Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Rückschlag bei Zentrum für Biodiversität: Suche nach dauerhaftem Standort abgebrochen
Leipzig Lokales Rückschlag bei Zentrum für Biodiversität: Suche nach dauerhaftem Standort abgebrochen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 11.02.2015

Wie das Finanzministerium auf LVZ-Anfrage mitteilte, seien nach einem Teilnahmewettbewerb drei Bieter zur Angebotsabgabe aufgefordert worden. Diese hätten fristgemäß ihre Offerten eingereicht. "Leider war auch nach Verhandlungen keines dieser Angebote aus dem Markt annehmbar", sagte Ministeriumssprecher Stephan Gößl.

Hinter den Kulissen sorgt der Abbruch für Verärgerung. Wie berichtet, herrschte allseits große Freude als Leipzig im April 2012 den Zuschlag für die neue Einrichtung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhielt - verbunden mit einer Förderung von 33 Millionen Euro. Damals galt es als ausgemacht, dass für das Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Leipzig, Halle und Jena sowie weiterer Partner ein Neubau auf der Alten Messe entsteht. Doch der Freistaat wollte solch ein Bauwerk nicht selbst errichten, startete vielmehr am 3. März 2014 eine Ausschreibung für private Investoren. Diese sollten nahe des Leipziger Universitätsklinikums 4730 Quadratmeter Mietflächen in einem repräsentativen Alt- oder Neubau zur Verfügung stellen. Als Mietzeitraum waren acht Jahre ab dem 1. Oktober 2016 vorgesehen - plus zwei Verlängerungsoptionen um jeweils drei Jahre.

Hintergrund der Vorgaben war, dass die finanzielle Förderung des Idiv nur bis 2016 komplett sowie bis zum Jahr 2024 weitgehend gesichert ist. Aktuell arbeiten schon rund 150 Forscher in einem Interim in der Biocity am Deutschen Platz. Geplant sind bis zu 250 Stellen.

Nach LVZ-Informationen lehnte der Freistaat letztlich alle Angebote der Investoren ab, weil sie Monatsmieten von mehr als 40 Euro pro Quadratmeter bedeutet hätten. Dieser hohe Preis folgte aus der kurzen Laufzeit von acht Jahren sowie immensen Baukosten - etwa für die Laboreinrichtungen. Kritiker sagen, dies hätte dem Freistaat bereits vor Beginn der Ausschreibung klar sein müssen.

Unter den Angeboten sollen eine Offerte für einen Teil vom "Roten Haus" (der früheren Herzchirurgie in der Philipp-Rosenthal-Straße 27) sowie für einen Investoren-Neubau auf der Alten Messe gewesen sein. Sprecher Gößl wollte sich zu Details nicht äußern: "Zurzeit werden andere Alternativen zur Bedarfsdeckung geprüft."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.02.2015

Jens Rometsch

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wie steht es um unsere städtischen Firmen? Aufschluss darüber geben die rathausinternen Managementreports. Quartalsweise untersucht die Beratungsgesellschaft BBVL dazu die Wirtschaftsdaten der wichtigsten Kommunalbeteiligungen und bewertet sie nach Ampelfarben.

11.02.2015

Der Grünauer Eberhard Schneider ließ im vergangenen Herbst seine 80-Liter-Mülltonne durch eine 60-Liter-Tonne ersetzen, weil sie für seinen Ein-Personen-Haushalt ausreicht.

10.02.2015

Der rasante Anstieg der Einwohnerzahlen in Leipzig hat vielfältige Folgen. Nicht nur, dass das Loch bei den Kita-Plätzen kaum zu stopfen ist. Auch hat die größte Stadt in Sachsen mit nunmehr 552 000 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2014) den Negativ-Titel "deutsche Leerstandsmetropole" abgegeben.

10.02.2015
Anzeige