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Lokales Rund 200 Leipziger protestieren auf und an der Sachsenbrücke gegen Deichrodungen
Leipzig Lokales Rund 200 Leipziger protestieren auf und an der Sachsenbrücke gegen Deichrodungen
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17:01 16.04.2011
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Leipzig

„Der Auenwald braucht Wasser – keine Kettensägen“ lautete der Slogan, mit dessen Hilfe der Umweltbund Ökolöwe sowie namhafte Leipziger Stadträte und Landtagsabgeordnete aus den Reihen von Bündnisgrünen, Linken und Sozialdemokraten zu der Aktion eingeladen hatten.

Die Teilnehmer machten ihrem Unmut über den Kahlschlag mit Worten, Transparenten und Musik Luft. ZU den Rednern gehörten die Grünen-Landtagsabgeordnete Gisela Kallenbach, der Stadtvorstandssprecher der Grünen Jürgen Kasek sowie Nico Singer, Geschäftsführer des Ökolöwen. Sie bezeichneten vor allem die Baumfällungen am Luppedeich als willkürlich.

Leipzig. Der Umweltschutzbund Leipziger Ökolöwe hat am Montag beim Dresdner Verwaltungsgericht Klage gegen den umstrittenen Tornado-Erlass des Sächsischen Umweltministeriums eingereicht. Mit Hilfe der Vorgabe aus dem Ministerium sind seit Anfang des Jahres auf gut 23 Kilometern der Leipziger Deiche etwa 6500 Bäume gerodet worden.
Auslöser für die gemeinsam von Landestalsperrenverwaltung (LTV) und Kommune verantwortete Abholzung auf den Deichen der Messestadt war die kritische Hochwasserlage im Januar dieses Jahres. Ein maroder Wall im Norden der Stadt drohte zu brechen, konnte nur unter großen Anstrengungen stabilisiert werden.

Axel Bobbe, Leiter des LTV-Bereichs Untere Pleiße, hatte danach den Zustand sowie die mit Bäumen verstellten Zufahrtswege zu den Deichen moniert. Mit Blick auf ein mögliches Frühjahrshochwasser rief er zu schnellem Handeln auf. „Die LTV wütete nun mit blindem Aktionismus auf elf Kilometern der Leipziger Deiche und auf weiteren zehn Kilomenter entlang der Luppe. Die ersten 5.000 von insgesamt 100.000 Bäumen sind gefällt“, resümierte der Ökolöwe in einer Erklärung zum Protest.

Als Rechtsgrundlage für die Rodung diene ein Erlass des sächsischen Umweltministers zum Schutz der Deichanlagen im Freistaat, der auch umfangreiche Abholzungen erlaube. Die Art und Weise der Umsetzung in Leipzig interpretiert der Ökolöwe allerdings als zu „teuer, unökologisch und vor allem unwirksam.“ Nach Ansicht der Umweltschützer können die neuen, gerodeten und höheren Deiche Leipzig kaum vor Überschwemmungen schützen. Vielmehr werde künftig der Leipziger Auwald vor den Wassermassen bewahrt, dessen ökologisches System allerdings darauf angewiesen ist und der als natürliche Überflutungsfläche eine wichtige Funktion im Hochwasserschutz der Stadtgebiete erfülle.

Gemeinsam mit den Politikern fordert der Ökolöwe deshalb einen sofortigen Stopp der Rodungen. Der Auwald solle stattdessen als natürliches Überschwemmungsgebiet genutzt werden und für die schon gefallenen Bäume eine Ersatzbeflanzung von mindestens 45 Hektar entstehen, heißt es im Protestaufruf.

ahr / mpu

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