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Lokales SPD-Politiker Katzek spricht von Experiment
Leipzig Lokales SPD-Politiker Katzek spricht von Experiment
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20:29 05.06.2018
Jens Katzek Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Der Leipziger SPD-Politiker und frühere Bundestagskandidat Jens Katzek hat am Dienstag einen umstrittenen Facebook-Post verteidigt. „Ich bedauere dieses Experiment nicht, auch wenn es misslungen ist“, sagte der 55-Jährige gegenüber der LVZ.

Am Montag hatte der aus dem Ruhrgebiet stammende Biochemiker bei Facebook ein Foto von sich veröffentlicht, das wie ein Wahlplakat wirkte. Links oben war das SPD-Parteilogo zu sehen, unter Katzeks lächelndem Konterfei stand dazu auf einem roten Banner: „Auch ich bin ein Rassist!“

Gleiche Position wie Parteichefin Nahles

In einem Erläuterungstext zu dem Foto erklärte Katzek, er wolle Solidarität mit der SPD-Parteichefin Andrea Nahles üben. „Sie wurde faktisch als Rassistin beschimpft, weil sie die Meinung vertreten hat, dass es Sinn macht, Tunesien, Algerien und Marokko zu sicheren Herkunftsländern zu erklären. Dieser Selbststörung der SPD will ich nicht mehr schweigend zusehen.“ Er teile Nahles Ansicht zu den sicheren Herkunftsländern, erläuterte Katzek. Wenn sie von einigen Genossen als Rassistin geschmäht werde, dann sei er auch einer.

Jusos fordern Rücktritt von allen Ämtern

Auf Facebook und im Internet hagelte es Proteste gegen den von Katzek verwendeten Slogan. Die Leipziger Jusos forderten das Mitglied des SPD-Stadtvorstandes auf, seine politischen Ämter niederzulegen: „Wir sind von dieser Aussage entsetzt.“ Das Stadtmagazin Kreuzer fragte sarkastisch, ob der SPD-Politiker „seine Partei nun völlig zerstören oder einfach den Rassismus-Begriff wieder positiv besetzen“ wolle. Roman Grabolle vom Bündnis „Stadt für alle“ zog Parallelen zu einem früheren Facebook-Beitrag, in dem Katzek nach Krawallen bei dem G20-Gipfel in Hamburg geschrieben habe: „Jetzt verstehe ich, wie sich die Menschen 1933 in Berlin gefühlt haben müssen.“

Generalsekretärin Kolbe reagierte sofort

Katzek selbst löschte seine Veröffentlichung nach wenigen Stunden wieder. Die Reaktionen hätten ihn „persönlich getroffen und erschüttert“, sagte er der LVZ. Im Text zu dem Foto habe er eindeutig betont, dass er kein Rassist sei, sondern im Winter 2015 zu den ersten gehört habe, die für ein Maßnahme-Paket zur Integration von Flüchtlingen warben. Bei diesem „Experiment“ habe es sich um Satire gehandelt. Es sei ihm um den Stil der Debatte in der SPD gegangen. Er sehe keinen Grund, seine Ämter abzugeben.

Daniela Kolbe, die SPD-Generalsekretärin in Sachsen, hatte Katzek bereits am Montag umgehend aufgefordert, „wenigstens das Parteilogo aus dem völlig verunglückten Post zu entfernen“, bestätigte sie der LVZ.

Von Jens Rometsch

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