Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Rosenthal: Zeitfenster im Floßgraben funktionieren
Leipzig Lokales Rosenthal: Zeitfenster im Floßgraben funktionieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Eisvogel (Archivbild) Quelle: dpa
Anzeige
Leipzig

Das teilte Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) auf LVZ-Anfrage mit. "Die erlaubten Zeitfenster für die Durchfahrten funktionieren. Sie haben sich bewährt und werden im Großen und Ganzen eingehalten", betont der Umweltbürgermeister. Der im Naturschutzgebiet liegende Floßgraben ist ein Nadelöhr nahe der Connewitzer Schleuse, das alle Boote passieren müssen, die zwischen Cospudener See und Leipziger Innenstadt verkehren wollen. Die Durchfahrt ist nur 11 bis 13, 15 bis 18 und 20 bis 22 Uhr erlaubt. "Es besteht aus unserer Sicht keine Notwendigkeit, dies im kommenden Jahr zu ändern", so Rosenthal. Umweltvereine wie Ökolöwe und Bund sehen dies anders. Sie werfen der Stadt vor, den Auwald-schutz zugunsten des Massentourismus auszuhebeln. Der streng geschützte Eisvogel werde durch den intensiven Bootsverkehr vertrieben. Diese Sicht teilt Rosenthal nicht: "Wir können nachweisen, dass sich die Eisvogel-Population wunderbar entwickelt." Ein Gutachter überprüfe dies aller drei Tage vor Ort.

Die Umweltverbände sehen eine Gefährdung des Ökosystems Floßgraben zudem durch jährliche Mähungen von Wasserpflanzen sowie einige Uferabflachungen. Wie berichtet, ist dazu ein Streit mit der Landesdirektion ausgebrochen, die der Stadt ein neuerliches Freischneiden der Fahrtrinne untersagt hat. Die Behörde hält die Mahd für die "ökologische Funktionsfähigkeit des Gewässers als Lebensraum von wild lebenden Tieren und Pflanzen und die Erhaltung des Gemeingebrauchs" für nicht erforderlich. Die Stadt sieht das anders: "Wir teilen diese Rechtsauffassung nicht", sagt Rosenthal: "Es gibt keinen Verstoß der Stadt." Bei der jüngsten Mahd im Frühjahr habe es lediglich ein "technisches Versagen" der Firma gegeben, räumt er ein. Was heißt, die sei beim "Entkrauten" wohl zu rigoros vorgegangen. Wenn gar nicht regulierend eingegriffen werde, wachse der Graben zu - dabei gehe es auch um Paddler.

Doch hat der Floßgraben als Gewässerverbindung von Connewitz in den Südraum überhaupt eine Zukunft? Wie berichtet, wird immer wieder eine alternative Bootsverbindung in den Süden angeregt, wie sie der Wassertourismus-Experte Heiner Haass in der LVZ gefordert hatte. Er plädiert für einen neuen Kanal nach Süden, der uneingeschränkt für Sportboote befahrbar ist. "Mitte der 90er Jahre wurden verschiedene Varianten geprüft und verworfen", sagt Rosenthal. Es könne nicht einfach eine "neue Rinne" durch die Weiße Elster gebaut werden. "Natürlich sind Planungen nicht unfehlbar, wir können im Stadtrat über Alternativen diskutieren."

 Der Umweltbund Ökolöwe hat sich gestern erneut gegen das Entkrauten im Floßgraben gewandt. Dadurch verschlechtere sich dessen guter ökologischer Zustand - was gegen die EU-Wasserrahmenrichtlinie verstößt. Auch führe die Entnahme von Pflanzen mitsamt der Tiere an ihnen zu einem Verlust an Biodiversität - was gegen das Umweltschadensgesetz verstößt. So dauere die Regeneration der Lebensräume nach der Krautung ein bis zwei Jahre. Das heißt: Wenn jedes Jahr gekrautet wird, verschwinden Arten ganz. Was insbesondere für das streng geschützte Auwaldtier des Jahres 2014 problematisch ist: die Grüne Keiljungfer, eine Libelle.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.08.2015

Trotz 24 Millionen Euro Gewinn im vergangenen Jahr steht die Stadtholding, die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV) vor schwierigen Zeiten. Ein neues Sparprogramm soll den Konzern mit aktuell 4500 Mitarbeitern fit halten, erklärten die Geschäftsführer Norbert Menke und Volkmar Müller im Interview mit der LVZ.

Die Arbeiten am Verkehrskonzept für Alt-Lindenau werden konkret: Am 26. August wird sich der Stadtbezirksbeirat treffen und Vorschläge zusammentragen. Unter anderem steht eine Sperrung des Lindenauer Markts für den Autoverkehr zur Debatte. Zudem soll es Änderungen an der Parkplatzsituation geben.

24.08.2015

Angesichts des hohen Flüchtlingszustroms will die Stadt Leipzig jetzt einen weiteren Standort für sogenannte Containerbauten erschließen. Es handelt sich um ein Areal, das direkt neben dem Technischen Rathaus an der Prager Straße liegt: die rund 30 000 Quadratmeter große Brachfläche zwischen der Philipp-Rosenthal-Straße, Karl-Siegismund-Straße und Prager Straße.

Anzeige