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Lokales Russische Freundin in Not – Leipzigerin sammelt Spenden
Leipzig Lokales Russische Freundin in Not – Leipzigerin sammelt Spenden
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06:02 31.05.2018
Unterstützt ihre russische Freundin Lena mit einer Spendenaktion: die Leipzigerin Sabine Schanzmann-Wey. Quelle: Foto: privat
Leipzig

Das Bild zeigt verkohlte Bretter, den Fensterblick auf die Überreste einer Kücheneinrichtung. Bis vor gut zwei Jahren war das Lenas Wohnung, dann stand sie in Flammen und die Russin auf der Straße. Der Anfang einer Geschichte voller Rückschläge für die Frau, die in Gelendschik am Schwarzen Meer lebt – und nur noch bis Donnerstag in Leipzig bleiben kann, weil dann ihr Visum abläuft. Auf der Suche nach einer Perspektive will ihre Gastgeberin der 53-Jährigen helfen: mit einer Spendenaktion via Internet.

Sabine Schanzmann-Wey kennt Lena, die aus persönlichen Gründenanonym bleiben möchte, seit über 25 Jahren. „1991 haben wir uns während des Studiums in Moskau kennengelernt“, sagt die 48-Jährige, die in Leipzig in der Öffentlichkeitsarbeit bei einem Kreditinstitut arbeitet. „Über die Jahre haben wir Kontakt gehalten.“ 1998 und 2001 besuchte Schanzmann-Wey ihre Freundin in Südrussland, regelmäßig schreiben sie sich Mails. So bekam die Leipzigerin mit, wie Lena von heute auf morgen ihre vier Wände verlor, seitdem ohne feste Bleibe ist und in der größten Not auch in einfachen Unterkünften ohne Heizung selbst im Herbst und Winter eher hauste als wohnte. „Ich wünsche mir nur, endlich wieder ein Zuhause zu haben und mich sicher fühlen zu können“, sagt Lena.

Früher unterrichtete sie als Lehrerin, arbeitete später als Reiseführerin und Dolmetscherin am Schwarzen Meer, zuletzt gab sie privat Englisch-Unterricht. „Die Jobsituation ist sehr schwierig geworden in der Stadt, in der ich lebe“, erläutert die Russin. Ohne Wohnung verschlechterte sich auch ihre gesundheitliche Situation. Unterstützung von offiziellen Stellen bekam sie nicht.

Als Schanzmann-Wey im vergangenen Dezember mitbekam, wie schlecht es ihrer Freundin ging, beschloss sie, Lena nach Leipzig einzuladen. „Unter anderem leidet sie an Herzproblemen“, sagt sie. In Deutschland, bemerkt Lena, habe sie den Endruck gewonnen, dass Leute mit einer guten Ausbildung und dem nötigen Talent anders als in ihrer Heimat auch entsprechend leben könnten. Doch ihr Aufenthalts-Maximum von drei Monaten ist nun vorbei. Wenn die Russin zurück ist, soll sie trotzdem bald einen finanziellen Grundstock haben, um eine kleine Wohnung finanzieren zu können. „Ohne festen Wohnsitz ist ein Überleben für sie nahezu unmöglich“, fürchtet Schanzmann-Wey, „und selbst mit einer Arbeit sind die Gehälter meist so niedrig, dass sie nicht mal für die Miete reichen.“ Deshalb läuft nun bis Ende Juli ein Spendenaufruf auf der Seite www.leetchi.com, bei Bedarf kann er verlängert werden.

„Lena hat nie aufgegeben und möchte selbst auch um nichts bitten, doch ohne Unterstützung kann sie es kaum schaffen. Ich möchte ihr helfen, damit sie überhaupt wieder eine Existenzgrundlage hat“, sagt Schanzmann-Wey.

www.leetchi.com/c/eine-wohnung-fuer-lena

Von Mark Daniel

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