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Lokales „Roter Teppich für Nazis“: Legida-Gegner kritisieren Stadtverwaltung
Leipzig Lokales „Roter Teppich für Nazis“: Legida-Gegner kritisieren Stadtverwaltung
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23:43 21.09.2017
Proteste gegen eine Legida-Demo. (Archivfoto) Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Wenige Stunden vor dem geplanten Legida-Aufmarsch am Donnerstagabend in Leipzig gibt es harsche Kritik aus dem Lager der Gegendemonstranten in Richtung des Leipziger Ordnungsamtes. Die Initiativen Leipzig nimmt Platz und NoLegida monieren, dass die Stadtverwaltung einseitig den Rechtspopulisten gestatte, den Innenstadtring für ihren Protest zu nutzen. Den Gegendemonstranten, die mit einer deutlich größeren Demonstration ebenfalls auf den Ring gemeldet hatten, werde der Protestweg dagegen versperrt.

„Wir sind über das Vorgehen empört. Die Stadt hätte es in der Hand gehabt hier eine entsprechende Entscheidung zu treffen. Abermals wird allerdings den Nazis der sprichwörtliche ‚rote Teppich‘ auf dem Ring ausgelegt.“, sagte Sprecherin Irena Rudolph-Kokot. Jürgen Kasek, Grünen-Landeschef und Rechtsanwalt von NoLegida ergänzte: „Im Auflagenbescheid der Stadt wird das Geschehen der letzten drei Jahre komplett aufgenommen und obwohl festgestellt wird, dass vom Aktionsnetzwerk nie Störungen ausgegangen sind, trotzdem alle Probleme dem Aktionsnetzwerk zugeordnet. Bereits hinsichtlich der Größe der Versammlungen und der Bedeutung des Versammlungsortes für die Versammlung hätte es die Stadt in der Hand gehabt anders zu entscheiden.“

Am Mittwoch hatte das Ordnungsamt die beauflagten Demonstrationsrouten für den Donnerstag öffentlich gemacht. Das fremden- und islamfeindliche Legida-Bündnis beginnt seinen Protest um 18.30 Uhr an der IHK, läuft anschließend unter anderem über den Innenstadtring zum Neuen Rathaus, zur Polizeidirektion und zum Verlagsgebäude der Leipziger Volkszeitung, wo jeweils Zwischenkundgebungen geplant sind. Laut eigener Angaben wollten die Rechtspopulisten „den roten Filz durch die Stadt“ tragen und erwarten dabei 500 Teilnehmer

Die mit 2500 Menschen gemeldete Gegendemonstration von NoLegida und Leipziger nimmt Platz beginnt um 18 Uhr auf dem Wilmhelm-Leuschner-Platz, führt durch die Innenstadt und wieder zurück zum Ausgangsort. Zudem wurde ab 18 Uhr auf Höhe der Thomaskirche eine stationäre Gegenkundgebung gemeldet.

mpu

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