Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales S-Bahn-Brand in Leipzig verschärft Fahrzeug-Situation – Abhilfe zum Fahrplanwechsel?
Leipzig Lokales S-Bahn-Brand in Leipzig verschärft Fahrzeug-Situation – Abhilfe zum Fahrplanwechsel?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:28 24.06.2015
Auf dem Dach eines Waggons ist am Montagabend (03.11.2014) in Leipzig Feuer ausgebrochen. Der S-Bahn-Verkehr musste daraufhin unterbrochen werden. Quelle: André Kempner

"Derzeit stehen fünf von insgesamt 51 Fahrzeugen nicht zur Verfügung", so Bönisch. Davon sei ein Zug noch nicht im Einsatz, nachdem er schon vor der Auslieferung aus den Schienen sprang. Zwei weitere sind nach Unfällen - Entgleisungen beim Rangieren in Halle respektive Zwickau - derzeit zur Reparatur, an einem werden die Radscheiben vom Hersteller Bombardier saniert - ein Garantiefall. Nun fehlt der fünfte wegen des aktuellen Brandschadens.

Die Ursache des Brandes steht bislang noch nicht fest, ebenso nicht, wie lange der Talent-2-Zug ausfällt. "Dies kann nur der Hersteller beantworten, der sich mit der Erforschung des aufgetretenen Defekts beschäftigt", erklärt der Bahn-Sprecher. Das defekte Fahrzeug sei nach dem Löschen und ersten Ermittlungen abgeschleppt und über den Güterring in die Werkstatt gebracht worden. Laut Bönisch war der Abschnitt Leipzig MDR-Leipzig Bayerischer Bahnhof von 18.14 bis 19.25 Uhr gesperrt, wobei es bis 2 Uhr nachts zu Beeinträchtigungen wie Umleitungen und Ausfällen auf allen Linien gekommen war, auf der S 1, S 2 und S 4 bis in die gestrigen Vormittagsstunden.

Die fast zehn Prozent weniger Kapazität haben natürlich Auswirkungen auf den regulären Betrieb im S-Bahn-Netz. Immer wieder gibt es deshalb besonders auf den beiden zwischen Leipzig und Halle verkehrenden Linien (S 3 und S 5 x) Beschwerden über volle Züge. Immerhin nutzen 15.000 Pendler täglich die Verbindung. "Von einer generellen Überfüllung kann keine Rede sein", sagt hingegen der Bahn-Sprecher. Das zeigten auch die Auswertungen des Fahrgastzählsystems.

Dass es durch die fehlenden Zug-Kapazitäten zu Komforteinschränkungen komme, sei der Bahn bewusst. "Jedoch sind die Züge so konzipiert, dass es auch bei hohem Reisendenaufkommen keine Sicherheitseinschränkungen gibt und bei Nutzung aller Sitz- und Stehplätze ausreichend Platz verfügbar ist", so das gewiss diskussionswürdige Resümee. Nicht gesagt wird, dass wegen der prekären Fahrzeug-Situation die innerstädtische Linie S 7 in Halle seit Eröffnung des S-Bahn-Netzes nur mit Doppelstock-Wagen bedient wird. Wegen der fehlenden Kapazitäten kann es außerdem dazu kommen, dass Reisende ihr Fahrrad nicht mitnehmen dürfen.

"Abhilfe ist geplant, indem zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember einzelne Leistungen in Abstimmung mit den Bestellern geändert werden", so Bönisch. Will heißen, das wohl der Einsatz von einer oder zwei Zugeinheiten auf den einzelnen Linien verändert werden soll. "Unabhängig davon versuchen wir vor allem auf den Linien S 3 und S 5 x die planmäßige Kapazität anzubieten", erklärt der Bahn-Mitarbeiter. Der Einsatz anderer Fahrzeuge durch den City-Tunnel sei leider nicht möglich.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.11.2014

Martin Pelzl

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Wohnungspolitische Konzept für die Stadt Leipzig wird doch erst im kommenden Jahr aktualisiert. Ursprünglich sollte die Abschlussveranstaltung des Beteiligungsverfahrens am 18. November stattfinden, nun hat die Stadt sie auf das Frühjahr 2015 verschoben.

04.11.2014

Verwirrung am Dienstagmorgen in Leipzig: Über Nacht sind die Karl-Liebknecht-Straße in der Südvorstadt und die Dresdner Straße im Osten durch aufgeklebte Papierblätter in Keupstraße und Halit-Straße umbenannt worden.

04.11.2014

Auf die Kunden der Deutschen Bahn kommt der längste Streik in der Geschichte des Unternehmens zu. Von Donnerstag, 2 Uhr, an wollen die Lokführer im Personenverkehr bundesweit für vier Tage die Arbeit niederlegen.

04.11.2014
Anzeige