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Lokales SPD-Mitglieder stellen sich gegen vorgeschlagene Direktkandidatin für Leipziger Osten
Leipzig Lokales SPD-Mitglieder stellen sich gegen vorgeschlagene Direktkandidatin für Leipziger Osten
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14:40 10.11.2018
Die Direktkandidaten der SPD (von links): Lars Menzel (Wahlkreis 28), Waltra Heinke (Wahlkreis 29), Dirk Panter (Wahlkreis 31), Irena Rudolph-Kokot (Wahlkreis 30), Holger Mann (Wahlkreis 32) und Michael Schmidt (Wahlkreis 33). Quelle: André Kempner
Leipzig

Yana Orthey, für den Wahlkreis 27 nominiert, ist am Sonnabend bei der Vollversammlung der Sozialdemokraten als Direktkandidatin der SPD für die Landtagswahl abgelehnt worden. Bei 126 abgegebenen Stimmen sprachen sich 74 (59 Prozent) der SPD-Mitglieder gegen ihre Kandidatur in dem Wahlkreis (Anger-Crottendorf, Althen-Kleinpösna, Baalsdorf, Engelsdorf, Heiterblick, Holzhausen, Mölkau, Sellerhausen-Stünz und Stötteritz) aus. Nur 35 stimmten für die Nominierung von Yana Orthey.

Das Ergebnis überraschte Dirk Panter, Landtagsabgeordneter der SPD. Er begründete den Wahlausgang mit internen Querelen des Ortsvereins Ost/Nordost. Dort war Orthey im Juni als Vorsitzende zurückgetreten. Gründe dafür seien die fehlende Unterstützung der Genossen im Ortsverband und Zeitmangel gewesen, so die Jurastudentin. „Wie soll ein Wahlkampf ohne den Rückhalt aussehen?“, fragte Alexej Stephan, im Landesvorstand der Jusos, die Kandidatin. Sie erhoffe sich die Unterstützung der Partei insgesamt, entgegnete Orthey. Im Ortschaftsrat Mölkau ist die 23-Jährige weiterhin aktiv.

Die verwehrte Kandidatur für das Direktmandat sei „nicht glücklich“, sagte Holger Mann, SPD-Landtagsabgeordneter. Das „Votum der Parteibasis“ müsse jedoch akzeptiert werden. Ziel sei nun, einen anderen Direktkandidaten für den Wahlkreis zu finden und von der Vollversammlung wählen zu lassen, sagte Katharina Kleinschmidt, kommissarische Vorsitzende der SPD Leipzig. Bis Anfang Februar, wenn die Wahlliste der Sozialdemokraten in Frankenberg (Mittelsachsen) gewählt wird, müsse der siebte Bewerber stehen, so Kleinschmidt.

Anstelle einer Kampfkandidatur sucht die SPD nun also noch einen Kandidaten für die Landtagswahl im September 2019. Die anderen Bewerber wurden auf der Vollversammlung von den 128 Stimmberechtigten in der Garage bestätigt:

Im Wahlkreis 28 (Probstheida, Connewitz, Dölitz-Dösen, Liebertwolkwitz, Lößnig, Marienbrunn, Meusdorf und Südvorstadt) tritt Lars Menzel (38) an. Er wurde mit 80 Prozent der gültigen Stimmen gewählt.

Für den Wahlkreis 29 (Großzschocher, Burghausen-Rückmarsdorf, Grünau-Mitte, Grünau-Nord, Grünau-Ost, Grünau-Siedlung, Hartmannsdorf-Knautnaundorf, Kleinzschocher, Knautkleeberg-Knauthain, Lausen-Grünau, Miltitz und Schönau) nominierten die Sozialdemokraten Waltra Heinke (60) mit 76 Prozent der Stimmen als Direktkandidatin.

Irena Rudoph-Kokot (45) tritt als Direktkandidatin im Wahlkreis 30 (Altlindenau, Böhlitz-Ehrenberg, Leutzsch, Lindenau, Lützschena-Stahmeln, Neulindenau, Plagwitz und Schleußig) an. Sie holte 89 Prozent der Stimmen bei der Nominierungsveranstaltung der SPD.

Der Direktkandidat der SPD für den Wahlkreis 31 (Reudnitz-Thonberg, Zentrum, Zentrum-Nord, Zentrum-Nordwest, Zentrum-Ost, Zentrum-Süd, Zentrum-Südost und Zentrum-West) heißt erneut Dirk Panter (44). Der wurde mit 95 Prozent der Stimmen bestätigt, seit 2009 sitzt er für die SPD im Landtag in Dresden.

Im Wahlkreis 32 (Eutritzsch, Gohlis-Mitte, Gohlis-Nord, Gohlis-Süd, Lindenthal, Möckern und Wahren) tritt wie auch schon 2014 Holger Mann (39) an. Mann, der ebenfalls seit 2009 im Landtag sitzt, holte 90 Prozent der Stimmen.

Michael Schmidt (34) ergänzt die SPD-Mannschaft im Wahlkreis 33 (Mockau-Nord, Mockau-Süd, Neustadt-Neuschönefeld, Plaußig-Portitz, Schönefeld-Abtnaundorf, Schönefeld-Ost, Seehausen, Thekla, Volksmarsdorf und Wiederitzsch). Er bekam 90 Prozent der Stimmen.

Damit geht die SPD in Leipzig mit zwei Frauen und vier Männern als Direktkandidaten in die Landtagswahl im September. Ob es einen siebten im Bunde gibt, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden.

Von Theresa Held

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