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Lokales Rückkehr der Pusteblumen: Firma in Leipzig saniert Harry-Müller-Plastiken am Brühl
Leipzig Lokales Rückkehr der Pusteblumen: Firma in Leipzig saniert Harry-Müller-Plastiken am Brühl
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18:56 05.03.2013
Feinschliff für die letzte Pusteblume: Die drei Springbrunnen sollen ab April wieder am Brühl in Leipzig sprudeln. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Spätestens im April sollen die drei Meter hohen Springbrunnen neben der Blechbüchse am Brühl sprudeln.

Die zwölf Jahre in verschiedenen Depots des Tiefbauamtes hatten deutliche Spuren an den drei Pusteblumen hinterlassen. „Die Stücke wurden nicht unbedingt so gelagert, wie man sich das wünschte“, sagte Peter Werner, Geschäftsführer des Familienunternehmens Stahlbau Werner, am Dienstag bei einem Vor-Ort-Besuch von LVZ-Online.

Leipzig. Reges Treiben auf dem frisch sanierten Richard-Wagner-Platz. Ab Samstag, dem 6. Juli, finden neben den Höfen am Brühl nun regelmäßig Wochenmärkte statt. Die Stände werden von 10 bis 16 Uhr geöffnet sein, teilte das Marktamt am Dienstag mit. Zum Start sind fast 30 Händler mit dabei, die ihren Kunden ein Sortiment aus frischen Lebensmitteln und Blumen anbieten.

Teilweise lagen die Plastiken jahrelang unter freiem Himmel und waren Wind und Wetter ausgesetzt. Vor der Sanierung mussten die Springbrunnen deshalb vom gröbsten Dreck befreit werden. „Da mussten wir schon das ein oder andere Vogelnest entfernen“, erklärte der Geschäftsführer lachend. „Dazu war die Politur an vielen Stellen kaputt und die Plastiken waren grau statt glänzend.“

Seit September 2012 wurden die drei Edelstahl-Plastiken des Leipziger Bildhauers Harry Müller in den Hallen des Betriebs saniert. Die zwei neueren Stücke haben bereits ihren Platz auf dem Richard-Wagner-Platz gefunden, die dritte und ältere Skulptur erhält in der Werkstatt noch eine Veredelung. „Die verbleibende Plastik bekommt jetzt noch ihren Feinschliff, damit sie genauso glänzt wie ihre Schwestern“, erklärte Werner. Außerdem mussten zwei Wasseraustritte des Brunnens mussten ersetzt werden.

Dritte Blume soll wie ihre Schwestern glänzen

Im Gegensatz zu den beiden anderen auf Hochglanz polierten Werken war der unpolierte Stahl der dritten Pusteblume matt und dunkel. Drei Mann arbeiten deshalb täglich an der Plastik, um den Aufstellungstermin in einer Woche einzuhalten. „Ob wir das schaffen, lässt sich aber noch nicht so genau sagen“, so Werner. Doch spätestens bis zum 19. März soll die letzte Pusteblume an ihrem Platz stehen. Die Arbeiten an der Edelstahlkonstruktion sind kompliziert. „Es gibt sehr viele kleine Stellen, die vor der Politur mehrmals geschliffen werden müssen.“

Noch verhüllt: Die ersten beiden Pusteblumen stehen schon auf dem Richard-Wagner-Platz neben der Blechbüchse. Quelle: Dirk Knofe

Das alles geschieht unter den fachkundigen Augen von Harry Müller, der trotz seines alters von 82 Jahren fast täglich an seinen Pusteblumen mit Hand anlegt. „Er hütet die Brunnen wie seinen Augapfel“, so Werner. Am Anfang sei die Zusammenarbeit noch etwas schwierig gewesen. Jeder Handgriff an den Plastiken wurde genau kontrolliert. „Mittlerweile vertraut er uns aber.“ Am Dienstagnachmittag war der Bildhauer deshalb auch nicht in der Werkstatt anzutreffen. „Aber morgen ist er bestimmt wieder ab acht Uhr hier“, ist sich der 48-Jährige sicher.

Dabei sind die Stücke bei den Leipziger Stahlbauern in guten Händen. „Schließlich wurden die Teile für die Konstruktion schon damals hier zurechtgeschnitten“, erinnert sich Günter Werner, der die Firma bis 2008 führte und heute noch für die Verwaltung zuständig ist. Sogar die alte Schneidemaschine, die damals zum Einsatz kam, steht noch in einer Ecke in der Nebenhalle. „Top gepflegt und funktionstüchtig“, erklärt der 76-Jährige stolz.

Enthüllung der sanierten Skulpturen am 22. April

Die drei Pusteblumen, wie die Edelstahlplastiken im Volksmund genannt werden, zierten von 1972 bis 1999 den Sachsenplatz und mussten dann dem Bildermuseum weichen. Die an Blüten erinnernden Springbrunnen wurden in den folgenden Jahren in mehreren Depots des Straßen- und Tiefbauamtes Leipzig gelagert, ehe im vergangenen Herbst beschlossen wurde, die Stücke am neu eingerichteten Richard-Wagner-Platz zu installieren.

Nach einem Jahr sollen die Edelstahlbrunnen noch einmal von Werner Stahlbau gereinigt und ausgebessert. „Je nach Zustand wird sich dann zeigen ob die Stücke mehr Pflege brauchen“, erklärt Bauleiter Frank Naumann. Wer die drei Springbrunnen-Plastiken begutachten will, muss sich allerdings noch etwas gedulden. Mindestens bis zur Fertigstellung des Richard-Wagner-Platzes am 24. April werden die Pusteblumen noch verhüllt bleiben. Dann wird in der Mitte zusätzlich noch eine Wasserfontäne sprudeln.

Laut Angabe der Stadt soll die offizielle Übergabe auch in diesen Zeitraum fallen. "Ein genauer Termin steht aber noch nicht fest", erklärte Christoph Bock, Leiter der Abteilung Straßenbau. Ob die Schutzhüllen der Pusteblumen erst zur Einweihung oder schon vorher entfernt werden, steht laut Stadtsprecher Christoph Sorge noch nicht fest.

Florian Theis

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