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Lokales Rodung im Leipziger Auwald: Ökolöwe scheitert mit Klage vor Verwaltungsgericht
Leipzig Lokales Rodung im Leipziger Auwald: Ökolöwe scheitert mit Klage vor Verwaltungsgericht
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19:16 05.06.2014
Nach dem Frühjahrshochwasser 2011 wurden in Leipzigs Stadtwald auf 23 Kilometern Länge entlang der Flussufer 20 Hektar Wald gefällt. (Archivfoto) Quelle: Regina Katzer
Leipzig

Das juristische Tauziehen geht nun in der nächsten Instanz weiter.

„Wir vom Ökolöwen sind zuversichtlich, dass eine Revision vor dem Oberverwaltungsgericht erfolgversprechend sein wird“, erklärte Vorstandsmitglied Holger Seidemann nach der Entscheidung am Mittwoch. „Das Verfahren war erstaunlich. Der Ökolöwe stellte umfangreiche Beweisanträge zu Umfang und Art der Waldzerstörung und dem stattgefundenen Deichausbau. Diese wurden vom Verwaltungsgericht abgelehnt“, berichtet Seidemann.

Rückblick: Nach dem Frühjahrshochwasser 2011 wurden auf Veranlassung der Landestalsperrenverwaltung (LTV) in Leipzigs Stadtwald auf 23 Kilometern Länge entlang der Flussufer 20 Hektar Wald und ein Teil des sehr alten Baumbestands gefällt. Grundlage war der sogenannte Tornado-Erlass, der im August 2010 vom sächsischen Umweltministerium angeordnet wurde. Dieser erlaubt es, neben und auf allen sächsischen Deichen Gehölze zu entfernen, die die Stabilität der Schutzwälle gefährden. Ersatzpflanzungen seien dann an einer beliebigen Stelle möglich. „Die LTV hat bis heute trotz mehrfachen Antrags der Umweltverbände keine erhellenden Unterlagen herausgegeben. Das Verwaltungsgericht wollte im Verfahren auch keine sehen und entschied damit praktisch ohne Kenntnis des Sachstandes“, so Seidemann.

Der Verein Ökolöwe kritisiert, dass für die Rodungs-Maßnahmen notwendige naturschutzrechtliche Genehmigungsverfahren außer Kraft gesetzt werden, und hatte deswegen geklagt. Die Aktivisten fordern, dass staatlich anerkannte Umweltverbände im Vorfeld gehört und ihnen eine Beteiligung in Aussicht gestellt wird. „Grundsätzlich waren an bestimmten Gewässer- und Deichabschnitten wie der Kleinen Luppe die Holzungen nicht notwendig“, sagt Holger Seidemann.

Benjamin Winkler

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