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Lokales „Ruth“ schnauft über den Schienenstrang
Leipzig Lokales „Ruth“ schnauft über den Schienenstrang
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23:00 13.08.2017
Großer Andrang herrschte beim 5.Sommerfest im Eisenbahnmuseum in Leipzig-Plagwitz. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Schlange stehen für „Ruth“ war am Sonnabend beim Sommerfest im Plagwitzer Eisenbahnmuseum angesagt. Zwar ist „Ruth“ in diesem Fall keine gefragte weibliche Person, sondern eine orangefarbene Diesellok gleichen Namens. Doch die Zugkraft könnte nicht größer sein. „Es ist ganz einfach der Spitzname der Rangierlok“, klärten Christin Peuthert und Holger Kames vom Vorstand des Vereins Eisenbahnmuseum Bayerischer Bahnhof zu Leipzig auf. Dieser hat bekanntlich sein Domizil nahe der Kurt-Kresse- und Schönauer Straße im Westen der Stadt.

Laden die Eisenbahnfans zu Mitfahrten auf dem Führerstand, bilden sich stets lange Schlangen. Doch auch diesmal kein Problem für die Wartenden – umso mehr wuchs die Vorfreude auf die etwa einen Kilometer lange Strecke. Neben „Ruth“ schnaufte noch eine blaue V-15-Diesellok – Rangiername „Rispe“ – am Plagwitzer Bahnhof entlang. Insgesamt zuckelten die beiden Lokführer Alexander Schröter und Michael Warnatz wohl 60 bis 70 Mal hin- und wieder zurück. Die Fahrt mit den Dieselloks war natürlich besonders für die Jüngsten ein Highlight. „Dürfen wir mal hupen?“, lautete die meist gestellte Frage. „Es heißt Pfeifen“, lautete die richtige Antwort. Um wichtiges Fachwissen reicher machte die Runde mit einer Mini-Lok doch gleich noch mal so viel Spaß. Und was gehört noch zu einem Sommerfest für die ganze Familie? Klarer Fall: Kinderschminken, Hüpfburgspringen, Luftballons modellieren.

Wie kam es eigentlich zu dem Sommerfest? „Vor Jahren gab es mal Beschwerden über das Pfeifen der Loks“, so Holger Kames. „Dabei gibt es gar keine direkte Wohnbebauung. Egal. Damit die Leute erfahren, was wir hier so treiben, haben wir die Veranstaltungen ins Leben gerufen. Zunächst als Experiment. Aus dem Experiment wurden viele beliebte Feste: Die Kleinen freuen sich über die Abenteuer am Schienenstrang. Die großen Eisenbahnfans fachsimpeln mit uns Vereinsmitgliedern.“ Vermisst wurde diesmal ein ganz besonderes rollendes Museum: Die Güterzugdampflok 52 8154-8. „Sie ist seit Anfang des Jahres zur Kesselreparatur im DLW Meiningen. Spätestens im Februar 2018 rechnen wir mit ihrer Rückkehr“, freuen sich Peuthert und Kames.

So ein Kessel sei durch das ständige Anheizen und Abkühlen nun mal dem Verschleiß ausgesetzt. Nicht zu vergessen: der starke Druck. „Dampf und Druck in dem angeheizten Kessel reichen aus, um eine missliebige Person langfristig auf den Mond zu schießen“, scherzte Kames. Denn für eine Rückkehr reiche die Energie nicht. Zurück zu den Fakten: Die Kosten für die umfangreiche Kessel-Reparatur belaufen sich auf etwa 230 000 Euro. Nur gut, dass die Eisenbahner zahlreiche Fans haben: „Fördermittel erhalten wir von der Stadt Leipzig, dem Denkmalschutz, dem Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig sowie der Sparkasse. Und natürlich helfen auch Spenden der Besucher, die nostalgische Technik zu erhalten.“ Was die Ziffern an der historischen Lok bedeuten, interessierte diese ebenfalls: Die 52 stehe für Typ und Baureihe, die 154 für die Unterbaureihe und die 8 ist die Selbstkontrollziffer für die elektronische Datenverarbeitung, so Kames. Genug gefachsimpelt – auch jede Menge Vorfreude wurde beim Sommerfest geweckt: Auf Sonderfahrten nach Freyburg/Unstrut oder nach Altenburg – begonnen habe auch schon der Vorverkauf für die Nikolausfahrten vom Plagwitzer Bahnhof aus.

Von Ingrid Hildebrandt

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