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Lokales Rosensonntag zu teuer - Leipziger Narren sagen Aschermittwoch ab
Leipzig Lokales Rosensonntag zu teuer - Leipziger Narren sagen Aschermittwoch ab
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16:10 08.02.2016
Rund 50.000 Menschen feierten den Rosensonntagsumzug in Leipzig. Jetzt fürchten die Narren um den Straßenkarneval 2017.  Quelle: André Kempner
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Leipzig

 Dunkle Wolken über Leipzigs Narren, und das nicht nur wegen des Wetters: Das Förderkomitee Leipziger Karneval hat die offizielle Schlüssel-Rückgabe am Aschermittwoch im Neuen Rathaus abgesagt. Den Narren um Präsident Steffen Hoffmann ist nicht nach Feiern zumute. Sie fühlen sich von der Stadt nicht ausreichend finanziell unterstützt – und fürchten um den Faschingszug 2017.

Am Rosensonntag wurde kräftig gefeiert, 50.000 Menschen erlebten den Umzug durch die Innenstadt. Doch jetzt hat den Narren die Rechnung für den Spaß die Laune verhagelt. „15.000 Euro für Sanitäter, Notärzte und Sicherheitskräfte sollte der gemeinnützige Verein für diesen Tag aufbringen“, heißt es am Montag in einer Erklärung des Förderkomitees. Diese Summe sei nach Gesprächen deutlich reduziert worden. Doch dazu seien die Kosten für die Straßenreinigung in diesem Jahr vervierfacht worden, klagen die Narren.

Zehntausende Karnevalisten haben am Sonntagnachmittag in Leipzig den traditionellen Rosensonntagsumzug gefeiert. Es ist inzwischen die 17. Parade dieser Art am Tag vor Rosenmontag. (Bilder: Wolfgang Zeyen)

Die Stadt weist das zurück. Bisher habe man für die Straßenreinigung einen symbolischen Betrag im unteren dreistelligen Bereich erhoben. Dieser sei auf das Zweieinhalbfache angehoben worden. „Damit bewegen wir uns im unteren vierstelligen Bereich. Damit sind die tatsächlichen Kosten noch lange nicht gedeckt“, so Stadtsprecher Matthias Hasberg gegenüber LVZ.de. Die Forderung der Narren, künftig wieder für eine größere Route, möglicherweise um den Ring, die Genehmigung zu bekommen, stieß in dem Zusammenhang auf Unverständnis: In dem Fall würden die Kosten für die Straßenreinigung ja noch steigen, verlautete aus dem Rathaus.

Die Leipziger Karnevalisten blicken nun düster in die Zukunft. Die kommende Saison sei in Gefahr. Schon jetzt sei der Rosensonntag in Leipzig nur durch viele Helfer ermöglicht worden, die sich zum Teil mit „erheblichen privaten Summen“ engagiert hätten. „Wir werden in der kommenden Zeit noch genauer rechnen und auch an Alternativen ohne einen Umzug in Leipzig denken müssen“, so Förderkomitee-Präsident Hoffmann.

Auch wenn das karnevalistische Kurzprogramm ausfalle, der Rathaus-Schlüssel werde natürlich zurückgegeben, sagte Hoffmann weiter.

Von Evelyn ter Vehn

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