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Lokales Roboter hilft bei Rehabilitation von motorischen Störungen
Leipzig Lokales Roboter hilft bei Rehabilitation von motorischen Störungen
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20:44 27.01.2016
Bernhard Sehm (links) von der Tagesklinik für kognitive Neurologie am Uni-Klinikum erklärt die Funktionsweise des Exoskeleton-Roboters.  Quelle: Stefan Straube
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LEIPZIG

 Das Gerät kommt aus Kanada, wird Exoskeleton-Roboter genannt und ist seit Kurzem in der Tagesklinik für Neurologie am Leipziger Uni-Klinikum (UKL) installiert. Deutschlandweit gibt es bisher nur dieses eine Exemplar des Hightech-Systems, von dem Patienten nach einem Schlaganfall profitieren. Denn mit seiner Hilfe können nach einem Hirnschlag auftretende motorische Störungen detailliert diagnostiziert und auf dieser Basis individuell zugeschnittene Folgetherapien geplant werden.

Hintergrund: Eines der häufigsten Handicaps nach einem Schlaganfall ist die dauerhafte Störung der Bewegungssteuerung auf einer Körperseite. Für viele Betroffenen ist es zum Beispiel eine fast unlösbare Herausforderung, mit einer derart beeinträchtigten Hand auf geradem Wege ein Wasserglas zu ergreifen. „Mit dem neuen Roboter können wir nun exakt testen, wo genau die Ursachen für die Einschränkungen beim einzelnen Patienten liegen“, erklärte Bernhard Sehm von der Tagesklinik, an der Experten des UKL und des Leipziger Max-Planck-Institutes für Kognitions- und Neurowissenschaften zusammenarbeiten. Es gibt mehrere Möglichkeiten, warum die Greifmotorik nicht richtig funktioniert: So kann der Lagesinn beeinträchtigt sein, wobei das Gefühl für die Position des eigenen Arms im Raum verloren geht. Oder aber die direkte Muskelansteuerung hat durch den Hirnschlag Schaden genommen. „Durch die robotergestützten Untersuchungen lassen sich dahingehend sehr differenzierte Rückschlüsse ziehen“, so Sehm.

Bei zehn Patienten wurde das aus mehreren Komponenten bestehende innovative Gerät bereits eingesetzt. Sie werden dabei auf dem Roboter platziert und die Arme auf zwei Schienen fixiert. Bei den folgenden Tests muss der Betreffende versuchen, die auf einem Display eingespielten Leuchtpunkte mit den Armen anzusteuern – entweder passiv nach den Vorgaben des Roboters oder aktiv. In letzterem Fall wird per Computer registriert, mit welchem Tempo das passiert und welche Abweichungen es von der korrekten Bewegungsrichtung gibt. Der Datenfundus dient nicht nur der Feindiagnostik, sondern ebenso den darauf aufbauenden Therapieplänen. Auch bei der Kontrolle des Behandlungsfortschrittes soll Exoskeleton zum Einsatz kommen – als Forschungsgerät mit klinischem Nutzen.

Von MARIO BECK

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