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Lokales Mobil in Leipzig: SPD bringt Idee einer Ringbahn ins Spiel
Leipzig Lokales Mobil in Leipzig: SPD bringt Idee einer Ringbahn ins Spiel
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14:52 17.09.2018
Fahrradfahrer stiegt in den S-Bahn-Zug an der Haltestelle MDR in der Semmelweisstraße in Leipzig. Foto: Andre Kempner Quelle: kempner
Leipzig

Im öffentlichen Nahverkehr von Kleinzschocher nach Paunsdorf oder von Leutzsch nach Schönefeld – dafür braucht es Geduld. Mit Straßenbahn und Bus kann die Reise quer durch die Messestadt schon mal dauern, für die schnelle Alternative per S-Bahn fehlt es häufig noch an Haltepunkten und direkten Strecken. Leipzigs Sozialdemokraten bringen deshalb die Idee einer Ringbahn ins Spiel, wie es sie in vielen großen Metropolen gibt.

Der Plan: Einmal rings um das Stadtzentrum im Radius von drei bis vier Kilometern, mit neuen Stationen in den Stadtteilen und angeschlossenen Straßenbahn-Haltestellen für die weiterführende Vernetzung. Der Clou dabei: Ein Großteil der Gleise ist bereits jetzt schon vorhanden, wird zum Teil aber noch ausschließlich für den Güterverkehr genutzt. Lediglich südlich des Wildparks müssten die vorhandenen Schienenstränge wohl noch miteinander verbunden werden, damit tatsächlich ein praktikabler Rundkurs entsteht.

Neuauflage des „Leipziger Herz“

„Die Idee für eine Leipziger Ringbahn entstammt dem SPD-Arbeitskreis für Stadtentwicklung und Umwelt. Dort haben wir diskutiert, welche Infrastruktur Leipzig in Zukunft braucht, wenn die Stadt noch weiter wächst“, sagte Gremiums-Vorsitzender Henrik Fischer gegenüber LVZ.de. Er verweist auf Konzepte, die bereits in der Vergangenheit an der Pleiße diskutiert wurden. „Ursprünglich gab es solche Ansätze ja schon im Generalverkehrsplan aus den 1970er Jahren. Die Idee ist bekannter als ‚Leipziger Herz‘, denn damals sollten alle Bahnen noch durch den City-Tunnel fahren. Vor allem den nördlichen Teil des Rings enthielt der Plan von damals noch nicht“, so Fischer weiter.

Am Montag präsentierten die Sozialdemokraten einen ersten Entwurf ihrer Ringbahn – von einem konkreten Plan zu sprechen, ist dabei noch zu früh. „Auch eine große Erhebung, ob ein Bedarf überhaupt vorhanden ist, haben wir nicht gemacht. Offensichtlich ist nur, dass es ein Defizit bei der Ost-West-Verbindung in Leipzig gibt.“ Dem SPD-Arbeitskreis geht es mit der Idee vor allem um das Anstoßen einer neuen Debatte, was alternativ im Leipziger Verkehrskonzept möglich wäre. Konkrete Planungen müssten dann Verkehrsexperten übernehmen, sagt Fischer.

 Achillesverse Auwald

Klar ist den Sozialdemokraten dabei auch: „Die Achillesferse dieses Projekts wäre auf jeden Fall die noch fehlende Südverbindung durch den Auwald. Ohne einen Tunnel ist diese überhaupt nicht denkbar.“ Denn der Wald ist nicht nur Naturschutzgebiet sondern auch jährlich durch Überflutungen geprägt. „Vielleicht lassen sich wirtschaftliche Vorteile durch die ansonsten schon vorhandenen Strecken dagegensetzen und so eine gute und finanzierbare Tunnel-Lösung finden“, sagt Fischer und fügt an: Oberirdisch im Auwald neue Bahngleise zu verlegen sei absolut ausgeschlossen.

Trotz aller Widrigkeiten kommt die Ringbahn-Idee zumindest schon bei anderen SPD-Mitgliedern an: „Der S-Bahn-Ring bietet große Chancen für den Leipziger Norden. Besonders würde ich mich auf einen S-Bahnhof in Wiederitzsch an der Delitzscher Straße freuen“, sagt Christina März (Ortsverband Nord). Auch Benjamin Schulz (Ortsverband Südwest) würde sich über zusätzliche Haltepunkte freuen. „Mit einem S-Bahn-Ring würden Kleinzschocher und Großzschocher endlich an das S-Bahn-Netz angeschlossen werden. Eine Station am Cospudener See würden allen Leipzigern die Möglichkeit bieten, umweltfreundlich an den Strand zu kommen.“

Von Matthias Puppe

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