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Lokales Sachsen bundesweit Schlusslicht: Jedes fünfte Kind ist nicht gegen Masern geimpft
Leipzig Lokales Sachsen bundesweit Schlusslicht: Jedes fünfte Kind ist nicht gegen Masern geimpft
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12:22 18.02.2015
Nur ein kleiner Pieks: Ungeimpfte oder nur einmal in der Kindheit gegen Masern geimpfte Erwachsene sollten sich jetzt noch dagegen immunisieren lassen. Quelle: dpa
Leipzig

Der Freistaat sei inzwischen deutschlandweit das Schlusslicht mit einer Durchimpfungsrate von 80 Prozent, sagte der Experte gegenüber der Leipziger Volkszeitung. Der Maßstab dafür sei, wie viele Kinder zur Schuleingangsuntersuchung alle beide Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln haben. Angestrebt sind 95 Prozent, so das Mitglied der Sächsischen Impfkommission. Meist fehle die Zweitimpfung.

Masern seien eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die in schweren Fällen tödlich enden könne, so Borte. Die Komplikationsrate sei viel höher als viele denken. So könne es inzwischen bei einem von 1000 Maserninfizierten zu einer tödlichen Erkrankung des Zentralnervensystems kommen. Die Inkubationszeit dauert etwa zehn bis 14 Tage. Dann treten meist auch die typischen rötlichen Flecken auf – ansteckend sind die Betroffenen aber schon etwa fünf Tage zuvor.

Impfung auch drei Tage nach Kontakt noch sinnvoll

Der Leipziger St.-Georg-Chefarzt rät daher dringend zum Impfen. Das sei auch bis zu drei Tage nach dem Kontakt mit Infizierten noch sinnvoll, so Borte. Der Mediziner spricht sich für eine weitgehende Impfpflicht aus. Für ihn ist es eine Art Bürgerpflicht, sein gesundes Kind impfen zu lassen. Denn bei der Masernimpfung gehe es nicht nur um den Schutz des Geimpften selbst, sondern auch um die Verantwortung für diejenigen, die aufgrund schwerer Erkrankungen nicht geimpft werden können. Eine hohe Impfrate schütze auch sie, sagte Borte.

Als Mitglied der Sächsischen Impfkommission (Siko) weist der Mediziner darauf hin, dass die Masernimpfung ab dem 13. Lebensmonat erfolgen sollte. Die zweite Immunisierung empfiehlt die Siko im sechsten Lebensjahr, nicht schon vier bis sechs Wochen nach der Erstimpfung wie die Impfkommission des Bundes. „So hält der Auffrischungseffekt länger an“, begründet Borte den sächsischen Weg.

  // Beitrag von LVZ-Online.

Anita Kecke

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