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Lokales S-Bahn nach Markranstädt - Miltitzer Ortsvorsteher Walther ist genervt
Leipzig Lokales S-Bahn nach Markranstädt - Miltitzer Ortsvorsteher Walther ist genervt
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23:59 06.11.2014
S-Bahn im VRR unterwegs: Bei der Vergabe solcher Verkehrsleistungen könnte es in Deutschland bald mehr Wettbewerb geben. Quelle: dpa
Miltitz

Im Leipziger Flächennutzungsplan sei davon ja immer noch die Rede und das Vorhaben offensichtlich längst nicht ad acta gelegt. Sichtlich genervt ob der skurrilen Situation antwortete Ortsvorsteher Heinz Walther (SPD), dass weder die Stadtplaner noch die Verfasser zweier Leserbriefe, die in der LVZ die Bahnstrecke nach Markranstädt befürworteten, die Lage richtig beurteilen könnten. Der Ortschaftsrat hatte - wie berichtet - im Mai das Ansinnen einstimmig abgelehnt.

"Die beiden Leserbrief-Autoren verwechseln die S-Bahn offensichtlich mit der Parkeisenbahn am Auensee. Herr Rohr schreibt, dass die fehlenden drei Kilometer bis nach Markranstädt mit relativ kleinem Aufwand zu realisieren sind", schob Walther nach. Dies zeige, dass er sich mit der Sache nicht intensiv genug beschäftigt habe, konterte der Ortsvorsteher. Denn ab dem Haltepunkt Grünau müssten über- oder unterquert werden: die Straße am See, der Bach Zschampert, die Zufahrt zum Naherholungsgebiet Kulkwitzer See und dessen Parkplatz, schließlich die Bundesstraße 87. "Und nach Meinung des Lesers muss ja dann nur noch ein bisschen Wald weg. Bei der Breite einer S-Bahn-Trasse und den notwendigen Abständen zur Bundesstraße sowie zu den angrenzenden Wohnhäusern des Auenweges anscheinend alles kein Problem!"

Der Miltitzer Ortsvorsteher Heinz Walther. Quelle: André Kempner

Allerdings seien dann auch noch mindestens zehn Mehrfamilienhäuser, die im Wege stehen, abzureißen, fuhr Walther spitz fort. Vor ähnlich vielen Häusern, die stehenbleiben dürften, müsse dann die notwendig gewordene Lärmschutzwand errichtet werden, die von der Wohnhausseite aber mit Waldmotiven bemalt werden könnte, damit der Blick aus den Fenstern angenehm bleibt. "Dann kappen wir die westliche Ausfahrt von Miltitz auf die B 87 - oder bauen Brücke, Tunnel beziehungsweise Schranke -, weil ja durch Miltitz nicht unbedingt ein Bus fahren muss, so dass dann eine verkehrsberuhigte Zone entsteht, da der Auenweg zur Sackgasse wird. Eine Wohltat für die Anwohner. Dann ist es gleich geschafft! Es muss nur noch der Miltitzer Waldfriedhof dran glauben - und die Bahnlinie ist bis Markranstädt fertig."

Walthers weitergehende - natürlich nicht ernst gemeinten - Vorschläge zum Thema S-Bahn: "Ein Eisenbahntunnel von Grünau nach Markranstädt, analog dem Kanaltunnel von Frankreich nach England, unter dem Kulkwitzer See bauen oder von dessen Ostufer über den See zum Westufer eine Eisenbahnfähre einrichten. Oder aber endlich diesen ganzen Unfug mal zu den Akten legen."

Wer sich einmal die Mühe mache, die örtlichen Gegebenheiten anzusehen, werde schnell zu der Erkenntnis gelangen, dass der Miltitzer Ortschaftsrat bei seiner Ablehnung der Pläne mit Sachkenntnis entschieden habe, betonte der Vorsitzende des Gremiums. "Leider fehlt diese Sachkenntnis vielen Leipziger Stadträten, denn sonst hätten sie nicht gegen unsere Einwendungen entschieden", bedauert Walther, den es im selben Atemzug ebenfalls wurmt, dass deshalb nach wie vor Flächen brachliegen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.11.2014

Cornelia Lachmann

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