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Sabine Ebert mit neuem Roman: Barbarossa und sein Weg an die Macht

„Schwert und Krone – Der junge Falke“ Sabine Ebert mit neuem Roman: Barbarossa und sein Weg an die Macht

Der Bestsellerautorin Sabine Ebert gelingt mit dem zweiten Teil ihrer Barbarossa-Saga „Schwert und Krone – Der junge Falke“ erneut ein Geschichtsroman. Die Autorin liest in der LVZ-Kuppel.

Die Leipziger Bestseller-Autorin mit den beiden ersten Romanen ihrer Mittelalter-Saga „Schwert und Krone“.
 

Quelle: Kempner

Leipzig. Die Fans mussten nicht lange warten. Nicht einmal ein Dreivierteljahr nach dem von Literaturkritik und Lesern gefeierten ersten Teil der großen Barbarossa-Saga „Schwert und Krone – Meister der Täuschung“ erscheint jetzt der zweite Roman. Die Leipziger Bestsellerautorin Sabine Ebert ist nicht nur eine Meisterin des Wortes, sondern auch eine ausgesprochen disziplinierte, hochkonzentrierte Schreiberin. Am 2. November ist Verkaufsstart für „Schwert und Krone – Der junge Falke“, den zweiten Band des großen literarischen Mittelalter-Gemäldes, der in seiner spannenden Erzählweise nahtlos an den ersten Teil anknüpft und den Leser ebenso fesselt. Sabine Ebert taucht erneut tief ein in das frühe Mittelalter, das Buch spielt von 1147 bis 1152, zeigt die Machtkämpfe, Intrigen und wechselnden Bündnisse. Dank ihrer akribischen historischen Recherche und ihrer feinsinnigen Erzählkunst ist der Leser mittendrin im Leben der Staufer, Welfen, Wettiner, Askanier, Plötzkauer und Slawen. Die Autorin lässt die handelnden Personen, die alle inzwischen zehn Jahre älter sind als im ersten Buch, schön fließend in den zweiten Teil ihrer Romanfolge gleiten, nimmt die Fäden behutsam auf und verwebt sie literarisch geschickt zu immer neuen Gesellschaftsbildern, Dramen und Handlungssträngen. Nichts holpert, alles wirkt in sich logisch, spannend erzählt und nachvollziehbar.

König Konrad III. von Staufen, der durch List, Betrug und Verrat auf den Thron kam, will durch einen Kreuzzug ins Heilige Land weiteren Besitz und Ansehen erwerben. Viele Adlige schließen sich ihm an, auch der Königsneffe Friedrich von Schwaben, der künftige Barbarossa (1122 bis 1190). Gleich nach Heirat und kurzer Pflicht-Hochzeitsnacht mit der von ihm ungeliebten Adela von Vohburg zieht der junge Heißsporn in den Krieg. Den Herzögen, Grafen und Rittern folgen auch unzählige unbewaffnete arme Pilger, die nur auf Plünderungen aus sind. Heinrich der Löwe, Albrecht der Bär und Konrad von Wettin wiederum wollen sich dem langen Ritt nach Byzanz und Jerusalem entziehen. Sie führen lieber ihren eigenen Kreuzzug gegen die benachbarten Wenden, um slawische Gebiete zu erobern.

Hauptfigur Barbarossa

Interessant zeichnet Sabine Ebert die Entwicklung ihrer Hauptfigur Barbarossa; nicht nur als versierten Kämpfer und durchsetzungsstarken Anführer, sondern auch als wachen, kritischen Geist, der sich selbst vor dem König nicht den Mund verbieten lässt. Schon im ersten Teil der Saga sagte er als 17-Jähriger angewidert zu seinem ebenso jungen Freund Sven von Dänemark: „Das ganze Reich gründet sich nur noch auf Lug und Trug. Der Abgefeimteste gewinnt. Das kann nicht zu Frieden führen.“ Sein Oheim, der König, habe sich den Pfaffen ausgeliefert. Als junger Mann durchschaut Friedrich das ganze System des Intrigenspiels. „Wir machen es anders, wenn wir erst die Herrschaft übernehmen!“, lautet die honorige Schlussfolgerung des schon damals machtbewussten jungen Adligen.

