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Lokales Riesiger Medienandrang im Zoo Leipzig: Opossum Heidi zieht um - Beutelratte bekommt Jetlag
Leipzig Lokales Riesiger Medienandrang im Zoo Leipzig: Opossum Heidi zieht um - Beutelratte bekommt Jetlag
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08:08 10.06.2011
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, ihres Zeichens schielendes Opossum und ungekrönte Königin des Leipziger Zoos, und standen Spalier.

Als sich die in ihrer Sehweise beschränkte Beutelratte gen neue Heimat names Gondwanaland in Bewegung setzte, waren zumindest die Medienvertreter mit Kamera nicht mehr zu halten. Sie stürmten auf Zoodirektor Jörg Junhold und die Tierpfleger zu, um die besten Schnappschüsse des 4,6 Kilogramm schweren Tieres zu bekommen.

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Heidi hat seit ihrer Ankunft in Leipzig und einer „Opossum gerechten Ernährung" rund 500 Gramm abgespeckt. Anfangs kursierte die Vermutung, das pummelige Tier habe die Fehlstellung der Augen zuviel Körperfett zu verdanken. Trotz der leichten Gewichtabnahme wird sie aber weiterhin schielen.

Nach dem ersten Fototermin trugen Tierpfleger Heidi und ihren jüngeren Kompagnon Teddy, mit dem sie nun ein Gehege im Nachttierbereich bezieht und Nachwuchs zeugen soll (Junhold: „Heidi ist schon etwas älter, aber wir geben die Hoffnung nicht auf."), in die Tropenhalle.

Im Pulk stellten sich die Fotografen und Kameraleute um die kleinen Käfige auf - zweimal ging das so, bis der Dorfplatz des Gondwanalands erreicht war. Dort wurde das Gitter kurz geöffnet, um einen barrierefreien Blick auf den pelzigen Star zu bekommen.

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Heidi hielt sich zurück, machte keinen Schritt aus dem Kasten. „Stress ist das für sie nicht", sagte Tierpfleger Michael Ernst. „In freier Wildbahn hätte Heidi viel mehr Aufregung, wenn sie sich mit Katzen und Schlangen auseinandersetzen und auf Nahrungssuche gehen müsste. Bei uns hat sie ein sehr ruhiges Leben, da ist es schon einmal ganz gut, wenn sie aus diesem Trott rausgerissen wird."

Ernsts Chef, Jörg Junhold, wehrte sich gegen den Vorwurf, der Zoo instrumentalisiere das Opossum für Werbezwecke. Abgesehen von einer Ausnahme, dem Auftritt in der US-Show „Jimmy Kimmel", in der Heidi das Oscar-Orakel gab, hätten die Verantwortlichen das Tier abgeschirmt. „Ihr Wohl stand immer im Vordergrund", sagte der Zoodirektor. Deshalb sei die Beutelratte bisher in der rückwärtigen Tierhaltung geblieben.

Bedenken, dass Heidis schielendes Antlitz zum Gesicht des Zoos werden könne, habe er nicht. „Aber wenn sie die Botschafterin des Gondwanalands ist, habe ich damit kein Problem", meinte Junhold. Der Senior-Kurator Fabian Schmidt ergänzte, es sei gut, wenn Heidi die Aufmerksamkeit auf die bedrohten Arten und den Regenwald lenke, der in der neuen Troppenhalle thematisiert wird.

Tierpfleger Ernst wunderte sich nur über den Medienandrang: „Am Ende ist es doch nur eine schielende Beutelratte. Wenn man so eine zu Hause auf dem Dachboden hat, holt man den Kammerjäger."

Heidi schlief da schon in ihrem neuen Gehege, in dem es tagsüber dunkel und nachts hell sein wird, damit die Zoo-Besucher ab 1. Juli etwas von der eigentlich nachtaktiven Beutelratte haben. „Heidi muss sich aber erst an den neuen Rhythmus gewöhnen. Die ersten zwei, drei Tage wird sie eine Art Jetlag haben", sagte Kurator Schmidt.

Michael Dick

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