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Lokales Rolle rückwärts am Centraltheater: Bühne soll bald wieder "Schauspiel Leipzig" heißen
Leipzig Lokales Rolle rückwärts am Centraltheater: Bühne soll bald wieder "Schauspiel Leipzig" heißen
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17:21 19.05.2015
Das Centraltheater in der Bosestraße. Quelle: Volkmar Heinz

Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, laufen bereits vorbereitende Arbeiten für die Rückbenennung. Noch-Intendant Sebastian Hartmann hatte bei seinem Amtsantritt 2008 mit einer über 50-jährigen Tradition gebrochen - und das Schauspielhaus auf Centraltheater umgetauft. Die kleine Spielstätte Neue Szene in der Gottschedstraße wurde zur Skala. Letztere schloss 2012 wegen Baumängeln und Sparzwängen.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) erklärte gestern auf Anfrage, es gebe tatsächlich "Überlegungen" für einen erneuten Namenswechsel. Die letzte Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Dies solle im Einvernehmen zwischen dem künftigen Intendanten Enrico Lübbe, ihm selbst und dem Betriebsausschuss für Kulturstätten geschehen. Zugleich baute Jung möglichen Argumenten gegen eine Rolle rückwärts vor. Anders als von Hartmann ursprünglich angestrebt, habe der "Eigenbetrieb Schauspiel Leipzig" nie seinen Namen geändert (dafür wäre ein Stadtratsbeschluss nötig gewesen). Der Wechsel auf Centraltheater vor fünf Jahren habe nur die Immobilie betroffen sowie die Kommunikation nach außen. Also Bereiche, die in der Zuständigkeit des Intendanten liegen. Bei einer Rückbenennung würden auch nur geringe Kosten anfallen - für die Änderung der Leuchtwerbung am City-Ring, für Hinweisschilder in der Stadt und den Internetauftritt. "Alle Plakate und Programme für die Spielzeit 2014/15 müssen ja erst noch gedruckt werden."

Lübbe bestätigte gegenüber der LVZ die "Überlegungen". Mehr zu dem Thema wolle er öffentlich erst bei der Spielplan-Pressekonferenz im Juni sagen.

Grünen-Fraktionschef Wolfram Leuze, der den Fachausschuss Kultur leitet, erfuhr indes ebenfalls, dass die Umbenennung "intern schon beschlossen" sei. "Mich erinnert das an Teufelsaustreibung, dabei gab sich der OBM anfangs noch als großer Fan von Sebastian Hartmann." Es sei auch kein gutes Zeichen an die vielen Zuschauer, welche das Theater in den letzten Jahren neu für sich entdeckt hätten. Und zum Beispiel aktuell die dortige Festspiel-Arena bestens füllten. Leuze: "Der Begriff Centraltheater hat sich mittlerweile durchgesetzt, ist akzeptiert. Ich werde den neuen Intendanten im Betriebsausschuss bitten, es dabei zu lassen. Sonst würde nur der Eindruck erweckt, er strebe einen erneuten Zuschauerwechsel hin zum alten Stadttheater an."

Das Gebäude in der Bosestraße wurde 1901 unter dem Namen Centraltheater als Operettenbühne eröffnet, im II. Weltkrieg aber weitgehend zerstört. Seit dem Wiederaufbau und einer deutlichen Erweiterung 1957 firmierte es dann als Schauspielhaus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.04.2013

Rometsch, Jens

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