Jetzt, im zweiten Teil, wird der gereifte Herzog von Schwaben, also Barbarossa, angesichts der verheerenden Niederlagen während des Kreuzzuges noch zugespitzter in seiner Kritik an den Zuständen. Er ärgert sich über die Unfähigkeit der Heerführer, die zu verheerenden Niederlagen in Anatolien und Damaskus führten. Ihn ärgert, dass auch er, der Ehrgeizige, Aufstrebende, weder Ruhm noch Ehre einsammeln konnte, keinen einzigen Sieg. Schonungslos analysiert er: „Gescheitert sind wir am Gezänk der Christen untereinander: drei Könige, von denen einer unfähiger ist als der andere.“ Und für ihn heißt das nur eines: „Wir brauchen einen neuen König, stark und durchsetzungsfähig.“ Das Ganze erzählt er bei Sabine Ebert aber nicht Grafen und Herzögen, sondern zuerst einer ausländischen Hure, die ihn nicht versteht und ihn nach dem „überflüssigen Geschwätz“ gleich auf ganz andere Gedanken bringt. So verbindet die Autorin kleine Episoden spielerisch mit der nachempfundenen Entwicklung einer großen Herrscherpersönlichkeit.

Dabei beleuchtet sie nicht nur die Machtallianzen und Kriege der Staufer, Sachsen, Wettiner und der Geistlichkeit, sondern holt auch die Frauen dieser Zeit auf die Bühne. In ihrer ganzen Unterschiedlichkeit rückt sie diese ins Licht; die Starken wie Kunigunde von Plötzkau, die als 13-Jährige mit einem Grafen vermählt wurde, der ihr Großvater sein könnte und die allein mit Angriffen und Missernten fertig werden muss, weil der Herr Gemahl gerade Krieg führt. Zu den starken Frauen gehören auch Richenza, Eilika und Mathilde. Sabine Ebert fügt diese ebenso in das Zeitgemälde ein wie die diplomatisch folgsamen, wie Sophia oder Adela, die unsagbar Leidenden wie die mit zwölf Jahren geschwängerte Kindfrau Isa und die Frauen aus dem Volke wie die Stickerin Hanka und die Wehmütter Sunhild und Josefa. Wer denkt da nicht an die Hebammen-Romane. Auch deren Fans werden hier auf ihre Kosten kommen und Personen entdecken, die ihnen bekannt vorkommen, etwa den Jungen Christian, der als Ritter Jahre später Marthe beschützen wird, und seine Eltern. Sabine Ebert hat hier, wie nebenbei, ganz geschickt berührende Lebenswege verknotet.

„Ich muss das genau vor mir sehen“

Sabine Ebert ist eine Meisterin im Entwickeln von Charakteren, im akribisch genauen Verfolgen und Verschränken von langen Lebenslinien. Das betrifft die Herrscher, ihre Gemahlinnen, die Erzbischöfe und auch Teile des Gefolges. Sie nimmt die Fakten in sich auf und lässt dann die Szenerie vor ihren Augen ablaufen. „Ich muss das genau vor mir sehen“, sagt sie selbst.

Sabine Ebert, die in Aschersleben geboren wurde, in Berlin aufwuchs und in ihrer Wahlheimat Freiberg mit dem Bücherschreiben begann, hat sich mit „Der junge Falke“ fest in der Liga der großen Autoren sorgfältig recherchierter und brillant erzählter Geschichtsromane verankert. In der Zeitung „Die Welt“ wurde sie mit Ken Follett verglichen. In der Tat muss sie sich neben dem Großmeister der historischen Romane nicht verstecken. Was die Zeichnung der Figuren betrifft, führt sie mitunter sogar den feineren Strich.

Sabine Eberts Bücher sind anschaulicher Geschichtsunterricht, gerade für die Region Mitteldeutschland. Viele bedeutende Herrscherhäuser des heutigen Sachsens, Thüringens und Sachsens-Anhalts lässt sie lebendig werden, gewährt Einblicke in den Alltag jener Zeit.

Auch in diesem Sinne können sich die Leser freuen, dass es weitergeht mit Barbarossa, den Wettinern, Welfen und Slawen. Sabine Ebert arbeitet schon an Teil drei der Mittelalter-Saga, der im zweiten Halbjahr 2018 erscheinen soll.

Der Roman „Der  junge Falke“

Der Roman „Der junge Falke“ .

Quelle: Kempner

Sabine Ebert: Schwert und Krone – Der junge Falke, Knaur, 640 Seiten, 19,99 Euro

Die Premiere des Buches mit der Autorin am 2. November 19 Uhr in der Buchhandlung Ludwig im Leipziger Hauptbahnhof ist bereits völlig ausverkauft.

Karten gibt es noch für die Lesung und Diskussion mit Sabine Ebert am Freitag, den 10. November, um 19 Uhr in der Kuppel des Verlagshauses der Leipziger Volkszeitung, Peterssteinweg 19

7,50 Euro für Abonnenten, 10 Euro für Nicht-Abonnenten, Tickets im LVZ-Foyer, in den LVZ-Geschäftsstellen und über die gebührenfreie Hotline 0800 2181-050

Von Anita Kecke

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