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Lokales Sachsen lässt nicht locker: Berliner sollen Airport Leipzig/Halle mehr nutzen
Leipzig Lokales Sachsen lässt nicht locker: Berliner sollen Airport Leipzig/Halle mehr nutzen
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13:44 16.08.2016
Ein Flugzeug beim Anflug auf den Flughafen Leipzig/Halle. (Archivfoto) Quelle: dpa
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Leipzig

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) lässt nicht locker: Die Berliner sollen künftig vom Flughafen Leipzig/Halle aus in den Urlaub starten. „Wir führen bereits Gespräche mit der Bahn, um ein attraktives Angebot hinzubekommen“, sagte Tillich in einem Interview mit der B.Z. in Berlin.

Schon vor der Eröffnung des neuen Berliner Großflughafens BER ist klar, dass der Airport zu klein geplant ist. Obendrein wird die Schließung von Berlin-Tegel zu Kapazitätsproblemen führen. Natürlich sei der BER für etablierte Fluggesellschaften ein Muss. „Die werden die hohen Gebühren auch zahlen, die der Flughafen zur Refinanzierung braucht“, so Tillich. Einigen Ferienfliegern werde das aber schwerfallen. Für alle, die keinen Platz in Berlin finden, stehe der Flughafen Leipzig als Alternative bereit. Der Ministerpräsident warb für „eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Berlin“.

Aus dem Hause von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hieß es gestern, dass der Minister zu früheren Aussagen stehe. Dobrindt hatte mehrfach betont, dass er Tillichs Vorschlag begrüße. Der Flughafen BER werde zur Eröffnung erst einmal genügend Start- und Landekapazitäten haben, so der Bundesverkehrsminister. Von einer späteren Erweiterung hält Dobrindt aber nichts. Dieser Schritt werde hinfällig, so seine Hoffnung, wenn ein Teil des Flugverkehrs über Leipzig abgewickelt wird.

Tillich verfolgt mit seinem Vorstoß vor allem eine bessere Auslastung des Flughafens in Schkeuditz. Beim Passagieraufkommen tritt der Airport seit Jahren auf der Stelle, wie die Staatsregierung in Dresden jetzt auf eine Kleine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Wolfram Günther mitteilte. Im Vorjahr zählte der Flughafen 2,317 Millionen Passagiere, 2014 waren es 2,328 Millionen. Zum Vergleich: 2007 hatte der Flughafen mit 2,719 Millionen Fluggästen laut Statistik des Flughafenverbandes ADV das bisher höchste Aufkommen. Bis 2025, heißt es in der Antwort weiter, sei nicht damit zu rechnen, dass der Flughafen seine Kapazitätsgrenzen erreicht.

Wie es heißt, ist Tillich mit der Entwicklung ganz und gar nicht zufrieden, erhöht deshalb den Druck auf das Flughafen-Management in Schkeuditz. Zwar berät das nach LVZ-Informationen gemeinsam mit Experten der Deutschen Bahn über einen Shuttle von Berlin direkt zum Schkeuditzer Airport, aber handfeste Ergebnisse liegen noch nicht vor. Nach Tillichs erstem Vorstoß in Sachen BER-Ersatz hat sich die Situation eher noch verschlechtert. Wirklich schnell kommen die Berliner derzeit nur mit dem Auto nach Leipzig.

Trotz eines ICE-Bahnhofes am Flughafen lässt die Bahn ihre Fernzüge derzeit nicht in Schkeuditz halten. Von den vielen Fernbussen, die noch vor einiger Zeit Reisende am Flughafen abluden, ist nur noch eine Linie übrig. Dabei ist der Ausbau von Leipzig/Halle zum „Flughafen für Mitteldeutschland und Berlin“ bereits im Strategiepapier der Mitteldeutschen Flughafen AG von 2003 verankert, das der LVZ vorliegt. Unter „Strategische Ziele“ ist explizit festgelegt, dass in der Hauptstadt ein Check-In einzurichten sei, „um Teile des Berliner Marktes für Leipzig/Halle abzuschöpfen“. Ein Lichtblick: Ab Dezember lässt die Bahn wieder ihre ICE und IC am Flughafen halten.

Von Andreas Dunte

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