiel dafür ist das Gymnasium Schönefeld. Ursprünglich sollte das Haus samt Erweiterungsbau in der Gorkistraße bereits mit Schuljahresbeginn 2016/17 für den Unterricht genutzt werden können – doch es gibt Bauverzug. Wie berichtet, hat sich in einem der vier zu sanierenden Gebäuden der Hausschwamm so sehr ausgebreitet, dass Holzbalken ersetzt werden müssen. Es steht nunmehr frühestens im Februar 2017 bereit – allerdings ohne Außenanlagen. Hinzu kommt: Die Baumaßnahme verteuert sich um 1,462 auf rund 18.6 Millionen Euro.

„Mit Modul-Anbauten können wir die Probleme an vielen Standorten schneller lösen“, sagt Schlegel. Er fordert ein städtisches Programm, das vom Freistaat Sachsen unbürokratisch unterstützt wird, damit „Fördermittelprüfung und -bereitstellung nicht länger als die Planung und der Bau dauern.“ Voraussetzung seien aber geeignete Grundstücke.

Von Mathias Orbeck

Leipzig 51.3396955 12.3730747
Leipzig
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